Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 13.04.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

der CO₂-Emissionshandel der EU könnte künftig auch die Rückholung von CO₂ aus der Atmosphäre einbeziehen. Eine Studie des renommierten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) schlägt eine stufenweise Integration vor, um Fehlanreize zu vermeiden und Planungssicherheit für die Industrie zu schaffen. Die Ergebnisse fließen in aktuelle Regulierungsdebatten in Brüssel ein.

Der bestehende EU-Emissionshandel könnte bis 2050 Anreize schaffen, jährlich zwischen 68 und 86 Millionen Tonnen CO₂ zu entfernen, abhängig von den Kosten. Das PIK-Team nutzte das LIMES-EU-Modell zur Analyse der Investitionsentscheidungen in der EU, dem Vereinigten Königreich und Norwegen. Untersucht wurden zwei innovative Methoden: Luftfilter-Systeme (Direct Air Capture) und Biomasseverbrennung mit CO₂-Abscheidung (Bioenergy with Carbon Capture).

Ob die EU den Vorschlag des PIK folgen wird, werden die kommenden Jahre zeigen. Die Finanzierung der CO2– Entnahme durch Emissionsrechte könnte jedoch deutliche Fortschritte bei der Erreichung der Treibhausgasreduktionsziele erzielen.

Der Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Borderline Adjustment Mechanism) CBAM hat nun seinen ersten Referenzpreis in Höhe von 75,36 Euro pro Tonne erhalten. Hierfür war die Preisspanne der EUA im ersten Quartal 2026 Berechnungsgrundlage. Ab 2027 wird der Preiswöchentlich bestimmt. Das Management und die Einkaufsstrategie für CBAM-Zertifikate werden dann kommerziell relevant, weil Importeure so ihre Kosten steuern können. Die Möglichkeit des Hedgings besteht bereits heute, beispielsweise durch den Kauf von EUA.

Der CBAM ist das CO2-Grenzausgleichssystem der EU, das klimaschädliche Importe verteuert. Es soll das sogenannte „Carbon Leakage“ verhindern – die Verlagerung der Produktion in Länder mit nicht vorhandener oder signifikant geringerer CO2-Bepreisung. Ab 2026 müssen Importeure für Emissionen in Produkten wie Stahl, Zement und Dünger Zertifikate erwerben. Der Kauf von Zertifikaten für Emissionen aus dem Jahr 2026 ist voraussichtlich ab dem 1. Februar 2027 möglich.

Die Preise für EUA haben sich in der vergangenen verkürzten Handelswoche in einer Preisspanne von 71,21 bis 73,97 im Benchmark-Kontrakt bewegt. Auf Wochenschlusskursbasis legten sie 1,6% zu.

In dieser Woche werden an der Leipziger Energiebörse EEX an allen fünf Handelstagen insgesamt 10.755.000 EUA auktioniert, was einem Plus gegenüber der Vorwoche von 65% entspricht.

Die Preise im Energiebereich und somit auch bei den Emissionsrechten werden nach den gescheiterten Verhandlungen in Pakistan über ein Ende des Krieges in Nahost zu einem wichtigen Teil von den weiteren Entwicklungen in den kommenden Tagen bestimmt werden.

             Instrument02.04.2610.04.26Veränderung
EUA (Dezember-2026-Future)71,69 EUR72,84 EUR+1,15 EUR
EUA2 (Dezember-2028-Future)66,84 EUR67,00 EUR+0,16 EUR
nEZ25 (nationale Emissionszertifikate (D))55,00 EUR55,00 EUR+0,00 EUR
UKA (Dezember-2026-Future (UK))41,50 GBP43,39 GBP+1,89 GBP
UK Natural Gas (Dezember-2026-Future)129,71 GBP112,84 GBP-16,87 GBP
ICE Brent Crude Oil (Dezember-2026-Future)79,02 USD81,00 USD+1,98 USD
EURO (Forex)1,1519 USD1,1725 USD+0,0206 USD

(EUA, EUA2, UKA, Natural Gas, Crude Oil und Euro zeigen Börsenschlusskurse des jeweiligen Benchmark-Kontrakts. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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