Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 20.07.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

am vergangenen Freitag wurden die Reformvorschläge der Europäischen Kommission zum Europäischen Emissionshandelssystem EU ETS 1 bekanntgegeben.

Sinn und Zweck der Reform ist es, den Emissionshandel als zentrales Klimaschutzinstrument der Europäischen Union zu stärken und ihn auf das europäische Klimaziel 2040 sowie die Klimaneutralität Europas bis spätestens 2050 ausrichten. Zugleich sollen zusätzliche Flexibilitäten für die industrielle Transformation in Europa geschaffen werden.

So schlägt die EU Kommission konkret vor, ab 2031 mehr Zertifikate in den Versteigerungen bereitzustellen. Bislang war vorgesehen, die Menge der Zertifikate bis 2027 jährlich um 4,3 Prozent und ab 2028 um 4,4 Prozent linear zu reduzieren. Künftig soll die Verringerung weniger stark ausfallen. Gemäß den Reformvorschlägen soll sie von 2031 bis 2035 bei 3,7 Prozent und von 2036 bis 2040 bei 1,7 Prozent liegen.

Die kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten an besonders stark emittierende Industriesektoren soll zeitlich bis 2038 verlängert werden und die Zuführung in die Marktstabilitätsreserve durch Kürzung der Auktionsvolumina wurde von 24% auf 12% reduziert.

Damit sieht sich die Kommission weiterhin auf Kurs, das EU-Klimaziel zu erreichen: Bis 2040 sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 90 Prozent sinken und bis 2050 ist weiterhin die kalkulatorische Klimaneutralität der EU angestrebt.

Zudem sollen in Zukunft auch Müllverbrennungsanlagen verpflichtend am EU ETS1 teilnehmen.

Die Reaktionen der Marktteilnehmer am vergangenen Freitag zogen die EUAs im Benchmark-Kontrakt zuerst in den Keller mit einem Tages- und Wochentief von 76,92 Euro, jedoch erholte sich der Kurs bis zum Ende der Handelswoche auf 79,11 Euro. Das Tageshoch am Freitag belief sich auf 80,98 und das Wochenhoch markierte am Mittwoch den Wert von 82,18 Euro.

Aufgrund der Beendigung der Auktionen für den Innovationsfonds der EU hat die EEX Anfang vergangener Woche den neuen Auktionskalender für das EU ETS1 veröffentlicht. So werden regulär bis Ende August nun wöchentlich 9.119.500 EUAs versteigert; in den Wochen ohne polnische Auktionen 1.380.000 Emissionsrechte weniger. Ab September erhöht sich das wöchentliche Volumen auf 16.487.000 EUAs, in den Wochen mit jeweils zweiwöchentlich nicht stattfindenden polnischen Auktionen werden 13.693.000 EUAs offeriert.  

Auch die dritte Auktion im nationalen Emissionshandel Deutschlands mit dem Preiskorridor von 55€ bis 65€ wurde erwartungsgemäß zum Höchstkurs von 65 Euro abgeschlossen. Da wiederum die 65€-Regelung in Kraft getreten ist, wurden an Stelle der 10,67 Mio. nEZ26 erneut 21,3 Millionen Zertifikate versteigert, womit ein Drittel der Gesamtauktionsmenge bereits versteigert wurde.

Insgesamt haben 106 Bieter teilgenommen, von denen 105 Zertifikate zum Preis von 65 Euro zugeteilt bekamen. Die Gesamtgebotsmenge betrug am vergangenen Mittwoch 411 Millionen Zertifikate (Vorwoche 358 Mio.) und der prozentuale Zuschlag belief sich auf 5,2% (6,0% in der Vorwoche und 7,3% in der ersten Auktion).

Davon ausgehend, dass abgabepflichtige Unternehmen bislang 18% in den ersten drei Auktionen ersteigern konnten, benötigen sie nun noch etwas mehr als 80%. Sollte also die Zuteilung weiterhin bei 5% bleiben und voraussichtlich nur noch acht Auktionen folgen, würden noch ca. 40% zugeteilt, womit man ungefähr bei 58% des Bedarfs liegt, insofern man immer mit dem gesamten Betrag mitbietet.

Auch wenn wir für unsere Kunden nach der Auktionsphase versuchen werden, günstigere Preise nach der Auktionsphase am Sekundärmarkt zu bekommen, sollte man sich mit dem Preis von 68€ je nEZ26 für die restlichen Zertifikate anfreunden, es sei denn, man bietet mit einem deutlich höheren Volumen, als der eigentliche Bedarf ist.

Es ist ein Rechenexempel. Beträgt der Bedarf 100.000 nEZ26 und man kann an den regulären Auktionen lediglich circa 58% der Zertifikate zum Preis von 65€ ersteigern, müsste man 42.000 Stücke zum Preis von 68€ aus kaufmännischer Vorsicht berechnen. Das würde einen Mehraufwand in Höhe von 126.000 Euro bedeuten.

Hat man die Liquidität oder kann sich diese bei der Hausbank oder den Stakeholdern beschaffen, könnte man an zwei aufeinanderfolgenden Auktionen jeweils für zusätzliche 420.000 nEZ26 mitbieten und bekäme voraussichtlich jeweils um die 21.000 Stücke zugeteilt.

Die überschüssigen Beträge würden am Tag nach der Auktion wieder als Liquidität zur Verfügung stehen.

Da die 65€-Regel nur noch voraussichtlich bis zur 33. Kalenderwoche Anwendung finden wird, ist danach auch mit Auktionsergebnissen unterhalb der 5%igen Zuteilung zu rechnen, von daher sollte man mit einer entsprechenden Entscheidung nicht allzu lange warten.

Gerne stehen Ihnen unsere Spezialisten zu einer ausführlichen Beratung und Kalkulation zur Verfügung.

             Instrument10.07.2617.07.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)79,20 EUR79,11 EUR-0,09 EUR
EUA2 (Dezember-2027-Future)66,55 EUR66,55 EUR+0,00 EUR
nEZ26 (nationale Emissionszertifikate (D))65,00 EUR65,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))56,40 GBP58,70 GBP+2,30 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)122,56 GBP143,54 GBP+20,98 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)75,50 USD83,17 USD+7,67 USD
EURO (Forex)1,1414 USD1,1439 USD+0,0025 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 13.07.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch die zweite Auktion im nationalen Emissionshandelssystem Deutschlands endete mit dem Höchstkurs von 65,00 Euro, womit regelkonform wieder annähernd das doppelte Volumen in Höhe von 21.341.565 nEZ26 versteigert wurde. Insgesamt haben 106 Bieter teilgenommen, von denen 105 einen Zuschlag erhalten haben.

Aufgrund des hohen Gebotsvolumens in Höhe von 358.286.810 Zertifikaten und einer Cover Ratio von 33,58 erhielten die Bieter lediglich einen Zuschlag in Höhe von 5,96% ihres Gebotsvolumens.

In den verbleibenden Auktionen ist nach jetzigem Stand davon auszugehen, dass sich der Zuschlag eher in Richtung 5% bewegen wird, in den letzten Auktionen womöglich sogar darunter und dies jeweils zum maximalen Preis von 65,00 Euro. Sollten nur noch weitere acht Auktionen stattfinden, wäre theoretisch eine Eindeckung der ungefähren Hälfte des Compliance-Bedarfs für 2026 möglich, insofern man an allen Auktionen von Anfang beteiligt war.

Eine andere Möglichkeit bestände darin, ein Gebot mit der 20-fachen Menge des Bedarfs abzugeben, um sich in einer Auktion mit 5%iger Zuteilung mit 100% des Bedarfs einzudecken. Da die Börse jedoch eine Sicherheitshinterlegung von 100% der Gebotsmenge fordert, werden das wohl nur wenige Marktteilnehmer aus ihrer Liquidität realisieren können, auch wenn die überschüssige Summe am Folgetag wieder zur Verfügung steht.

Davon ausgehend, dass der Compliance-Bedarf 2026 bei ca. 300 Millionen Zertifikaten liegt und in der ersten Auktion bereits 21 Mio. Stücke ersteigert wurden, ist davon auszugehen, dass sowohl einige Unternehmen diese Strategie wählen und auch spekulative Marktteilnehmer mitbieten, welche die Zertifikate dann im Sekundärmarkt gewinnbringend veräußern wollen, wodurch sich die Menge der Gesamtgebote von 358 Millionen erklärt.

In der vergangenen Woche wurde zudem der Referentenentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes veröffentlicht. So soll der Preiskorridor auch 2027 zwischen 55 und 65 Euro verbleiben und sich nicht am Kurs der EUAs orientieren, wie ursprünglich festgelegt.

Der Preis für den Nachkauf von Zertifikaten nach Ende der Auktionsphase soll im kommenden Jahr von 68 Euro um 5 Euro auf 73 Euro steigen. Die 10%-Nachkaufoption kann dann im Jahr 2028 für nEZ27 zum Preis von 75 Euro ausgeübt werden, was ebenfalls einem Plus von 5 Euro gegenüber diesem Jahr entspricht.

Nachdem Donald Trump in einer seiner Wutreden die Waffenruhe mit dem Iran als beendet bekundete, kam Bewegung in die Preise am Energiemarkt und somit auch im EU ETS1. So wie die Kurse für Gas, Öl, Benzin und Diesel an den Börsen stiegen, fielen die Preise der EUAs wieder unter die 80-Euro-Marke und schlossen nur knapp oberhalb der 200-Tages-Linie, die aktuell bei 79,15 liegt.

Da es bereits Anfang des kommenden Jahres zu sogenannten „Early Auctions“ für das EU ETS2 an der Leipziger EEX kommen soll und der Dezember-2028-Kontrakt der EUA2 sich in den vergangenen Wochen nicht mehr bewegt hat, haben wir in unserer Kurstabelle kurzerhand diesen Kontrakt mit dem Dezember-2027-Kontrakt ausgetauscht, da wir davon ausgehen, hier eine bessere Indikation der Preisentwicklung erkennen zu können.

In dieser Woche werden an der EEX an insgesamt vier Tagen 9.452.500 EUAs in den Auktionen zur Versteigerung gelangen.

             Instrument03.07.2610.07.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)80,60 EUR79,20 EUR-1,10 EUR
EUA2 (Dezember-2027-Future)71,00 EUR66,55 EUR-2,34 EUR
nEZ26 (nationale Emissionszertifikate (D))65,00 EUR65,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))56,33 GBP56,40 GBP+0,07 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)114,55 GBP122,56 GBP+7,95 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)72,38 USD75,50 USD+3,12 USD
EURO (Forex)1,1437 USD1,1414 USD-0,0023 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 06.07.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

am vergangenen Mittwoch fand die erste Auktion im nationalen Emissionshandel für Zertifikate mit der Jahreskennung 2026 in einer Preisspanne von 55 – 65 Euro an der European Energy Exchange statt.

Insgesamt gingen für die zur Versteigerung angebotenen 10.671.000 nEZ26 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 291,7 Millionen Zertifikaten ein, was einer 27-fachen Überzeichnung entspricht.

Da die meisten Gebote zum Preis von 65 Euro abgegeben wurden, endete die Auktion auch zu diesem Preis und die 65-Euro-Regel trat in Kraft, sodass insgesamt 21.341.599 nEZ26 zugeteilt wurden, was die Gesamtauktionsmenge von gut 192,1 Millionen Zertifikaten entsprechend reduziert. Insgesamt wurden 101 Gebote abgegeben, zwei Bieter, die weniger als 65 Euro geboten haben, gingen komplett leer aus.

Insofern – und so sieht es nach der nicht repräsentativen ersten Auktion aus – auch die weiteren Auktionen zum Preis von 65 Euro beendet werden, halbieren sich die verbleibenden Auktionen, sodass noch mit 10 weiteren Terminen gerechnet werden könnte.

An der geringen Anzahl von lediglich 101 Bietern ist zudem ersichtlich, dass sich viele handelspflichtigen Unternehmen erst einmal abwartend gezeigt haben.

Am kommenden Mittwoch werden wieder 10.671.000 nEZ26 an der EEX angeboten. Hierbei wird es interessant sein, ob sich die Anzahl der Bieter erhöht oder reduziert und ob es eine höhere Anzahl an Geboten unter 65 Euro geben wird.

Im EU ETS1 zeigen sich die Kurse aufgrund mangelnder Fundamentaldaten mit Ausblick auf den 15. Juli, wo die Reformvorschläge zum EU ETS1 von der EU Kommission präsentiert werden, eher abwartend.

Daher bewegten sich die Preise der EUAs in der vergangenen Woche in einer Spanne von 78,31 bis 80,75 Euro im Benchmark-Kontrakt. Nachdem sich in der letzten Woche ein charttechnischer Wimpel gebildet hatte, entschied sich der Kurs an der Spitze dieser Chartformation, nach oben auszubrechen, womit die letzte Handelswoche mit einem kleinen Plus von 0,4% endete.

In der aktuellen Woche werden an allen fünf Handelstagen insgesamt 10.832.500 EUAs an der Leipziger EEX versteigert.

             Instrument26.06.2603.07.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)80,28 EUR80,60 EUR+0,32 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)71,00 EUR71,00 EUR+0,00 EUR
nEZ26 (nationale Emissionszertifikate (D))n/a EUR65,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))57,15 GBP56,33 GBP-0,82 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)106,00 GBP114,55 GBP+8,55 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)72,12 USD72,38 USD+0,26 USD
EURO (Forex)1,1383 USD1,1437 USD+0,0054 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 29.06.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute startet nun auch in Vietnam der verpflichtende CO2-Emissionshandel. Dieser beginnt in der ersten Phase mit insgesamt 110 handelspflichtigen Anlagen. Somit gibt es nunmehr weltweit über 50 Länder, in denen es eine direkte CO2-Bepreisung gibt.

In Amerika sind es unter anderem Kalifornien, welches mit dem System im kanadischen Quebec verknüpft ist, die US-amerikanische Regional Greenhouse Gas Initiative oder das Cap-and-Invest-Program in Washington, zudem werden Treibhausgasemissionen in Mexiko bepreist.

In Asien gibt es Emissionshandelssysteme unter anderem in China, Indien, Japan, Indonesien, Kasachstan und Südkorea. Auch Australien und Neuseeland haben den Emissionshandel eingeführt.

In Europa gibt es das EU ETS seit 2005, zudem gibt es CO2-Handelssystem in Großbritannien, der Schweiz und Montenegro.

Weiterhin entwickeln Länder wie Russland, die Türkei, Kolumbien und Brasilien nationale Emissionshandelssysteme. Argentinien , Chile, Malysia, die Philippinen, Taiwan, Thailand und weitere US-Bundesstaaten planen ebenfalls die Nutzung von CO2-Handelssystemen zur Treibhausgasreduktion.

Die in den letzten Monaten häufig zu findende Aussage, dass nur Europa Treibhausgasemissionen bepreisen würde, ist daher völlig falsch und basiert auf purer Unwissenheit oder absichtlicher Falschaussage.

In der vergangenen Woche hat die Leipziger Energiebörse EEX einen aktualisierten Auktionskalender für das laufende Jahr veröffentlicht. Hierbei werden aus den Kontingenten der EU bis Ende August jeweils 2.817.500 EUAs und in den restlichen Auktionen des Jahres 3.699.000 EUAs je Auktion versteigert.

Die deutschen Auktionen, welche derzeit wöchentlich 1.000.000 EUAs offerieren, steigen regulär ab September auf 2.596.000 EUAs. Die im zweiwöchentlichen Rhythmus stattfindenden Auktion Polens steigen von aktuell 1.380.000 EUAs auf 2.797.000 EUAs ab September.

In dieser Woche werden an insgesamt vier Börsentagen 9.453.000 EUAs an der EEX zur Versteigerung gelangen; die polnische Mittwochsauktion von 1.380.000 entfällt turnusmäßig.

Trotz der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und der damit einhergehend vereinbarten Waffenruhe haben die gegenseitigen Angriffe wieder zugenommen, auch wenn beide Parteien kein großes Interesse an einer weiteren Eskalation haben sollten. Allein die US-amerikanischen Kosten belaufen sich bereits jetzt auf 40 Milliarden US-Dollar.

Somit bleibt die Straße von Hormus weiterhin eines der wichtigsten Themen an den globalen Märkten für fossile Energieträger, was dementsprechend auch die Preise im EU ETS tangiert.

An diesem Mittwoch findet die erste Auktion im nationalen Emissionshandel Deutschlands im Preiskorridor von 55,00 bis 65,00 Euro statt. Allein aus den bei uns eingegangenen Kaufordern zeigt sich bereits, dass man sich am oberen Ende der Preisspanne orientiert, um eine bestmögliche Chance auf eine erfolgreiche Auktionsteilnahme zu wahren.

Die Auktion findet zwischen 13:00 Uhr und 15:00 Uhr statt. Nach Eingang der Auktionsergebnisse werden wir unsere teilnehmenden Kunden zeitnah anhand einer Trading Confirmation über die Resultate informieren.

Die Zuteilungsergebnisse werden zwar lediglich partiell auf die folgenden Auktionen übertragbar sein, geben aber zumindest eine erste interessante Indikation.

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

             Instrument19.06.2626.06.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)80,58 EUR80,28 EUR-0,30 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)71,00 EUR71,00 EUR+0,00 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))60,46 GBP57,15 GBP-3,31 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)110,32 GBP106,00 GBP-4,32 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)77,89 USD72,12 USD-5,77 USD
EURO (Forex)1,1470 USD1,1383 USD-0,0087 USD

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 22.06.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

circa 40 Industriekonzerne haben kurz vor Bekanntgabe der Reformpläne des EU Emissionshandelssystems EU ETS1 die Europäische Union zum Handeln aufgefordert und verlangen von EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen „ein entschlossenes Eingreifen, um die Kosten-Eskalation im Emissionshandelssystem zu stoppen“.

Die Unterzeichner des Schreibens waren unter anderem Stahlkonzerne wie Thyssenkrupp und ArcelorMittal oder Chemieunternehmen wie BASF und Evonik. Sie warnen bei steigenden Kosten im EU ETS1 vor dem sogenannten Carbon Leakage, also dem Abwandern der Industrie in Länder mit geringerer oder gar keiner Bepreisung von Treibhausgasemissionen bei der sowieso schon geschwächten europäischen Wirtschaft.

Andere Unternehmen, wie beispielsweise Saarstahl, die bereits viel in die Dekarbonisierung investiert haben, warnen vor der Abschwächung des EU Emissionshandels, ebenso die IG Metall sowie die Energiewirtschaft. Der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., dem ca. 2.000 Unternehmen angehören, fordert indes das EU ETS1 weiterzuentwickeln und  dessen Klimaschutzwirkung sicherzustellen. Der EU ETS1 dürfe im Zuge der anstehenden Reform nicht abgeschwächt werden. Eine zu starke Absenkung des bestehenden linearen Reduktionsfaktors gefährdet Planungssicherheit, Investitionsanreize und die ökologische Integrität des Systems.

Zudem ist die Position des BDEW, dass sowohl der CO2-Grenzausgleich CBAM, die kostenlosen Zuteilungen als auch die Strompreiskompensation derart weiterentwickelt werden müssten, dass Carbon Leakage verhindert, industrielle Elektrifizierung ermöglicht und gleichzeitig das CO₂-Preissignal erhalten bleibe.

Die Europäische Kommission steht somit bis Mitte Juli vor der schwierigen Aufgabe, die komplexe Sachlage mit unterschiedlichen Sichtweisen in einen Reformvorschlag umzusetzen, welcher weiterhin den Klimaschutz durch Dekarbonisierung fördert und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie nicht unnötig gefährdet.

Am Samstag gab der Iran überraschend bekannt, dass die Meeresenge von Hormus wieder gesperrt sei. Daraufhin drohte US Präsident Donald Trump eine Maut an, sollte es kein finales Abkommen geben, um sich die Rolle der USA als „Schutzengel“ der Region vergüten zu lassen.

Somit wird das Thema Nahost in dieser Woche weiterhin wichtigster Preistreiber im Energiesektor bleiben, wenn auch die EUAs gleichzeitig den 15. Juli im Blick haben, an welchem die Reformvorschläge des EU ETS1 bekanntgegeben werden sollen.

Nach der so nicht erwarteten Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen dem Iran und der USA in Schloss Versailles durch Donald Trump haben die Preise für fossile Energie in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben und die EUAs haben auf Wochenschlusskursbasis 4,4% zugelegt und die Woche oberhalb der Marke von 80 Euro beendet.

In dieser Woche werden an der Leipziger Energiebörse EEX an allen fünf Handelstagen insgesamt 11.975.500 EUAs versteigert.

             Instrument12.06.2619.06.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)77,17 EUR80,58 EUR+3,41 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)70,50 EUR71,00 EUR+0,50 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))55,88 GBP60,46 GBP+4,58 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)121,21 GBP110,32 GBP-10,89 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)82,58 USD77,89 USD-4,69 USD
EURO (Forex)1,1568 USD1,1470 USD-0,0098 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung. Gerne können Sie auch hier einen Beratungstermin mit einem Spezialisten aus unserem Haus buchen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Advantag – Team