Sehr geehrte Damen und Herren,
bei der vergangenen Weltklimakonferenz im brasilianischen Belem wurde ein neuer Mechanismus für internationale Klimaschutzprojekte entwickelt, der sogenannte Paris Agreement Crediting Mechanism, kurz PACM. Dieser ist der Nachfolger des Clean Development Mechanism (CDM), welcher 1997 durch das Kyoto-Protokoll beschlossen wurde und ab 2001 zur Anwendung kam.
Der PACM ermöglicht es Ländern, Unternehmen und Organisationen, in verifizierte Emissionsminderungs- oder Entnahmeprojekte zu investieren, um deren Klimaziele zu erreichen. Es werden hierbei zwei Arten von Zertifikaten ausgegeben, zum Einen sogenannte Authorised Emission Reductions (AERs) und zum Anderen Mitigation Contribution Units (MCUs).
Hierbei soll durch strenge Prüf- und Zulassungsverfahren insbesondere das Vertrauen in derartige Projektmechanismen gestärkt werden. Die handelbaren CO2-Zertifikate können neben der partiell eigenen Anrechnung zur Reduktionsminderung von Ländern auch für die Luftfahrt unter dem CORSIA-Mechanismus Verwendung finden. Auch Unternehmen können ihre Treibhausgasemissionen mit AERs und MCUs kompensieren, ob es zukünftig eine anteilige Nutzung im Rahmen der Abgabepflicht des EU ETS geben wird, ist indes noch ungewiss.
Nun hat die UN-Klimaschutzorganisation UNFCCC in der vergangenen Woche die ersten Emissionszertifikate genehmigt, die im Rahmen des neuen PACM-Mechanismus der Vereinten Nationen vergeben werden. Bei dem ersten Projekt handelt es sich um saubere Kochherde in Myanmar, die von südkoreanischen Unternehmen finanziert wurden. Es ist das erste von insgesamt 165 Projekten, das vom bisherigen Clean Development Mechanism (CDM), der Ende dieses Jahres ausläuft, auf den PACM übertragen wurde.
Der Transit durch die Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, ist blockiert. Die iranischen Revolutionsgarden drohen, jedes Schiff zu attackieren, das die Meerenge passieren will. Die Transportströme sind daher erheblich beeinträchtigt. Bei längerer Blockade drohen Lieferengpässe und negative Folgen für die Weltwirtschaft. Zusätzliche Zinserhöhungen dürften ausbleiben, Zinssenkungen könnten sich verzögern.
Die Energiemärkte haben darauf bereits deutlich sichtbar reagiert. Auch wenn Rohöl der Sorte Brent im Dezember-Future noch relativ moderat auf 74,17 USD angestiegen ist, schloss der Spotmarkt am vergangenen Freitag bei 92,61 US-Dollar. Der britische Gas-Benchmark-Kontrakt legte letzte Woche knapp 50% auf 123,67 GBP zu, Lieferungen im April verteuerten sich auf 137,42 GBP.
Um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu reduzieren, hat unter anderem China den Export von Diesel und Benzin bei den größten Raffinerien gestoppt und die US-Regierung versucht, die Folgen des Kriegs für die weltweite Energieversorgung zu begrenzen, indem sie den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus mit staatlichen Risikoversicherungen und Marine-Eskorten abzusichern gedenkt.
Trotz dieser für die Konjunktur belastenden Umstände deutet sich für die EU Emissionsrechte eine Bodenbildung im Bereich um die 70 Euro an, weswegen sie auf Wochenschlusskursbasis mit einem kleinen Plus von 0,4% aus dem Handel gegangen sind.
Auf fundamentaler Seite wird in dieser Woche die Entwicklung in Nahost von weiterer Bedeutung bleiben.
| Instrument | 27.02.26 | 06.03.26 | Veränderung |
| EUA (Dezember-2026-Future) | 70,29 EUR | 70,57 EUR | +0,28 EUR |
| EUA2 (Dezember-2028-Future) | 67,10 EUR | 68,50 EUR | +1,40 EUR |
| nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D)) | 55,00 EUR | 55,00 EUR | +0,00 EUR |
| UKA (Dezember-2026-Future (UK)) | 46,14 GBP | 40,09 GBP | -6,05 GBP |
| UK Natural Gas (Dezember-2026-Future) | 82,48 GBP | 123,67 GBP | +41,19 GBP |
| ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future) | 73,15 USD | 74,17 USD | +1,02 USD |
| EURO (Forex) | 1,1806 USD | 1,1618 USD | -0,0188 USD |
(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)
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