Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 23.03.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die EU sieht im Emissionshandel weiterhin ihr zentrales Klimapolitik-Instrument, sieht sich aber veranlasst, wegen steigender Energiepreise handeln, welche der Krieg derzeit im Iran verursacht. Mehrere Staats- und Regierungschefs forderten daher, den Emissionshandel besser gegen Preisschwankungen abzusichern und verlangen von der Kommission Vorschläge zur Senkung der Energiepreise. Weitere Beratungen folgen im Juni.

Dabei beabsichtigt die Europäische Kommission, Industrieunternehmen kurzfristig bei den CO2-Kosten zu entlasten und plant, die Marktstabilitätsreserve (MSR) zu erhöhen. Die MSR reguliert bereits jetzt das Angebot an Zertifikaten, um den europäischen Emissionshandel (EU ETS) zu steuern. Darüber hinaus sollen die Richtwerte für die kostenlose Vergabe von Emissionsrechten überarbeitet und die Anliegen der Industrie berücksichtigt werden. Laut Ursula von der Leyen will die Kommission beide Maßnahmen in den nächsten Tagen vorschlagen.

Zudem arbeitet die Kommission an einer umfassenden Reform des EU ETS. Laut von der Leyen soll diese Reform in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und relevanten Interessengruppen weiterentwickelt werden. Ein zentrales Element ist die geplante Verlängerung der Zuteilung kostenloser Emissionsrechte für die Industrie über das Jahr 2034 hinaus. Ziel dieser Maßnahme ist es, die hohen Volatilitäten beim Emissionshandel einzudämmen und dadurch mögliche Auswirkungen auf Strompreise sowie Lieferketten zu minimieren.

Die Preise der EU-Emissionsrechte befanden sich daher in der vergangenen Woche weiterhin unter Druck, wobei der Benchmark-Kontrakt in einer Spanne zwischen 63,07 und 70,35 Euro gehandelt wurde. Nachdem am Donnerstag ein 11-Monats-Tief markiert wurde, stiegen die EUAs am Freitag bis auf das Tageshoch von 69,80 Euro, nachdem die Ergebnisse der Konsultationen der Europäischen Kommission feststanden.

Auch in dieser Woche werden sich die Energiemärkte an den Entwicklungen im Nahen Osten und den politischen Entwicklungen zur geplanten Eindämmung der Energiepreise orientieren.

Am vergangenen Freitag hat die EEX den Handelskalender für den nationalen Emissionshandel aktualisiert. Die Auktionen sollen nun zwischen dem 01.07. und dem 28.10.2026 im Preiskorridor zwischen 55,00 und 65,00 Euro jeweils mittwochs zwischen 13:00 und 15:00 Uhr stattfinden. Hierbei werden jeweils 10.833.000 nEZ mit der Jahreskennung 2026 offeriert; in der letzten Auktion 6.000 mehr.

Die Änderung des Wochentags von Montag auf Mittwoch wurde aufgrund der Wünsche mehrerer Marktteilnehmer vorgenommen.

Zwischen Dienstag, dem 03.11. und Donnerstag, dem 03.12.2026 sollen dann die Festpreisauktionen mit unbegrenztem Volumen zum Preis von 68,00 Euro, jeweils dienstags und donnerstags zwischen 09:00 und 15:00 Uhr, stattfinden. Hier gab es keine Änderung.

             Instrument13.03.2620.03.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)69,16 EUR67,66 EUR-1,50 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)66,46 EUR66,54 EUR-0,08 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))39,54 GBP37,14 GBP-2,40 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)122,19 GBP151,46 GBP+29,27 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)81,97 USD85,87 USD+3,90 USD
EURO (Forex)1,1417 USD1,1572 USD+0,0155 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 16.03.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Treibhausgasemissionen in Deutschland gingen 2025 nur leicht gegenüber dem Vorjahr zurück, und zwar um knapp eine Million Tonnen oder 0,1 Prozent auf 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Seit 1990 wurden die Emissionen damit um 48 Prozent reduziert.

Die Energiewirtschaft verringerte hierbei ihren Ausstoß dank mehr erneuerbarer Energien; Verkehr und Gebäude verursachten jedoch mehr Emissionen. Der deutsche Wald nimmt inzwischen wieder mehr CO₂ auf als er abgibt. Insgesamt bleibt das Klimaziel bis 2030 erreichbar, aber dafür sind zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen nötig: Ab 2026 muss der jährliche Rückgang bei durchschnittlich 42 Millionen Tonnen CO₂ liegen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

2025 sanken die Emissionen des Energiesektors um 0,6 Mio. Tonnen auf 189,1 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie nahm zu, aber windarmes Wetter sorgte für weniger Windstrom als im Vorjahr. Ein Rekordwert von nahezu 21 Gigawatt neuer Windkraft-Genehmigungen war dabei zu verzeichnen. Die Bundesnetzagentur schloss zudem Genehmigungen für 2.000 Kilometer neue Stromleitungen ab.

Der Verkehrs- sowie der Gebäudesektor, welche vom nationalen Emissionshandel bepreist werden, bleiben problematisch. 2025 verursachte der Verkehrssektor 146,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente – ein Anstieg um 2,1 Mio. Tonnen. Die Elektromobilität legte stark zu und verhinderte einen noch höheren Anstieg der Emission. Über 180.000 öffentliche Ladepunkte stehen nun bereit und fast jeder fünfte neue Pkw ist rein elektrisch – ein Plus von 45 Prozent gegenüber 2024. Neue Modelle, hohe Treibstoffkosten sowie staatliche Förderung könnten diesen Trend weiter antreiben.

Im vergangenen Jahr stiegen die Emissionen im Gebäudesektor um 3,4 Mio. Tonnen auf 103,4 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente, vor allem wegen kalter Heizperioden. Der Umstieg auf klimafreundliche Energien läuft langsam, aber Wärmepumpen gewinnen an Akzeptanz und überholen erstmals Gasheizungen mit 299.000 Verkäufen – ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Technologischer Fortschritt, sinkende Kosten und mehr Installationsmöglichkeiten treiben diese Entwicklung.

Im letzten Jahr sanken die Industrieemissionen hauptsächlich durch die andauernd schwache Konjunktur auf 144,1 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente – das sind 5,6 Mio. Tonnen bzw. 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptfaktoren waren geringere Produktionszahlen in energieintensiven Branchen und ein Rückgang fossiler Energieträger. Zentrale Zukunftstechnologien sind auch hier die Elektrifizierung, grüner Wasserstoff und CO₂-arme Verfahren, deren Umsetzung jedoch bislang nur langsam voranschreitet.

Die Treibhausgasemissionen der Land- und Abfallwirtschaft veränderten sich hingegen kaum im Vergleich zu 2024.

In der vergangenen Woche haben sich die Preise im Europäischen Emissionshandelssystem EU ETS im Benchmark-Kontrakt in einer Range zwischen 67,60 und 74,48 Euro bewegt und gegenüber der Vorwoche mit einem moderaten Minus von 2% bei 69,16 Euro geschlossen.

Richtungsweisend war wie in den Vorwochen der Krieg in Nahost, der insbesondere die Preise in den Energiemärkten bewegt und somit auch Einfluss auf die Industrieproduktion und das Verbraucherverhalten mit sich bringt.

Den USA und Israel ist es bislang nicht gelungen, die Straße von Hormus für die Durchfahrt der Tankschiffe zu sichern, was somit weiterhin ein Fünftel des globalen Ölhandels beeinträchtigt.

Von einem schnellen Kriegsende ist aktuell nicht auszugehen, da Iran weiterhin ausreichend Kapazitäten hat, um sich zu verteidigen und zusätzlich Angriffe auf mit den USA verbündete Staaten in der Region auszuüben.

Solange diese Situation vorherrscht, werden die Preise für Rohöl, Gas und die daran anhängenden Raffinerieprodukte wie Heizöl, Diesel und Benzin auf einem hohen Niveau bleiben.

Sollten keine weiteren fundamentalen Einflüsse hinsichtlich des Nahostkonflikts kommen und auch keine neuen politischen Aussagen zum EU ETS ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die EUAs auch in dieser Woche im groben Bereich um die 70 Euro bewegen werden.

An der EEX werden in dieser Woche an allen fünf Handelstagen insgesamt 10.755.000 EUAs zur Auktion gelangen.

             Instrument06.03.2613.03.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)70,57 EUR69,16 EUR-1,41 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)68,50 EUR66,46 EUR-2,04 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))40,09 GBP39,54 GBP-0,55 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)123,67 GBP122,19 GBP-1,48 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)74,17 USD81,97 USD+7,80 USD
EURO (Forex)1,1618 USD1,1417 USD-0,0201 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 09.03.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der vergangenen Weltklimakonferenz im brasilianischen Belem wurde ein neuer Mechanismus für internationale Klimaschutzprojekte entwickelt, der sogenannte Paris Agreement Crediting Mechanism, kurz PACM. Dieser ist der Nachfolger des Clean Development Mechanism (CDM), welcher 1997 durch das Kyoto-Protokoll beschlossen wurde und ab 2001 zur Anwendung kam.  

Der PACM ermöglicht es Ländern, Unternehmen und Organisationen, in verifizierte Emissionsminderungs- oder Entnahmeprojekte zu investieren, um deren Klimaziele zu erreichen. Es werden hierbei zwei Arten von Zertifikaten ausgegeben, zum Einen sogenannte Authorised Emission Reductions (AERs) und zum Anderen Mitigation Contribution Units (MCUs).

Hierbei soll durch strenge Prüf- und Zulassungsverfahren insbesondere das Vertrauen in derartige Projektmechanismen gestärkt werden. Die handelbaren CO2-Zertifikate können neben der partiell eigenen Anrechnung zur Reduktionsminderung von Ländern auch für die Luftfahrt unter dem CORSIA-Mechanismus Verwendung finden. Auch Unternehmen können ihre Treibhausgasemissionen mit AERs und MCUs kompensieren, ob es zukünftig eine anteilige Nutzung im Rahmen der Abgabepflicht des EU ETS geben wird, ist indes noch ungewiss.

Nun hat die UN-Klimaschutzorganisation UNFCCC in der vergangenen Woche die ersten Emissionszertifikate genehmigt, die im Rahmen des neuen PACM-Mechanismus der Vereinten Nationen vergeben werden. Bei dem ersten Projekt handelt es sich um saubere Kochherde in Myanmar, die von südkoreanischen Unternehmen finanziert wurden. Es ist das erste von insgesamt 165 Projekten, das vom bisherigen Clean Development Mechanism (CDM), der Ende dieses Jahres ausläuft, auf den PACM übertragen wurde.

Der Transit durch die Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, ist blockiert. Die iranischen Revolutionsgarden drohen, jedes Schiff zu attackieren, das die Meerenge passieren will. Die Transportströme sind daher erheblich beeinträchtigt. Bei längerer Blockade drohen Lieferengpässe und negative Folgen für die Weltwirtschaft. Zusätzliche Zinserhöhungen dürften ausbleiben, Zinssenkungen könnten sich verzögern.

Die Energiemärkte haben darauf bereits deutlich sichtbar reagiert. Auch wenn Rohöl der Sorte Brent im Dezember-Future noch relativ moderat auf 74,17 USD angestiegen ist, schloss der Spotmarkt am vergangenen Freitag bei 92,61 US-Dollar. Der britische Gas-Benchmark-Kontrakt legte letzte Woche knapp 50% auf 123,67 GBP zu, Lieferungen im April verteuerten sich auf 137,42 GBP.

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu reduzieren, hat unter anderem China den Export von Diesel und Benzin bei den größten Raffinerien gestoppt und die US-Regierung versucht, die Folgen des Kriegs für die weltweite Energieversorgung zu begrenzen, indem sie den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus mit staatlichen Risikoversicherungen und Marine-Eskorten abzusichern gedenkt.

Trotz dieser für die Konjunktur belastenden Umstände deutet sich für die EU Emissionsrechte eine Bodenbildung im Bereich um die 70 Euro an, weswegen sie auf Wochenschlusskursbasis mit einem kleinen Plus von 0,4% aus dem Handel gegangen sind.

Auf fundamentaler Seite wird in dieser Woche die Entwicklung in Nahost von weiterer Bedeutung bleiben.

             Instrument27.02.2606.03.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)70,29 EUR70,57 EUR+0,28 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)67,10 EUR68,50 EUR+1,40 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))46,14 GBP40,09 GBP-6,05 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)82,48 GBP123,67 GBP+41,19 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)73,15 USD74,17 USD+1,02 USD
EURO (Forex)1,1806 USD1,1618 USD-0,0188 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 02.03.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Kinder und jungen Erwachsenen, die mit der Bewegung Fridays for Future viel Aufmerksamkeit erlangt haben, protestieren gegen eine Klimapolitik, die ihnen nicht ambitioniert genug erscheint, um ihre Zukunft und die der folgenden Generationen lebenswert zu gestalten. Inzwischen wurde diese Befürchtung durch die Realität sich dramatisch häufender Umweltkatastrophen überholt; es ist eindeutig, dass der voranschreitende Klimawandel bereits heute unseren Wohlstand bedroht. Bei aller Unsicherheit über ihr genaues Ausmaß ist unzweifelhaft, dass die Kosten von Klimaschäden die Kosten der Vermeidung des Klimawandels deutlich übersteigen werden.

Vor diesem Hintergrund könnte man eine klare, stringente Politik erwarten, die durch eindeutige Botschaften und Entscheidungen den klimaökonomischen Rahmen setzt. Doch der extreme US-amerikanische Kurswechsel könnte sich auch vermehrt in der europäischen Klimadiplomatie abbilden. Als Höhepunkt dieser Politik hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump am 12. Februar die sogenannte Gefährdungsfeststellung von 2009 aufgehoben, die Treibhausgase wie CO2 als gesundheitsgefährdend einstufte und die Grundlage für viele Umweltgesetze bildete. Trump und die US-Umweltbehörde argumentierten, diese Regelungen schadeten der Wirtschaft, weshalb sie nicht mehr angewendet werden sollen. Viele Umweltverbände und einzelne Bundesstaaten haben bereits angekündigt, dagegen juristisch vorzugehen.

Die EU-Mitgliedstaaten Schweden, Dänemark, Finnland und Luxemburg machten ebenfalls deutlich, dass sie diese Vogel-Strauß-Strategie ablehnen, und warnten davor, den neuen EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) weiter zu verschieben oder durch strukturelle Eingriffe zu entkernen. Parallel arbeitet der Europäische Rat an einer technischen Nachschärfung der Regelung zur Marktstabilitätsreserve (MSR), damit bei Preisspitzen schneller zusätzliche Zertifikate in den Markt gelangen. Es ist zu hoffen, dass es bei dieser einen Feinjustierung bleibt, damit das Klimasignal nicht weiter geschwächt wird und Investitionen wegen unsicherer politischer Rahmenbedingungen ausbleiben oder gar klimaschädlich umgesetzt werden.

EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra hat in der vergangenen Woche in einem Interview der These widersprochen, wonach Klimapolitik der Haupttreiber hoher Energiepreise sei. Seine Agenda setzte vielmehr auf Nachfrageschaffung für saubere Produkte, beschleunigten Netzausbau und massive Kapazitätsausweitungen bei Batterien, Solar und Wind — das soll langfristig Preise senken, Unabhängigkeit stärken und Arbeitsplätze sichern. Kurzfristig nennt er Bürokratieabbau und nationale Steuerhebel als Entlastungsoptionen für die Wirtschaft. Für Hoekstra gilt: Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie müssen zusammen gedacht werden, damit energieintensive Industrie in Europa bleibt. Dabei darf der soziale Ausgleich nicht auf der Strecke bleiben.

Am vergangenen Samstag hat das US-Militär, nicht ganz unerwartet, umfangreiche Angriffe gegen das Regime in Teheran begonnen. Zeitgleich startete auch Israel einen Präventivschlag gegen den Iran. Der Preis für die Ölsorte Brent erreichte zum Settlement ein Siebenmonatshoch; im heutigen frühen Handel haben sie wie erwartet zunächst weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im April verteuerte sich in den ersten Handelsminuten um bis zu fast 10 Dollar oder 14 Prozent und kostete mit 82,37 Dollar so viel wie seit Januar 2025 nicht mehr. Nach den zunächst zweistelligen Zuwächsen zum Handelsbeginn gaben die Ölpreise bis 0.30 Uhr wieder einen Teil ihrer Gewinne ab, lagen aber immer noch mit rund neun Prozent im Plus.

Die EUA-Preise haben nach dem vorherigen Aufschwung eine schwächere Handelswoche hinter sich, in der sie sämtliche Zugewinne aus der Vorwoche wieder einbüßten. Die stärkste Zäsur erlebte der Markt am Donnerstag, als der Preis innerhalb von nur einer Stunde um mehr als 3 Euro nachgab. Das rief etliche Compliance-Käufer auf den Plan, was unter dem Strich zu einer leichten Erholung bis zum Settlement am Freitag führte.

            Instrument20.02.2627.02.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)73,78 EUR70,29 EUR-3,49 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)66,64 EUR67,10 EUR+0,46 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))47,62 GBP46,14 GBP-1,48 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)80,98 GBP82,48 GBP+1,50 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)67,43 USD73,15 USD+5,72 USD
EURO (Forex)1,1728 USD1,1806 USD+0,0078 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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