Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 09.02.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Leipziger Energiebörse EEX hat gemeinsam mit der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) des Umweltbundesamtes den vorläufigen Veräußerungskalender für die Versteigerung von nationalen Emissionszertifikaten (nEZ) gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetzt (BEHG) im Jahr 2026 veröffentlicht.

Erstmals werden in diesem Jahr nEHS-Zertifikate an der EEX in einer Preisspanne zwischen 55,00 EUR und 65,00 EUR versteigert. Die Auktionen finden einmal pro Woche montags von 13:00 bis 15:00 Uhr statt. Der erste Termin ist für den 6. Juli 2026 vorgesehen, das letzte Auktionsdatum im Jahr wird voraussichtlich der 2. November 2026 sein.

Die gesamte zur Auktion geplante Menge basiert auf einer vorläufigen Schätzung von 195 Millionen nEZ. Die endgültige Versteigerungsmenge gibt die DEHSt spätestens bis zum 30. April 2026 bekannt; anschließend passt die EEX den Kalender entsprechend an. Wöchentlich werden somit 10.833.000 nEZ26 versteigert, in der letzten Auktion im Dezember sind es 6.000 mehr.

Da im Jahr 2025 insgesamt 294 Millionen nEZ im Rahmen des letzten Jahres der Festpreisphase versteigert wurden, führt dies zu einer rechnerischen Mindermenge von knapp 100 Millionen Zertifikaten im Rahmen der Auktionen, welche dann mit unlimitiertem Volumen zum Preis von 68,00 EUR ebenfalls wöchentlich zwischen dem 3. November und dem 3. Dezember 2026 erworben werden können. Letztendlich bedeutet dies, dass ca. 1/3el der Zertifikate zum Preis von 68,00 Euro zur Erfüllung der Abgabepflicht erworben werden müssen, sollte der Bedarf dem des Vorjahres entsprechen.

Da mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht abgabepflichtige Investoren versuchen werden, sich günstig bei den Auktionen einzudecken und die Zertifikate auf dem Zweitmarkt gewinnbringend zu veräußern, sind Compliance-Käufer gut beraten, wenn sie die Kalkulationen für ihre Preisgestaltungen entsprechend anpassen.

Im EU ETS werden an der EEX in dieser Woche an vier Tagen insgesamt 9.230.500 Emissionsrechte versteigert, deren Kurs auch in der vergangenen Handelswoche weiterhin unter Druck war.

Grund hierfür sind mögliche Pläne der EU zur Entlastung der energieintensiven europäischen Industrie. Diese soll laut Handelsblatt, das sich auf EU-Beamte beruft, länger als ursprünglich geplant kostenlose CO2-Zertifikate erhalten. Die EU-Kommission plant offenbar, den Emissionshandel (ETS) zu lockern und die kostenlose Vergabe von Emissionsrechten über das Jahr 2034 hinaus fortzusetzen.

Auch die Versteigerung von Zertifikaten im ETS könnte bis nach 2039 verschoben werden. Nach aktueller Gesetzeslage dürften Unternehmen ab diesem Zeitpunkt keine kostenlosen Zertifikate mehr bekommen und müssten klimaneutral produzieren. Die Kommission möchte ihren Vorschlag dazu im Juli vorlegen.

Im vergangenen Herbst haben die EU-Staaten entschieden, den CO2-Ausstoß bis 2040 um 80 bis 85 Prozent zu reduzieren, anstatt wie von der Kommission zuvor vorgeschlagen um 90 Prozent. Dadurch hat die EU nun mehr Flexibilität, das ETS abzuschwächen. Das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, bleibt indes weiterhin bestehen.

Da die EUAs den bullishen Trendkanal nun nachhaltig verlassen haben und sich nun ein bearisher Kanal herausgebildet hat, bleibt abzuwarten, wie lange dieses negative Sentiment anhalten wird.

Die Handelsspanne des Benchmark-Kontrakts lag in der vergangenen Woche zwischen 84,84 und 76,20 EUR, wobei der Schlusskurs am Freitag ein wöchentliches Minus von 3,1% aufwies.  

Da der neue Trendkanal relativ breit ist, könnten die EUAs die 80-Euro-Marke wieder nach oben durchbrechen, was jedoch nichts weiter als die Bestätigung des aktuellen Trends sein könnte. Es wäre jedoch genauso wenig auszuschließen, dass sich der Markt nun mit der 75-Euro-Marke beschäftigt.

             Instrument 30.01.2606.02.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)81,26 EUR78,73 EUR-2,53 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)75,12 EUR74,09 EUR-1,03 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))61,89 GBP56,69 GBP-5,20 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)81,48 GBP80,29 GBP-1,19 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)66,02 USD65,26 USD-0,76 USD
EURO (Forex)1,1851 USD1,1816 USD-0,0035 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 02.02.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat vergangenen Donnerstag entschieden, dass die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm deutlich verbessern muss. Anlass war eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die damit konkrete Nachbesserungen am Klimaschutzprogramm durchgesetzt hat. Hintergrund ist, dass das aktuelle Programm laut Regierungsangaben nicht ausreicht, um das Klimaziel von 65 Prozent weniger Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 1990 einzuhalten – voraussichtlich wird das Ziel um 25 Millionen Tonnen CO₂ verfehlt.

Mit seinem Urteil bestätigt das deutsche Bundesverwaltungsgericht eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom Mai 2024. Es betont, dass das Klimaschutzprogramm verbindliche Maßnahmen zur Erreichung der Ziele enthalten muss, wodurch die Bundesregierung nun unter Zugzwang steht.

Unabhängig davon ist die Bundesregierung gesetzlich dazu verpflichtet, spätestens bis zum 25. März 2026 ein neues Klimaschutzprogramm vorzulegen. Ob die Bundesregierung diese Frist einhalten und ausreichend Maßnahmen für die Klimaziele der Jahre 2030, 2040 und die Zwischenjahre beschließen wird, ist derzeit noch genauso unklar wie etwaige Maßnahmen.

Am vergangenen Donnerstag wurde weiterhin veröffentlicht, dass die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt das Mandat der European Energy Exchange (EEX) als Auktionsplattform für deutsche Emissionsberechtigungen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS 1) um zwei Jahre verlängert hat. Der bestehende Vertrag läuft regulär bis Januar 2027; durch die Verlängerung wird die EEX die wöchentlichen Auktionen im Auftrag Deutschlands bis Ende 2028 weiter durchführen.

Neben den Auktionen im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und den nEHS-Verkäufen veranstaltet die EEX regelmäßige Versteigerungen von Emissionsberechtigungen im Auftrag der Europäischen Kommission sowie 25 weiterer EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, Island, Liechtenstein, und Nordirland.

Die Preise im EU ETS 1 haben sich in der vergangenen Woche signifikant um 8,8% nach unten bewegt und dabei den seit Monat validen seitwärts-aufwärts-Trendkanal verlassen. Nachdem die EUAs am Montag bei 88,30 Euro im Benchmark-Kontrakt eröffnet haben, versuchten sie am Dienstag eine Gegenbewegung, mussten aber am Donnerstag den Trendkanal verlassen und schlossen am Freitag bei 81,26 Euro.

Die marktpsychologisch wichtige Marke von 80,00 Euro, welche zuletzt Ende Oktober letzten Jahres unterschritten wurde und die 200-Tages-Linie bei aktuell 78,55 Euro sind die nächsten Unterstützungen für die EUAs.

Insofern vermehrt Käufer ihre Portfolios in dieser Marktsituation mit EUAs eindecken, könnte es in dieser Woche nach den Verlusten der beiden Vorwochen dazu führen, dass eine entsprechende bullishe Gegenbewegung am Markt einsetzt.

             Instrument 23.01.2630.01.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)88,40 EUR81,26 EUR-7,14 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)76,71 EUR75,12 EUR-1,59 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))68,32 GBP61,89 GBP-6,43 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)77,32 GBP81,48 GBP+4,16 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)63,35 USD66,02 USD+2,67 USD
EURO (Forex)1,1829 USD1,1851 USD+0,0022 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 26.01.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die oft vermutete Unberechenbarkeit des US-Amerikanischen Präsidenten macht ihn doch oftmals sehr berechenbar.

Beim World Economic Forum in Davos hat Donald Trump die in unserem letzten Marktbericht erwartete Drehung um 180 Grad vollzogen und die angedrohten Zölle wieder zurückgenommen. Damit hat er wieder einmal ein Problem gelöst, welches er selbst verursacht hat.

Seine erratische Vorgehensweise hat jedoch im Verhältnis zwischen den USA und Europa aufgrund des rapide schwindenden Vertrauens großen Schaden für das transatlantische Verhältnis angerichtet.

In der Europäischen Union indes geschehen Dinge, die man so nicht erwarten konnte. In Deutschland ist ständig die Rede von der „Brandmauer“ der alteingesessenen Parteien gegenüber der AfD; in Brüssel haben die Grünen nun nebst den Linken gemeinsam mit der AfD das Mercosur-Abkommen auf Eis gelegt. Und das zu einem Zeitpunkt, in dem Europa dringend neue Handelserleichterungen braucht, da man sich Alternativen zu den USA erarbeiten muss.

Die Finanz- und Energiemärkte reagierten in der vergangenen Woche nach einem Jahr Trump im Amt nicht mehr so heftig auf seine Zolldrohungen, wie zu Beginn seiner Amtszeit. 2025 brachen die EUAs im aktuellen Benchmark-Kontrakt von 86,99 Euro am 30.01.2025 auf ein Tief von 61,69 Euro am 09.04.2025 ein, was einem Minus von 25,3% entsprach.

In der letzten Woche eröffneten die EUAs mit dem Wochenhoch von 91,30 Euro am Montag und fielen am darauffolgenden Tag auf das Wochentief von 83,98 Euro. Nach Trumps Auftritt in Davos entspannten sich die Marktteilnehmer wieder und der Wochenschlusskurs von 88,40 Euro zeigte nur noch ein Minus von 4,1%.

Damit bewegen sich die EUAs wieder innerhalb des seitwärts-aufwärts-Trendkanals und sollten keine weiteren Eskalationen aus Washington vermeldet werden, sollte dieser Trendkanal auch weiterhin gelten.

In dieser Woche fällt die polnische Mittwochsauktion aus, weswegen an den restlichen Wochentagen insgesamt 9.230.500 Emissionsrechte an der EEX versteigert werden, was einem Minus von 14,2% gegenüber der Vorwoche entspricht.

             Instrument 16.01.2623.01.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)92,04 EUR88,40 EUR-3,64 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)75,05 EUR76,71 EUR+1,66 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))71,35 GBP68,32 GBP-3,03 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)75,80 GBP77,32 GBP+1,52 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)62,10 USD63,35 USD+1,25 USD
EURO (Forex)1,1599 USD1,1829 USD+0,0230 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 19.01.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

US-Präsident Donald Trump eskaliert einmal mehr und beharrt weiter auf seiner Forderung der Übernahme Grönlands durch die USA. Am Samstag hat er nun allen Staaten ab Februar Zölle in Höhe von 10% angekündigt, die sich gegen dieses Vorhaben stellen. Da das Thema Grönland auch in den Reihen der Republikaner nicht unumstritten ist, wird es in den kommenden Tagen für ausreichend Gesprächsstoff sorgen. Zumindest hat Trump eins erreicht – das Thema Epstein-Files ist derzeit nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses der Öffentlichkeit.

Auf der anderen Seiten hat EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das seit einem Vierteljahrhundert verhandelte Mercosur-Abkommen unterzeichnet, welches eine Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und wichtigen Staaten in Südamerika, namentlich Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay einrichtet und Belastungen durch Zölle in erheblichem Maß reduziert. Dies wird dem US-Präsidenten so gar nicht gefallen, da es die Absurdität seiner Zölle verdeutlicht, welche die Lebenshaltungskosten insbesondere in den USA verteuern.

Üblicherweise reagieren Finanz-, Rohstoff- und Energiemärkte nicht begeistert auf Zoll-Ankündigungen, aber da man bei Trump nie weiß, was als Nächstes kommt, könnte er auch wieder einmal eine Volte um 180 Grad drehen und die Zölle verschieben oder ganz aufheben. Von daher ist es nicht auszuschließen, dass die Märkte in dieser Woche weniger hysterisch reagieren, als noch zu Beginn des vergangenen Jahres.

In der vergangenen Handelswoche haben sich die Preise für Emissionsrechte im EU ETS1 um 2,8% gegenüber der Vorwoche verteuert, den Trendkanal nach oben durchbrochen und knapp oberhalb der oberen Linie des Trendkanals bei einem Kurs von 92,04 Euro im Benchmark-Kontrakt Dezember 2026 geschlossen.

Es bleibt abzuwarten, wie die Märkte nun mit Trumps Zoll-Erpressungen umgehen werden.

An der EEX werden in dieser Woche an allen fünf Börsentagen insgesamt 10.755.000 EUAs versteigert, was dem jeweils höchsten Wochenvolumen der ersten drei Quartale entspricht.

             Instrument 09.01.2616.01.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)89,56 EUR92,04 EUR+2,48 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)76,98 EUR75,05 EUR-1,93 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))69,02 GBP71,35 GBP+2,33 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)70,16 GBP75,80 GBP+5,64 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)61,75 USD62,10 USD+0,35 USD
EURO (Forex)1,1636 USD1,1599 USD-0,0037 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 12.01.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie der Thinktank Agora Energiewende ermittelte, sind Deutschlands Treibhausgasemissionen 2025 nur leicht um 1,5 Prozent auf etwa 640 Millionen Tonnen CO₂ gesunken. Damit wurde zwar das nationale Ziel eingehalten, jedoch resultierte der Rückgang vor allem aus einer weiterhin deutlich schwächelnden Industrie und mehr erneuerbarem Strom, während die Energiewirtschaft weniger sparen konnte. In der energieintensiven Industrie sanken die Emissionen wegen Produktionsrückgängen um rund 7,2 Prozent.

Agora bemängelt insbesondere langsame Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien in den durch den nationalen Emissionshandel bepreisten Sektoren Gebäuden und Verkehr. Trotz einem Rückgang der Gesamtemissionen um 49 Prozent seit 1990 verliert der Klimaschutz an Tempo. Wärmepumpen und Elektroautos legen zu, doch die Emissionen in Gebäude und Verkehr steigen weiterhin. Agora fordert daher erneut, den Trend bei klimafreundlichen Technologien stärker für Industrie und Klimaschutz zu nutzen.

Durch den kalten Jahresbeginn stieg der Öl- und Erdgasverbrauch in Gebäuden, was die Emissionen 2025 um rund 3 Millionen Tonnen CO2 erhöhte. Im Verkehrsbereich führten mehr Kraftstoffverbrauch und zu langsames Wachstum der Elektromobilität zu einem Anstieg um etwa 2 Millionen Tonnen CO2. Deutschland verfehlte dadurch erneut die EU-Klimaziele für Gebäude und Verkehr um rund 30 Millionen Tonnen CO2. Bis 2030 könnten daher zusätzliche Zertifikatskäufe von bis zu 34 Milliarden Euro nötig werden.

Und diese Ausgaben wären völlig unnötig, auch wenn Deutschland im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen in Höhe von 21,4 Milliarden Euro erzielt hat, was einem Plus von 15,7% gegenüber dem Vorjahr (18,5 Milliarden Euro) entspricht. Die Einnahmen fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds zur Finanzierung von Energie- und Klimaschutzprojekten.

Seit 2008 wurden insgesamt über 100 Milliarden Euro durch die Auktionen des Europäischen CO2-Emissionsrechtehandels und des seit 2021 begonnenen nationalen Emissionshandelssystems für Deutschland eingenommen.

In dieser Woche werden weitere 9.230.500 EUAs zur Versteigerung gelangen, darunter am Freitag 1.093.000 Zertifikate aus dem Kontingent Deutschlands, was dem Klima- und Transformationsfonds wiederum nahezu 100 Millionen Euro einbringen wird.

             Instrument 02.01.2609.01.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)88,31 EUR89,56 EUR+1,25 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)76,00 EUR76,98 EUR+0,98 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))68,70 GBP69,02 GBP+0,32 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)73,31 GBP70,16 GBP-3,15 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)60,34 USD61,75 USD+1,41 USD
EURO (Forex)1,1720 USD1,1636 USD-0,0084 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team