Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 03.08.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

nicht nur in Südeuropa zeigt der schnell voranschreitende Klimawandel mit unzähligen Waldbränden in diesem Jahr, worauf sich Europa in Zukunft einzustellen hat, auch in Deutschland zeigen sich die Auswirkungen deutlich.

Der Rhein, mit 1.233 km Länge die wichtigste Wasserstraße unseres Kontinents, zeigt unter anderem in Düsseldorf, Duisburg oder Köln historische Tiefststände. So wurde am Samstag in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens ein Rheinpegel von lediglich 20 Zentimetern gemessen.

Die Auswirkungen sind nicht nur für die Schifffahrt gravierend, welche zum Teil sechs Schiffe für die gleiche Ladungsmenge benötigt, die üblicherweise in einem Schiff transportiert wird. Auch die Industrie, welche auf Rohstoffe über die Wasserstraße Rhein angewiesen ist, muss sich darauf einstellen.

Aber auch die Landwirtschaft im Rheinland und weiteren Gebieten Europas hat mit der andauernden Trockenheit zu kämpfen, nicht zuletzt mit sinkenden Grundwasserspiegeln, welche die notwendige Bewässerung der Felder zunehmend erschweren.

Daher ist es dringend notwendig, die Einnahmen des CO2-Emissionshandels sowohl für die Dekarbonisierung als auch für die Anpassung von Unternehmen und Gesellschaft an den Klimawandel zu nutzen und damit keine Haushaltslöcher zu stopfen.

Am vergangenen Mittwoch sind wiederum 1,387 Milliarden Euro in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) der deutschen Bundesregierung geflossen, da wiederum 21,34 Millionen nationale Emissionszertifikate (nEZ26) zum Preis von 65,00 Euro an der EEX versteigert wurden.

110 Bieter haben ein Gesamtgebotsvolumen in Höhe von 515.902.199 nEZ26 zum Preis von 65,00 Euro abgegeben, die Zuteilung betrug 4,14% nach 4,63% in der Vorwoche.

Zur Versteigerung in den zukünftigen Auktionen im Preiskorridor von 55 bis 65 Euro verbleiben von den ursprünglichen 192 Millionen nEZ26 nunmehr noch 85,4 Millionen Zertifikate. Da von einer anhaltend hohen und wahrscheinlich weiter steigenden Gebotsmenge auszugehen ist, wird sich das verbleibende Volumen in den folgenden zwei Auktionen nahezu halbieren.

Ab der 34. Kalenderwoche tritt die 65-Euro-Regel nicht mehr in Kraft, in welcher die zugeteilte Menge bei einem Zuschlagspreis von 65 Euro mehr oder minder verdoppelt wird.

Gemäß den Regelungen der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV) finden lediglich noch zwei Versteigerungstermine statt, falls die nach einem Versteigerungstermin verbleibende Gesamtversteigerungsmenge unter das Dreifache der pro Versteigerungstermin vorgesehenen Menge (32.013.000 nEZ) sinkt. Somit wird voraussichtlich am Mittwoch, dem 26.08.2026, die letzte Möglichkeit sein, Zertifikate zum Preis von 65 Euro zu ersteigern.

Im EU ETS1 haben sich die Kurse der EUAs im Benchmark-Kontrakt in der vergangenen Woche in einer Preisspanne zwischen 81,10 und 84,19 Euro bewegt. Auf Wochenschlusskursbasis gaben die EUAs 2,6% nach.

In dieser Woche werden an allen fünf Handelstagen an der Leipziger Energiebörse EEX insgesamt 9.119.500 EUAs aus den Kontingenten der EU, Polens und Deutschlands offeriert.

             Instrument24.07.2631.07.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)83,40 EUR81,26 EUR-2,14 EUR
EUA2 (Dezember-2027-Future)66,55 EUR66,55 EUR+0,00 EUR
nEZ26 (nationale Emissionszertifikate (D))65,00 EUR65,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))59,83 GBP59,09 GBP-0,74 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)159,00 GBP148,60 GBP-10,40 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)85,52 USD82,23 USD-3,29 USD
EURO (Forex)1,1371 USD1,1529 USD+0,0158 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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