Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 06.02.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

bevor das Bundesumweltamt (UBA) im kommenden März die offizielle Schätzung der Emissionen des Jahres 2022 gemäß Klimaschutzgesetz veröffentlichen wird, konnte es in der vergangenen Woche einen statistischen Schlussstrich unter das Jahr 2021 ziehen. Die Zahlen könnten künftig von größerer Bedeutung sein, da sie den letzten Status vor der – durch Russlands Überfall auf die Ukraine provozierten – Zeitenwende darstellt.

Es war zu erwarten, dass die Emissionen im Vergleich zu 2020 steigen würden, da die pandemiebedingten Einschränkungen keine Rolle mehr spielten. Tatsächlich stieg der Ausstoß von CO2-Äquivalenten in Deutschland um rund 29,6 Millionen Tonnen beziehungsweise 4% an. Der stärkste Zuwachs war in der Energieversorgung zu verzeichnen, da bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 ein Trend zur verstärkten Kohleverstromung stattfand. Auch in den Bereichen Industrie und Straßenverkehr stiegen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr. Die Emissionen der Haushalte und der Landwirtschaft sind hingegen zurückgegangen. Insgesamt wurden 2021 in Deutschland 759,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen und damit 39% weniger als im Referenzjahr 1990. In dieser Hinsicht wurden also die europäischen Vorgaben zur Emissionsminderung von Deutschland vollständig eingehalten.

Der Preis für die europäischen Verschmutzungsrechte hat in der kurzen Zeitspanne seit dem Beginn des neuen Jahres eine erstaunliche Rallye hingelegt, ist dabei um rund 20 Euro angestiegen und hierbei der 100-Euro-Marke wieder sehr nahe gekommen. Nachdem am vergangenen Mittwoch der Dezember-Kontrakt mit EUR 97,55 einen Höchststand erreichte, folgte für den Rest der Woche im technisch geprägten Handel eine Seitwärts – Abwärtsbewegung.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument27.01.2303.02.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)87,76 EUR91,87 EUR+4,11 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)89,23 EUR93,29 EUR+4,06 EUR
VER (Carbon Offsets)2,39 USD2,60 USD+0,21 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)2,53 USD2,54 USD+0,01 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)86,33 USD79,75 USD-6,58 USD
EURO (Currency, Forex)1,0868 USD1,0795 USD-0,0073 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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ADVANTAG Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 30.01.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Markt für freiwillige Kompensation von Treibhausgasemissionen ist im vergangenen Jahr um 3 Milliarden US-Dollar auf ca. 10 Milliarden US-Dollar angestiegen.

Dies lag insbesondere am Preisanstieg, denn die Anzahl der insbesondere von Unternehmen und Privatpersonen zur Kompensation genutzten Zertifikate ist um 4% auf 155 Millionen Stück gesunken. Bloomberg hat nun drei Szenarien für mögliche Preisentwicklungen ausgearbeitet.

Das Szenario Nummer Eins ermöglicht es den Unternehmen, jegliche Arten von CO2-Minderungsprojekten auszuwählen, wobei im Jahr 2050 ungefähr 5,4 Milliarden Zertifikate nachgefragt werden würden bei einem Überangebot von 8 Milliarden Zertifikaten, insbesondere aus REDD+ Projekten zur Vermeidung von Entwaldung. Die durchschnittliche Preisentwicklung würde bis zum Jahr 2030 lediglich auf US$ 12,00 steigen und 2050 auf US$ 35,00 pro CO2-Zertifikat. Hierbei würde der Gesamtmarkt lediglich auf 15 Milliarden US-Dollar jährlich bis 2030 ansteigen.

Im zweiten Szenario wurden nur CO2-Zertifikate aus Projekten zugelassen, welche tatsächlich Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen. Produkte aus vermiedener Entwaldung wären hier zum Beispiel nicht Teil der Nutzung. Dabei wird das Angebot bis 2037 knapper sein und die Preise steigen bis auf US$ 250 pro Tonne, aufgrund neu entwickelter Technologien zur CO2-Entfernung aus der Atmosphäre sänken diese aber bis 2050 wieder auf 100 US$, trotzdem würde das Marktvolumen ca. 1 Billion US$ betragen.

Im dritten Szenario gibt es eine Mischform aus hochwertigen und geringerwertigen CO2-Gutschriften. Für die hochwertigen wurde hier für 2050 ein Preis von 32 US$ ermittelt, die geringerwertigen wurden mit 22 US$ kalkuliert. Die Nachfrage nach hochwertigen Projekten wird sich in diesem Szenario 2050 bei 433 Millionen Zertifikaten, die nach preiswerteren Zertifikaten gemäß der Analyse Bloombergs auf 1,3 Milliarden CO2 – Zertifikaten belaufen. Eine weitere Verbesserung der Standardisierung von Zertifikaten im freiwilligen Kompensationsmarkt ist hierbei sicherlich nicht nachteilig.

Die deutlich transparenteren Preise des EU-Emissionshandels haben in der vergangenen Woche Kurs auf die 90-Euro-Marke genommen und im Benchmark-Kontrakt Dezember 2023 ein Jahreshoch von EUR 90,73 markiert, was genau dem Widerstand aus einer seitwärts-abwärts-Trendlinie entspricht. Sollten Gewinnmitnahmen einsetzen, könnten die EUA sich auch wieder in den Bereich von EUR 85,00 bewegen, sollten sie den zuvor benannten Widerstand durchbrechen, wäre ein Weg bis knapp unterhalb des Allzeithochs aus technischer Sicht denkbar.

In dieser Woche finden 11.842.500 EUAs an allen fünf Handelstagen ihren Weg zur Auktion an der EEX, da am Mittwoch die im zweiwöchigen Turnus stattfindende polnische Auktion durchgeführt wird.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument20.01.2327.01.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)83,39 EUR87,76 EUR+4,37 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)85,08 EUR89,23 EUR+4,20 EUR
VER (Carbon Offsets)2,91 USD2,39 USD-0,52 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)2,79 USD2,53 USD-0,26 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)87,71 USD86,33 USD-1,38 USD
EURO (Currency, Forex)1,0855 USD1,0868 USD+0,0013 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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ADVANTAG Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 23.01.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

man hört immer wieder, Deutschland und die EU wären die einzigen Staaten, welche um mehr globalen Klimaschutz kämpfen, gefolgt von dem Argument, dass das wirtschaftsfeindlich sei und wir allein die Welt nicht retten könnten. Daher bringen wir heute ein positives Beispiel aus einem der wichtigsten Ölförderländer der Welt.

Die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) investiert bis zum Ende dieses Jahrzehnts 15 Milliarden US-Dollar in Projekte zur Reduktion von CO2, um die eigenen Betriebsemissionen zu reduzieren und die eigenen Dekarbonisierungsziele zu erreichen.

Insbesondere wird in Projekte zur CO2-Abscheidung und Lagerung (Carbon Capture and Storage, kurz CCS), neue, sauberere Energielösungen (Wasserstoff und erneuerbare Energien), die weitere Elektrifizierung des Unternehmens sowie Maßnahmen, um das routinemäßige Gasabfackeln zu verhindern und den Aufbau internationaler Partnerschaften für den Klimaschutz, investiert.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) stellen insgesamt 165 Milliarden US-Dollar für den Übergang zu sauberer Energie bereit. Sie sind somit der erste Staat am Persischen Golf, der bis 2050 Netto-Null-Emissionen anstrebt, was für einen Öl-Staat eine beachtliche Leistung darstellt.

Zudem hat die AirCarbon Exchange (ACX) eine Partnerschaft mit dem Abu Dhabi Global Market (ADGM) geschlossen, um das weltweit erste kohlenstoffneutrale internationale Finanzzentrum sowie einen regulierten Handelsplatz für CO2-Zertifikate zu schaffen. An der ACX ist unter anderem die Leipziger EEX beteiligt. Advantag ist ebenfalls Börsenmitglied an der ACX, bei welcher insbesondere der tokenisierte Handel für CO2-Emissionszertifikate für den internationalen Luftverkehr (CORSIA) stattfindet.

Am Markt für EU-Emissionsrechte haben sich die EUAs in der vergangenen Handelswoche weiter erholt und auf Wochenschlusskursbasis 6,5% zugelegt. Haupttreiber waren die kalten Temperaturen in Mitteleuropa, steigende Gas- und Öl-Kurse sowie der Durchbruch eines technischen Widerstands am Mittwoch. Es wird interessant sein, zu sehen, ob sich die EUAs in dieser Woche weiter in Richtung 90 Euro bewegen werden, oder ob es erste Gewinnmitnahmen spekulativ orientierter Marktteilnehmer geben wird.

In dieser Woche findet die erste Auktion von Emissionsrechten für die Luftfahrtindustrie in diesem Jahr statt; am Mittwoch werden 775.500 EUAA angeboten. An den übrigen Wochentagen gelangen insgesamt 9.166.500 EUA zur Versteigerung.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument13.01.2320.01.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)78,09 EUR83,39 EUR+5,30 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)79,86 EUR85,08 EUR+5,22 EUR
VER (Carbon Offsets)2,80 USD2,91 USD+0,11 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)2,89 USD2,79 USD-0,10 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)85,44 USD87,71 USD+2,27 USD
EURO (Currency, Forex)1,0831 USD1,0855 USD+0,0024 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 16.01.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

einer der weltweit renommiertesten Wissenschaftler im Bereich der Erforschung des globalen Klimawandels ist Professor Dr. Hans Joachim Schnellnhuber. Er ist Physiker, Mitglied des Weltklimarats IPCC und Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und hat in einem Interview des ARD-Magazins Panorama seine Vorstellungen von Gerechtigkeit im Klimaschutz erörtert.

Der Wissenschaftler schlägt vor, dass jeder Mensch ein Budget von drei Tonnen CO2 pro Jahr erhält. Wer mehr benötigt, muss diese durch CO2-Zertifikate bezahlen. Dieses Jahresbudget ergibt sich aus der simplen Kalkulation heraus, dass jeder Erdenbürger nur noch drei Tonnen CO2 oder dessen Äquivalent in anderen Treibhausgasen (CO2e) jährlich emittieren kann, um das 2°C-Ziel weiterhin zu ermöglichen.

Hiermit könnten die Menschen, welche weniger Treibhausgase ausstoßen, Einnahmen generieren und es würden insbesondere Wohlhabende und Reiche zur Kasse gebeten werden, deren Ausstoß gemäß dem Pariser „World Inequality Lab“ um die 100 Tonnen jährlich ausstoßen, Multi-Milliardäre teilweise bis zu 2.000 Tonnen jährlich. Der durchschnittliche Deutsche verursacht Treibhausgasemissionen von ca. 10 Tonnen jährlich.

Unverständlicherweise hat sich der grüne deutsche Klimaschutzminister Habeck klar gegen einen solchen privaten Emissionshandel positioniert, obwohl schon jetzt absehbar ist, dass insbesondere Deutschland seine Klimaschutzziele in dieser Dekade signifikant verfehlen werde. Wer diese sehenswerte Sendung verpasst hat, kann sie in der ARD-Mediathek finden.

In der vergangenen Woche zeigten die CO2-Emissionsrechte auf Wochenschlusskursbasis ein Plus von 3,2% bei einer Handelsspanne im Benchmark-Kontrakt Dezember 2023 zwischen 77,01 und 82,58 Euro. Die ersten Auktionen in diesem Jahr von insgesamt 9,2 Millionen Emissionsrechten zeigten eine gute Nachfrage und stützten somit den Kurs ebenso wie die Aussichten auf kühleres Wetter in Mitteleuropa.

In der neuen Handelswoche werden an allen fünf Handelstagen insgesamt 11.842.500 an der Leipziger Energiebörse EEX versteigert.

Wenn die EUAs die aktuell bei 77,60 (Benchmark) liegende Unterstützungslinie nicht auf Schlusskursbasis durchbrechen, könnte sich der Kurs in dieser Woche in einer Spanne zwischen EUR 77,60 und knapp 85,00 Euro bewegen, insofern keine kursbewegenden Neuigkeiten hinzukommen.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument06.01.2313.01.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)75,86 EUR78,09 EUR+2,23 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)77,39 EUR79,86 EUR+2,47 EUR
VER (Carbon Offsets)3,50 USD2,80 USD-0,70 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)2,98 USD2,89 USD-0,09 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)78,51 USD85,44 USD+6,93 USD
EURO (Currency, Forex)1,0644 USD1,0831 USD+0,0187 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 09.01.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

In seinem Jahresrückblicke zog das Bundesumweltamt (UBA) eine positive Bilanz des Emissionshandelssystems (ETS) im so besonderen Jahr 2022. Darüber kann man mit Recht erstaunt sein, wenn man berücksichtigt, dass nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine der CO2-Preis in Richtung der 50-Euro-Marke abstürzte und von gewissen Kreisen starke Eingriffe bis hin zur Aussetzung des ETS gefordert wurden. Wie das BMU resümierte, beliefen sich allein die deutschen Auktionserlöse aus dem Europäischen Emissionshandel im vergangenen Jahr auf über 6,8 Milliarden Euro, was ein deutliches Plus gegenüber den 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2021 darstellt.

Die Veräußerungserlöse aus dem nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) für Wärme und Verkehr lagen mit rund 6,4 Milliarden Euro unterhalb des Vorjahres (7,2 Milliarden Euro im Jahr 2021). Das lag laut BMU leider nicht an sinkende Emissionen im Verkehrs- und Gebäudebereich, sondern vielmehr am Beschluss des Gesetzgebers, die ursprünglich für 2023 vorgesehene Preissteigerung auf 35 Euro um ein Jahr zu verschieben. Damit kosten Zertifikate in den Jahren 2022 und 2023 einheitlich 30 Euro. Einige Unternehmen haben den Erwerb ihrer Zertifikate deshalb nach 2023 verschoben. Die 2022er Emissionen können nämlich auch mit Zertifikaten des Jahres 2023 abgegolten werden. Kumuliert lagen aber die Gesamteinnahmen beider Systeme mit mehr als 13 Milliarden Euro noch knapp über dem Ergebnis von 2021.

Dirk Messner, Präsident des UBA, hob in dem Bericht hervor, dass die CO2-Bepreisung über den Emissionshandel ein entscheidender Hebel sei, um die Klimaziele zu erreichen, da hierdurch maßgebliche Impulse für den klimaschonenden Umbau unserer Gesellschaft gesetzt würden. Die Einnahmen aus dem EU-ETS und dem nEHS fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Aus diesem Sondervermögen werden aktuell Programme wie die Bundesförderung im Gebäudebereich, die Weiterentwicklung der Elektromobilität inklusive des Ausbaus der Ladeinfrastruktur, der Aufbau der Wasserstoffindustrie oder die Förderung der Energieeffizienz gefördert. Auch die Abschaffung der EEG-Umlage wird aus dem KTF finanziert, das hat im vergangenen Jahr zu einer Entlastung bei den Stromkosten beigetragen.

Im Bericht wird zudem verdeutlicht, dass 2022 mit rund 85 Millionen deutlich weniger Emissionsberechtigungen als im Jahr davor an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig für Deutschland versteigert (2021: 101 Millionen) wurden. Gleichzeitig stieg der Preis der Emissionsberechtigungen aber erheblich an: Im Durchschnitt lagen EUA mit 80,32 Euro deutlich oberhalb des Vorjahres (2021: 52,50 Euro). Im Vergleich zu 2020 (24,61 Euro) hat sich der durchschnittliche Erlös sogar mehr als verdreifacht. Am 19.08.2022 wurde mit 96,87 Euro der höchste Preis bei einer deutschen Auktion seit Einführung des ETS erzielt.

Jürgen Landgrebe, Leiter des Fachbereichs „Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle“ im Umweltbundesamt zog ebenfalls ein positives Fazit: „Die starken Preissteigerungen sind maßgeblich auf den im vergangenen Jahr intensivierten europäischen Reformprozess zur Anhebung des Ambitionsniveaus im EU-ETS für den Zeitraum bis 2030 zurückzuführen. Die Marktteilnehmer haben erkannt, dass die politischen Rahmenbedingungen auf mehr Klimaschutz ausgerichtet werden. Das setzt die erforderlichen ökonomischen Anreize für Investitionen in klimaschonende Technologien und Produktionsweisen. Die Preisentwicklung des vergangenen Jahres kann damit auch als Vertrauensbekenntnis der Marktakteure in die Reformfähigkeit der europäischen Klimapolitik gewertet werden“.

Das neue Jahr begann mit außergewöhnlich hohen Temperaturen. Außerdem zeigten die Anstrengungen bei der Abkehr von russischen Energieträgern Erfolge und die Gasspeicher sind weitgehend gut gefüllt. Das wirkte sich signifikant an den Energiemärkten aus. So hat der europäische Gaspreis in den ersten Handelstagen des neuen Jahres seine Korrektur fortgesetzt. Am Mittwoch wurde der Terminkontrakt TTF für niederländisches Erdgas zeitweise bei rund 67 Euro je Megawattstunde gehandelt. Das ist die niedrigste Notierung seit Februar 2022, vor Beginn des Krieges in der Ukraine. Der CO2-Preis konnte sich dem Sog der Indizes nicht entziehen und durchbrach auf seiner Talfahrt wichtige Unterstützungslinien. Der Dezember Benchmark-Kontrakt gab auf Wochenbasis rund 8 Prozent nach.


Am heutigen Montag starten die Auktionen an der EEX. Da sich am Freitag in dünnem Handel der CO2-Preis auf niedrigem Niveau konsolidierte, darf man gespannt sein, wie die Auktionen nach der Winterpause angenommen werden.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument30.12.2206.01.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)83,51 EUR75,86 EUR-7,65 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)83,97 EUR77,39 EUR-6,58 EUR
VER (Carbon Offsets)4,60 USD3,50 USD-1,10 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)3,84 USD2,98 USD-0,86 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)83,02 USD78,51 USD-4,51 USD
EURO (Currency, Forex)1,0701 USD1,0644 USD+0,0057 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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