Sehr geehrte Damen und Herren,
die European Energy Exchange AG (EEX) wurde in der vergangenen Woche von der Europäischen Kommission damit beauftragt, ab Januar 2027 für die kommenden fünf Jahre die gemeinsame europäische Plattform für die vierte Phase (CAP4) der Auktionen im EU-Emissionshandelssystem (EU ETS 1) zu betreiben.
Das Mandat umfasst die Auktionen im EU ETS 1 für 25 EU-Mitgliedstaaten, drei EWR-EFTA-Staaten sowie die bereits in der dritten Phase der gemeinsamen Auktionsplattform enthaltenen Fonds.
Hinzu kommen die neuen EU-ETS-2-Auktionen für 27 EU-Mitgliedstaaten, die drei EWR-EFTA-Staaten und den Klima-Sozialfonds. Damit werden ab 2028 zusätzliche Sektoren (Gebäude, Straßenverkehr und Kleinindustrie) nunmehr europaweit in den Emissionshandel einbezogen; zugleich ersetzt dies das nationale Emissionshandelssystem in Deutschland.
Die deutsche Bundesregierung bekennt sich zum Europäischen Emissionshandel – doch Wirtschaftsministerin Reiche will ein noch langsameres Tempo beim Abbau der Emissionsrechte durchsetzen. Hiermit will sie die Industrie vor weiteren Kostensteigerungen schützen.
Auf der anderen Seite sehen sich insbesondere diejenigen Unternehmen benachteiligt, welche von einer verlässlichen Klimapolitik der EU ausgegangen sind und bereits frühzeitig in klimaschonendere Produktion investiert haben. Pläne, wie mit derartigen Investitionsrisiken umzugehen ist, liegen jedoch noch nicht vor.
Mitte Juli will die EU-Kommission Reformvorschläge für das EU ETS 1 vorlegen. Man darf gespannt sein, wie sie sich hinsichtlich der Investitionssicherheit positioniert.
Wer von einem schnellen Ende des Iran-Krieges ausgegangen ist, sah sich enttäuscht und auch die Energiemärkte reagierten in der vergangenen Woche ernüchtert. So stiegen die Öl- und Gaspreise wieder an, worauf die EUAs auf Wochenschlusskursbasis 4,6% nachgaben und wieder deutlich unter die 80-Euro-Marke sanken.
In der neuen Handelswoche kommt nun erstmals das komplette neue Auktionsvolumen an allen fünf Versteigerungstagen zum Tragen. Aus den Kontingenten der EU, Polens und Deutschland werden insgesamt 11.975.000 EUAs zur Versteigerung gelangen, was einem Plus von 13% gegenüber der Vorwoche entspricht.
| Instrument | 29.05.26 | 05.06.26 | Veränderung |
| EUA (Dezember-2026-Future) | 80,63 EUR | 76,94 EUR | -3,69 EUR |
| EUA2 (Dezember-2028-Future) | 66,75 EUR | 67,50 EUR | +0,75 EUR |
| nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D)) | 55,00 EUR | 55,00 EUR | +0,00 EUR |
| UKA (Dezember-2026-Future (UK)) | 58,67 GBP | 55,53 GBP | -3,14 GBP |
| UK Natural Gas (Dezember-2026-Future) | 117,07 GBP | 123,45 GBP | +6,38 GBP |
| ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future) | 84,18 USD | 85,63 USD | +1,18 USD |
| EURO (Forex) | 1,1660 USD | 1,1523 USD | -0,0137 USD |
(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)
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