Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 09.03.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der vergangenen Weltklimakonferenz im brasilianischen Belem wurde ein neuer Mechanismus für internationale Klimaschutzprojekte entwickelt, der sogenannte Paris Agreement Crediting Mechanism, kurz PACM. Dieser ist der Nachfolger des Clean Development Mechanism (CDM), welcher 1997 durch das Kyoto-Protokoll beschlossen wurde und ab 2001 zur Anwendung kam.  

Der PACM ermöglicht es Ländern, Unternehmen und Organisationen, in verifizierte Emissionsminderungs- oder Entnahmeprojekte zu investieren, um deren Klimaziele zu erreichen. Es werden hierbei zwei Arten von Zertifikaten ausgegeben, zum Einen sogenannte Authorised Emission Reductions (AERs) und zum Anderen Mitigation Contribution Units (MCUs).

Hierbei soll durch strenge Prüf- und Zulassungsverfahren insbesondere das Vertrauen in derartige Projektmechanismen gestärkt werden. Die handelbaren CO2-Zertifikate können neben der partiell eigenen Anrechnung zur Reduktionsminderung von Ländern auch für die Luftfahrt unter dem CORSIA-Mechanismus Verwendung finden. Auch Unternehmen können ihre Treibhausgasemissionen mit AERs und MCUs kompensieren, ob es zukünftig eine anteilige Nutzung im Rahmen der Abgabepflicht des EU ETS geben wird, ist indes noch ungewiss.

Nun hat die UN-Klimaschutzorganisation UNFCCC in der vergangenen Woche die ersten Emissionszertifikate genehmigt, die im Rahmen des neuen PACM-Mechanismus der Vereinten Nationen vergeben werden. Bei dem ersten Projekt handelt es sich um saubere Kochherde in Myanmar, die von südkoreanischen Unternehmen finanziert wurden. Es ist das erste von insgesamt 165 Projekten, das vom bisherigen Clean Development Mechanism (CDM), der Ende dieses Jahres ausläuft, auf den PACM übertragen wurde.

Der Transit durch die Straße von Hormus, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, ist blockiert. Die iranischen Revolutionsgarden drohen, jedes Schiff zu attackieren, das die Meerenge passieren will. Die Transportströme sind daher erheblich beeinträchtigt. Bei längerer Blockade drohen Lieferengpässe und negative Folgen für die Weltwirtschaft. Zusätzliche Zinserhöhungen dürften ausbleiben, Zinssenkungen könnten sich verzögern.

Die Energiemärkte haben darauf bereits deutlich sichtbar reagiert. Auch wenn Rohöl der Sorte Brent im Dezember-Future noch relativ moderat auf 74,17 USD angestiegen ist, schloss der Spotmarkt am vergangenen Freitag bei 92,61 US-Dollar. Der britische Gas-Benchmark-Kontrakt legte letzte Woche knapp 50% auf 123,67 GBP zu, Lieferungen im April verteuerten sich auf 137,42 GBP.

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu reduzieren, hat unter anderem China den Export von Diesel und Benzin bei den größten Raffinerien gestoppt und die US-Regierung versucht, die Folgen des Kriegs für die weltweite Energieversorgung zu begrenzen, indem sie den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus mit staatlichen Risikoversicherungen und Marine-Eskorten abzusichern gedenkt.

Trotz dieser für die Konjunktur belastenden Umstände deutet sich für die EU Emissionsrechte eine Bodenbildung im Bereich um die 70 Euro an, weswegen sie auf Wochenschlusskursbasis mit einem kleinen Plus von 0,4% aus dem Handel gegangen sind.

Auf fundamentaler Seite wird in dieser Woche die Entwicklung in Nahost von weiterer Bedeutung bleiben.

             Instrument27.02.2606.03.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)70,29 EUR70,57 EUR+0,28 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)67,10 EUR68,50 EUR+1,40 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))46,14 GBP40,09 GBP-6,05 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)82,48 GBP123,67 GBP+41,19 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)73,15 USD74,17 USD+1,02 USD
EURO (Forex)1,1806 USD1,1618 USD-0,0188 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 02.03.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Kinder und jungen Erwachsenen, die mit der Bewegung Fridays for Future viel Aufmerksamkeit erlangt haben, protestieren gegen eine Klimapolitik, die ihnen nicht ambitioniert genug erscheint, um ihre Zukunft und die der folgenden Generationen lebenswert zu gestalten. Inzwischen wurde diese Befürchtung durch die Realität sich dramatisch häufender Umweltkatastrophen überholt; es ist eindeutig, dass der voranschreitende Klimawandel bereits heute unseren Wohlstand bedroht. Bei aller Unsicherheit über ihr genaues Ausmaß ist unzweifelhaft, dass die Kosten von Klimaschäden die Kosten der Vermeidung des Klimawandels deutlich übersteigen werden.

Vor diesem Hintergrund könnte man eine klare, stringente Politik erwarten, die durch eindeutige Botschaften und Entscheidungen den klimaökonomischen Rahmen setzt. Doch der extreme US-amerikanische Kurswechsel könnte sich auch vermehrt in der europäischen Klimadiplomatie abbilden. Als Höhepunkt dieser Politik hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump am 12. Februar die sogenannte Gefährdungsfeststellung von 2009 aufgehoben, die Treibhausgase wie CO2 als gesundheitsgefährdend einstufte und die Grundlage für viele Umweltgesetze bildete. Trump und die US-Umweltbehörde argumentierten, diese Regelungen schadeten der Wirtschaft, weshalb sie nicht mehr angewendet werden sollen. Viele Umweltverbände und einzelne Bundesstaaten haben bereits angekündigt, dagegen juristisch vorzugehen.

Die EU-Mitgliedstaaten Schweden, Dänemark, Finnland und Luxemburg machten ebenfalls deutlich, dass sie diese Vogel-Strauß-Strategie ablehnen, und warnten davor, den neuen EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) weiter zu verschieben oder durch strukturelle Eingriffe zu entkernen. Parallel arbeitet der Europäische Rat an einer technischen Nachschärfung der Regelung zur Marktstabilitätsreserve (MSR), damit bei Preisspitzen schneller zusätzliche Zertifikate in den Markt gelangen. Es ist zu hoffen, dass es bei dieser einen Feinjustierung bleibt, damit das Klimasignal nicht weiter geschwächt wird und Investitionen wegen unsicherer politischer Rahmenbedingungen ausbleiben oder gar klimaschädlich umgesetzt werden.

EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra hat in der vergangenen Woche in einem Interview der These widersprochen, wonach Klimapolitik der Haupttreiber hoher Energiepreise sei. Seine Agenda setzte vielmehr auf Nachfrageschaffung für saubere Produkte, beschleunigten Netzausbau und massive Kapazitätsausweitungen bei Batterien, Solar und Wind — das soll langfristig Preise senken, Unabhängigkeit stärken und Arbeitsplätze sichern. Kurzfristig nennt er Bürokratieabbau und nationale Steuerhebel als Entlastungsoptionen für die Wirtschaft. Für Hoekstra gilt: Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie müssen zusammen gedacht werden, damit energieintensive Industrie in Europa bleibt. Dabei darf der soziale Ausgleich nicht auf der Strecke bleiben.

Am vergangenen Samstag hat das US-Militär, nicht ganz unerwartet, umfangreiche Angriffe gegen das Regime in Teheran begonnen. Zeitgleich startete auch Israel einen Präventivschlag gegen den Iran. Der Preis für die Ölsorte Brent erreichte zum Settlement ein Siebenmonatshoch; im heutigen frühen Handel haben sie wie erwartet zunächst weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) zur Lieferung im April verteuerte sich in den ersten Handelsminuten um bis zu fast 10 Dollar oder 14 Prozent und kostete mit 82,37 Dollar so viel wie seit Januar 2025 nicht mehr. Nach den zunächst zweistelligen Zuwächsen zum Handelsbeginn gaben die Ölpreise bis 0.30 Uhr wieder einen Teil ihrer Gewinne ab, lagen aber immer noch mit rund neun Prozent im Plus.

Die EUA-Preise haben nach dem vorherigen Aufschwung eine schwächere Handelswoche hinter sich, in der sie sämtliche Zugewinne aus der Vorwoche wieder einbüßten. Die stärkste Zäsur erlebte der Markt am Donnerstag, als der Preis innerhalb von nur einer Stunde um mehr als 3 Euro nachgab. Das rief etliche Compliance-Käufer auf den Plan, was unter dem Strich zu einer leichten Erholung bis zum Settlement am Freitag führte.

            Instrument20.02.2627.02.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)73,78 EUR70,29 EUR-3,49 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)66,64 EUR67,10 EUR+0,46 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))47,62 GBP46,14 GBP-1,48 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)80,98 GBP82,48 GBP+1,50 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)67,43 USD73,15 USD+5,72 USD
EURO (Forex)1,1728 USD1,1806 USD+0,0078 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 23.02.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch wenn man den Glauben daran fast verloren haben könnte – es gibt sie noch, die funktionierenden Institutionen in den USA.

Am Freitag hat der Oberste Gerichtshof der USA entscheidende Zölle der Trump-Regierung zurückgewiesen. Das Gericht stellte fest, dass das Weiße Haus ein altes Notstandsgesetz nicht nutzen durfte, um im letzten Jahr „reziproke“ Zölle gegen fast alle Handelspartner zu erheben. Laut Urteil waren auch Zölle auf Waren aus Mexiko, Kanada und China rechtswidrig.

Das Urteil fiel mit 6 zu 3 Stimmen. Drei konservative Richter lehnten Trumps Argument trotz ihrer Nähe zur Tradition einer starken Präsidentschaft ab.

Donald Trump wirkt mittlerweile sichtlich angeschlagen und das Urteil des Supreme Court hat dem US-Präsidenten eine starke narzisstische Kränkung zugefügt, wie man an seinem Verhalten auf der danach folgenden Pressekonferenz in Bezug auf die beleidigenden Äußerungen hinsichtlich der Richter unschwer erkennen konnte.

Daraufhin wollte Trump zuerst Zölle in Höhe von 10% erheben, danach waren es am Samstag 15%, was jedoch nur für den Zeitraum von 150 Tagen gemäß der neuen ins Spiel gebrachten rechtlichen Grundlagen möglich ist. Rechtliche Gegenreaktionen gelten als wahrscheinlich.

Auf die USA wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den nächsten Wochen eine Klagewelle betroffener Unternehmen zukommen, der gesamte Streitwert soll 175 Milliarden US-Dollar betragen.

Bundeskanzler Friedrich Merz will nun Anfang März in die USA fliegen, wo auch dieses Thema auf der Agenda stehen wird.

Bereits in der vergangenen Woche hat sich der Bundeskanzler wieder klar zum Emissionshandel bekannt, auch wenn dieser Reformfähigkeit haben soll. Zudem setzt er auf eine Rückverteilung der Einnahmen durch die Schaffung eines „Klimagelds“, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen bei Beibehaltung der Steuerungswirkung.

Umweltminister Carsten Schneider fordert derweil in Brüssel, der Chemieindustrie mehr kostenlose Emissionsrechte zur Verfügung zu stellen als bisher geplant. Laut dem SPD-Politiker steht die Branche weltweit unter Druck, weshalb kurzfristig realistischere Richtlinien für die Vergabe von Emissionsrechten erforderlich sind.

Diese Maßnahme könne die Chemieindustrie entlasten, dürfe jedoch nicht die einzige bleiben. Schneider hob hervor, dass der Emissionshandel erfolgreich Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke verbinde. Dennoch müssten die Rahmenbedingungen so angepasst werden, dass Deutschland und Europa als Chemiestandorte wettbewerbsfähig bleiben. Die Gesamtzahl der CO2-Zertifikate soll dabei jedoch unverändert bleiben.

Alles in allem hat der Markt für EU-Emissionsrechte diese politischen Signale in der vergangenen Handelswoche positiv bewertet und nach einer Bodenbildung im Bereich um die 69 Euro das erste Mal seit der dritten Kalenderwoche 2026 auf Wochenschlusskursbasis im Plus geschlossen.  

Die EUAs legten 4,4% zu und retteten sich am Mittwoch wieder über die psychologisch wichtige Marke von 70 Euro, nachdem sie am Montag ein Neun-Monats-Tief bei 68,11 im Benchmark-Kontrakt markierten.

Die Reaktion der Märkte auf die am Wochenende nunmehr 15% angekündigten Zölle noch nicht erfolgt ist, sollte diese Handelswoche von einer entsprechenden Volatilität gekennzeichnet sein.

             Instrument 13.02.2620.02.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)70,68 EUR73,78 EUR+3,10 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)65,82 EUR66,64 EUR+0,82 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))45,50 GBP47,62 GBP+2,12 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)78,35 GBP80,98 GBP+2,63 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)64,69 USD67,43 USD+2,74 USD
EURO (Forex)1,1869 USD1,1728 USD-0,0087 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 16.02.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Vulnerabilität des Europäischen Emissionshandelssystems EU ETS hätte nicht besser demonstriert werden können, als in den vergangenen beiden Wochen.

Sobald Äußerungen von politischer Seite fallen, welche die Wirksamkeit des funktionierenden Emissionshandelssystems konterkarieren, reagiert der Kurs mit extrem hoher Volatilität.

Nachdem es schon zu deutlichen Kurseinbußen kam, als Gerüchte die Runde machten, dass das EU ETS bei den Reformvorschlägen Mitte dieses Jahres abgeschwächt werden könnte, da es aufgrund der Reduzierung des Ziels, die Treibhausgasemissionen 2040 nicht mehr um 90% sondern um 80 bis 85% zu vermindern entsprechenden Spielraum gäbe, waren neuerliche Äußerung von politischer Ebene wiederum Kursbeeinflussend.

Insbesondere Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz am vergangenen Mittwoch hinsichtlich einer „Verschiebung des EU ETS“ haben an den letzten beiden Tagen der vergangenen Woche einen weiteren signifikanten Kurseinbruch ausgelöst und dazu geführt, dass die Preise für EU Emissionsrechte bis fast zur 70-Euro-Marke eingebrochen sind.

Was Friedrich Merz mit seiner Äußerung meinte, kann nur vermutet werden. Entweder ging es um eine weitere Verschiebung des EU ETS 2 oder beim EU ETS 1 um die Senkung des linearen Reduktionsfaktors der Zertifikatemengen von 4,3% auf 4,4%; vielleicht war auch die Verlängerung der Zuteilung kostenloser Zertifikate an die Industrie gemeint.

Der Druck von Teilen der Chemiebranche auf Brüssel wurde insbesondere dadurch genährt, dass sie erkannt hat, dass man mit ausreichender Lobbyarbeit viel erreichen kann, wie es die Autolobby beim Verbrenner-Verbot vorgemacht hat.

Beim Industriegipfel in Antwerpen hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jedoch nicht die gewünschten Zugeständnisse angekündigt, vielmehr sollen mehr Mittel aus den Einnahmen des EU ETS in die betroffenen Branchen fließen, schließlich hätten die EU-Mitgliedsstaaten von den bislang ca. 260 Milliarden Euro lediglich fünf Prozent in die Treibhausgasminderung der Industrie investiert.

Solange hier keine finalen Beschlüsse getroffen sind, wird die Volatilität des EU ETS hoch bleiben und auf entsprechende Äußerungen zu den Reformplänen reagieren.

Dies gibt Compliance-Käufern derzeit günstige Kaufgelegenheiten und auch Spekulanten Chancen auf profitable Trades.

In der vergangenen Handelswoche hat der Kurs der EUAs weitere 10,2% verloren; seit dem 27-Monats-Hoch am 15.01.2026 von 93,80 Euro im Benchmark-Kontrakt fiel der Kurs sogar um 24,8% auf den tiefsten Stand seit Anfang Mai vergangenen Jahres.

Auch der Terminkontrakt der EUA2 bewegte sich um 11,2% nach unten, die britischen Emissionsrechte UKA verbilligten sich im Sog der EUAs gar um knapp 20%.

In dieser Handelswoche wird es interessant sein, ob die EUAs die Marke von 70 Euro halten können, die nächsten relevanten technischen Support-Level sind sonst etwas oberhalb der 60-Euro-Marke anzutreffen. Technische Widerstände nach oben zeigen sich speziell bei der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 79,06 Euro liegt.

An der EEX werden in dieser Woche insgesamt 10.755.000 EUAs an allen fünf Handelstagen versteigert.

             Instrument 06.02.2613.02.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)78,73 EUR70,68 EUR-8,05 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)74,09 EUR65,82 EUR-8,27 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))56,69 GBP45,50 GBP-11,19 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)80,29 GBP78,35 GBP-1,94 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)65,26 USD64,69 USD-0,57 USD
EURO (Forex)1,1816 USD1,1869 USD+0,0053 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 09.02.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Leipziger Energiebörse EEX hat gemeinsam mit der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) des Umweltbundesamtes den vorläufigen Veräußerungskalender für die Versteigerung von nationalen Emissionszertifikaten (nEZ) gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetzt (BEHG) im Jahr 2026 veröffentlicht.

Erstmals werden in diesem Jahr nEHS-Zertifikate an der EEX in einer Preisspanne zwischen 55,00 EUR und 65,00 EUR versteigert. Die Auktionen finden einmal pro Woche montags von 13:00 bis 15:00 Uhr statt. Der erste Termin ist für den 6. Juli 2026 vorgesehen, das letzte Auktionsdatum im Jahr wird voraussichtlich der 2. November 2026 sein.

Die gesamte zur Auktion geplante Menge basiert auf einer vorläufigen Schätzung von 195 Millionen nEZ. Die endgültige Versteigerungsmenge gibt die DEHSt spätestens bis zum 30. April 2026 bekannt; anschließend passt die EEX den Kalender entsprechend an. Wöchentlich werden somit 10.833.000 nEZ26 versteigert, in der letzten Auktion im Dezember sind es 6.000 mehr.

Da im Jahr 2025 insgesamt 294 Millionen nEZ im Rahmen des letzten Jahres der Festpreisphase versteigert wurden, führt dies zu einer rechnerischen Mindermenge von knapp 100 Millionen Zertifikaten im Rahmen der Auktionen, welche dann mit unlimitiertem Volumen zum Preis von 68,00 EUR ebenfalls wöchentlich zwischen dem 3. November und dem 3. Dezember 2026 erworben werden können. Letztendlich bedeutet dies, dass ca. 1/3el der Zertifikate zum Preis von 68,00 Euro zur Erfüllung der Abgabepflicht erworben werden müssen, sollte der Bedarf dem des Vorjahres entsprechen.

Da mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht abgabepflichtige Investoren versuchen werden, sich günstig bei den Auktionen einzudecken und die Zertifikate auf dem Zweitmarkt gewinnbringend zu veräußern, sind Compliance-Käufer gut beraten, wenn sie die Kalkulationen für ihre Preisgestaltungen entsprechend anpassen.

Im EU ETS werden an der EEX in dieser Woche an vier Tagen insgesamt 9.230.500 Emissionsrechte versteigert, deren Kurs auch in der vergangenen Handelswoche weiterhin unter Druck war.

Grund hierfür sind mögliche Pläne der EU zur Entlastung der energieintensiven europäischen Industrie. Diese soll laut Handelsblatt, das sich auf EU-Beamte beruft, länger als ursprünglich geplant kostenlose CO2-Zertifikate erhalten. Die EU-Kommission plant offenbar, den Emissionshandel (ETS) zu lockern und die kostenlose Vergabe von Emissionsrechten über das Jahr 2034 hinaus fortzusetzen.

Auch die Versteigerung von Zertifikaten im ETS könnte bis nach 2039 verschoben werden. Nach aktueller Gesetzeslage dürften Unternehmen ab diesem Zeitpunkt keine kostenlosen Zertifikate mehr bekommen und müssten klimaneutral produzieren. Die Kommission möchte ihren Vorschlag dazu im Juli vorlegen.

Im vergangenen Herbst haben die EU-Staaten entschieden, den CO2-Ausstoß bis 2040 um 80 bis 85 Prozent zu reduzieren, anstatt wie von der Kommission zuvor vorgeschlagen um 90 Prozent. Dadurch hat die EU nun mehr Flexibilität, das ETS abzuschwächen. Das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, bleibt indes weiterhin bestehen.

Da die EUAs den bullishen Trendkanal nun nachhaltig verlassen haben und sich nun ein bearisher Kanal herausgebildet hat, bleibt abzuwarten, wie lange dieses negative Sentiment anhalten wird.

Die Handelsspanne des Benchmark-Kontrakts lag in der vergangenen Woche zwischen 84,84 und 76,20 EUR, wobei der Schlusskurs am Freitag ein wöchentliches Minus von 3,1% aufwies.  

Da der neue Trendkanal relativ breit ist, könnten die EUAs die 80-Euro-Marke wieder nach oben durchbrechen, was jedoch nichts weiter als die Bestätigung des aktuellen Trends sein könnte. Es wäre jedoch genauso wenig auszuschließen, dass sich der Markt nun mit der 75-Euro-Marke beschäftigt.

             Instrument 30.01.2606.02.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)81,26 EUR78,73 EUR-2,53 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)75,12 EUR74,09 EUR-1,03 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))61,89 GBP56,69 GBP-5,20 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)81,48 GBP80,29 GBP-1,19 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)66,02 USD65,26 USD-0,76 USD
EURO (Forex)1,1851 USD1,1816 USD-0,0035 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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