Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 27.04.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 21. und 22. April 2026 fand in Berlin der 17. Petersberger Klimadialog statt. Er stand im Zeichen der globalen Energiekrise, angetrieben durch geopolitische Spannungen wie den Iran-Krieg und hohe Energiepreise. Vertreter aus mehr als 30 Staaten berieten über den Übergang zu erneuerbaren Energien und die Beschleunigung der Energiewende.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz unterstrich die Bedeutung einer engen Verknüpfung von Klimaschutzmaßnahmen mit wirtschaftlichem Wachstum. Er stellte dabei die Versorgungssicherheit sowie die Bezahlbarkeit von Energie in den Mittelpunkt der politischen Agenda.

Angesichts der aktuellen Energiekrise wurde von dem Großteil der Teilnehmer ein schnellerer Ausstieg aus fossilen Energieträgern als dringend notwendig angesehen, um die Abhängigkeit davon zu reduzieren. Außerdem betonte Deutschland, dass es weiterhin ein verlässlicher Partner für Länder bleibt, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind.

Ein Ziel des Dialogs war es, für bevorstehende internationale Klimakonferenzen, wie die Weltklimakonferenz COP31 im November im türkischen Antalya, neue Bündnisse zu bilden. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen insbesondere die Finanzierung des Klimaschutzes sowie Strategien zur Anpassung an den Klimawandel.

Der Dialog hat gezeigt, dass die Energiekrise als Beschleuniger für den Ausbau erneuerbarer Energien genutzt werden kann, jedoch die Umsetzung konkreter Maßnahmen und die Finanzierung weiterhin hohe Herausforderungen darstellen.

Im nahen Osten scheint sich die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran weiter festzufahren, was eine kurzfristige Ölversorgung aus der Region weiter verzögert. Hinzu kommt, dass Russland ab Mai kein Öl mehr aus Kasachstan über die Druschba-Pipeline zur PCK-Raffinerie in Schwedt, Brandenburg, liefern will, wie die deutsche Tochter des russischen Konzerns Rosneft, die derzeit unter staatlicher Treuhandverwaltung steht, mitgeteilt hat.

Nach dem Iran hat nun auch Russland erkannt, wie es Europa im derzeitigen Versorgungsengpass unter Druck setzen kann.

Experten sind sich nicht sicher, wie lange es dauern wird, um in Deutschland eine ernsthafte Versorgungskrise für Diesel und Kerosin auszulösen, jedoch scheint es sinnvoll zu sein, Maßnahmen in den Fokus zu nehmen, welche geeignet sind, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Eine Senkung der Treibstoffpreise – hier sind sich die meisten jedoch einig – gehört definitiv nicht dazu, da diese für das Verbraucherverhalten falsche Signale setzt.

In der vergangenen Woche haben sich die EU-Emissionsrechte in einer Range zwischen 74,09 und 76,95 Euro im Benchmark-Kontrakt bewegt und die Woche aufgrund der anhaltend unsicheren Situation in Nahost mit einem Minus von 3,3% abgeschlossen.

Aufgrund des Maifeiertags am Freitag finden in dieser Woche an der Leipziger Energiebörse EEX nur an vier Tagen Auktionen mit einem Gesamtvolumen von 9.662.000 EUAs statt.

             Instrument17.04.2624.04.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)77,46 EUR74,90 EUR-2,56 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)68,50 EUR67,23 EUR-1,27 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))51,70 GBP50,47 GBP-1,23 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)101,90 GBP115,79 GBP+13,89 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)78,45 USD84,81 USD+6,36 USD
EURO (Forex)1,1765 USD1,1721 USD-0,0044 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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