Sehr geehrte Damen und Herren,
die Treibhausgasemissionen in Deutschland gingen 2025 nur leicht gegenüber dem Vorjahr zurück, und zwar um knapp eine Million Tonnen oder 0,1 Prozent auf 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Seit 1990 wurden die Emissionen damit um 48 Prozent reduziert.
Die Energiewirtschaft verringerte hierbei ihren Ausstoß dank mehr erneuerbarer Energien; Verkehr und Gebäude verursachten jedoch mehr Emissionen. Der deutsche Wald nimmt inzwischen wieder mehr CO₂ auf als er abgibt. Insgesamt bleibt das Klimaziel bis 2030 erreichbar, aber dafür sind zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen nötig: Ab 2026 muss der jährliche Rückgang bei durchschnittlich 42 Millionen Tonnen CO₂ liegen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.
2025 sanken die Emissionen des Energiesektors um 0,6 Mio. Tonnen auf 189,1 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie nahm zu, aber windarmes Wetter sorgte für weniger Windstrom als im Vorjahr. Ein Rekordwert von nahezu 21 Gigawatt neuer Windkraft-Genehmigungen war dabei zu verzeichnen. Die Bundesnetzagentur schloss zudem Genehmigungen für 2.000 Kilometer neue Stromleitungen ab.
Der Verkehrs- sowie der Gebäudesektor, welche vom nationalen Emissionshandel bepreist werden, bleiben problematisch. 2025 verursachte der Verkehrssektor 146,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente – ein Anstieg um 2,1 Mio. Tonnen. Die Elektromobilität legte stark zu und verhinderte einen noch höheren Anstieg der Emission. Über 180.000 öffentliche Ladepunkte stehen nun bereit und fast jeder fünfte neue Pkw ist rein elektrisch – ein Plus von 45 Prozent gegenüber 2024. Neue Modelle, hohe Treibstoffkosten sowie staatliche Förderung könnten diesen Trend weiter antreiben.
Im vergangenen Jahr stiegen die Emissionen im Gebäudesektor um 3,4 Mio. Tonnen auf 103,4 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente, vor allem wegen kalter Heizperioden. Der Umstieg auf klimafreundliche Energien läuft langsam, aber Wärmepumpen gewinnen an Akzeptanz und überholen erstmals Gasheizungen mit 299.000 Verkäufen – ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Technologischer Fortschritt, sinkende Kosten und mehr Installationsmöglichkeiten treiben diese Entwicklung.
Im letzten Jahr sanken die Industrieemissionen hauptsächlich durch die andauernd schwache Konjunktur auf 144,1 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente – das sind 5,6 Mio. Tonnen bzw. 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptfaktoren waren geringere Produktionszahlen in energieintensiven Branchen und ein Rückgang fossiler Energieträger. Zentrale Zukunftstechnologien sind auch hier die Elektrifizierung, grüner Wasserstoff und CO₂-arme Verfahren, deren Umsetzung jedoch bislang nur langsam voranschreitet.
Die Treibhausgasemissionen der Land- und Abfallwirtschaft veränderten sich hingegen kaum im Vergleich zu 2024.
In der vergangenen Woche haben sich die Preise im Europäischen Emissionshandelssystem EU ETS im Benchmark-Kontrakt in einer Range zwischen 67,60 und 74,48 Euro bewegt und gegenüber der Vorwoche mit einem moderaten Minus von 2% bei 69,16 Euro geschlossen.
Richtungsweisend war wie in den Vorwochen der Krieg in Nahost, der insbesondere die Preise in den Energiemärkten bewegt und somit auch Einfluss auf die Industrieproduktion und das Verbraucherverhalten mit sich bringt.
Den USA und Israel ist es bislang nicht gelungen, die Straße von Hormus für die Durchfahrt der Tankschiffe zu sichern, was somit weiterhin ein Fünftel des globalen Ölhandels beeinträchtigt.
Von einem schnellen Kriegsende ist aktuell nicht auszugehen, da Iran weiterhin ausreichend Kapazitäten hat, um sich zu verteidigen und zusätzlich Angriffe auf mit den USA verbündete Staaten in der Region auszuüben.
Solange diese Situation vorherrscht, werden die Preise für Rohöl, Gas und die daran anhängenden Raffinerieprodukte wie Heizöl, Diesel und Benzin auf einem hohen Niveau bleiben.
Sollten keine weiteren fundamentalen Einflüsse hinsichtlich des Nahostkonflikts kommen und auch keine neuen politischen Aussagen zum EU ETS ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die EUAs auch in dieser Woche im groben Bereich um die 70 Euro bewegen werden.
An der EEX werden in dieser Woche an allen fünf Handelstagen insgesamt 10.755.000 EUAs zur Auktion gelangen.
| Instrument | 06.03.26 | 13.03.26 | Veränderung |
| EUA (Dezember-2026-Future) | 70,57 EUR | 69,16 EUR | -1,41 EUR |
| EUA2 (Dezember-2028-Future) | 68,50 EUR | 66,46 EUR | -2,04 EUR |
| nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D)) | 55,00 EUR | 55,00 EUR | +0,00 EUR |
| UKA (Dezember-2026-Future (UK)) | 40,09 GBP | 39,54 GBP | -0,55 GBP |
| UK Natural Gas (Dezember-2026-Future) | 123,67 GBP | 122,19 GBP | -1,48 GBP |
| ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future) | 74,17 USD | 81,97 USD | +7,80 USD |
| EURO (Forex) | 1,1618 USD | 1,1417 USD | -0,0201 USD |
(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)
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