Sehr geehrte Damen und Herren,
US-Präsident Donald Trump hat in seinem Wahlkampf immer wieder einen seiner Lieblingssätze geäußert, „drill, baby, drill“, mit welchem er fossile Heiz- und Brennstoffe wieder salonfähig machen wollte.
Mit seinem Angriffskrieg gegen den Iran hat Trump jedoch genau das Gegenteil bewirkt. Nach Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) werden Elektrofahrzeuge 2026 fast 30 % der weltweiten Autoverkäufe ausmachen. Der Umstieg auf Elektromobilität und somit zur Dekarbonisierung des Verkehrs beschleunigt sich damit weiter. Getrieben von hohen Ölpreisen und sinkenden Batteriekosten erwartet die IEA für dieses Jahr weltweit 23 Millionen verkaufte Elektrofahrzeuge. Neben China wächst die Nachfrage inzwischen auch in Europa, Lateinamerika und Südostasien deutlich.
Auch der globale Handel mit Technologien für erneuerbare Energie hat sich trotz geopolitischer Spannungen und Zöllen deutlich erholt und erreichte 479 Milliarden Dollar. Wachsende Sorgen um die Energiesicherheit haben viele Staaten dazu veranlasst, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Nachfrage nach Solarenergie sowie Batteriespeichern zu erhöhen. Da sich Handelsrouten verlagern, um neue Zölle zu umgehen, wird saubere Technologie zunehmend zu einem zentralen Element staatlicher Handelspolitik.
Am 15. Juli will die Europäische Kommission Reformpläne für das EU Emissionshandelssystem EU ETS1 vorlegen. Ein zentraler Bestandteil der Reformen soll die weitere kostenlose Zuteilung von Zertifikaten in verschiedenen Branchen sein. Diese sollen jedoch daran geknüpft sein, dass sie nachweislich in die Dekarbonisierung ihrer Standorte in der EU investieren.
Aufgrund möglicher positiver Entwicklungen hinsichtlich des Iran-Konflikts und der angeblichen Einigung auf ein „Memorandum of Understanding“ zwischen den Kriegsparteien hat sich der Kurs der EUAs am Donnerstag der vergangenen Woche über die Marke von 80 Euro begeben und sind auf Wochenschlusskursbasis mit einem Plus von 4,8% aus dem Handel gegangen.
Das erratische Vorgehen von US-Präsident Trump könnte den Optimismus natürlich merklich dämpfen, insofern er die gemachten Fortschritte aufgrund einer Befindlichkeit wieder zerstören sollte.
In dieser Woche werden mit Ausnahme vom Mittwoch an den anderen vier Tagen insgesamt 10.595.500 EUAs an der EEX versteigert, was einem Plus von 31,7% gegenüber der Vorwoche bedeutet. Grund für den starken Anstieg ist das gestiegene Auktionsvolumen der Versteigerungen aus den Kontingenten der EU von bislang 2.712.500 auf 3.198.500 EUAs an drei Wochentagen.
| Instrument | 22.05.26 | 29.05.26 | Veränderung |
| EUA (Dezember-2026-Future) | 76,92 EUR | 80,63 EUR | +3,71 EUR |
| EUA2 (Dezember-2028-Future) | 66,87 EUR | 66,75 EUR | -0,12 EUR |
| nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D)) | 55,00 EUR | 55,00 EUR | +0,00 EUR |
| UKA (Dezember-2026-Future (UK)) | 53,45 GBP | 58,67 GBP | +5,22 GBP |
| UK Natural Gas (Dezember-2026-Future) | 122,82 GBP | 117,07 GBP | -5,75 GBP |
| ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future) | 88,28 USD | 84,18 USD | -4,10 USD |
| EURO (Forex) | 1,1604 USD | 1,1660 USD | +0,0056 USD |
(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)
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