Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 14.11.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern war Halbzeit bei der 27. Weltklimakonferenz in Scharm el-Scheich. Die erste Woche stand insbesondere unter dem Thema „Loss and Damage“, wobei es um die Finanzierung der ärmeren Nationen geht, die vom Klimawandel besonders betroffen sind.

 Ein wichtiges Mittel sollen hier CO2-Zertifikate sein, welche die größten Treibhausgasemittenten zu erwerben haben und deren Einnahmen an die entsprechenden Regionen verteilt werden sollen, denn die finanziell zu beziffernden Schäden betragen nach einer Studie jährlich bis 2030 bis zu 580 Milliarden US-Dollar und sollen bis zum Jahr 2050 auf 1,7 Billionen US-Dollar ansteigen.

Insgesamt 45.000 Teilnehmer werden bis Ende kommender Woche in Ägypten erwartet, unter welchen Politiker und andere offizielle Vertreter der Staaten sind, nicht staatliche Organisationen, aber auch 636 Lobbyisten für fossile Brennstoffe, ein Viertel mehr als im vergangenen Jahr in Glasgow.

Ebenfalls in der vergangenen Woche haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf geeinigt, dass die Sektoren, welche noch nicht unter den EU-Emissionshandel fallen, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40% gegenüber dem Jahr 2005 zu senken haben und somit seitens der EU das 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens noch realisierbar zu halten.

Hierbei haben wirtschaftlich starke EU-Länder wie Deutschland mit 50% höhere Reduktionsziele als ärmere Staaten, wie zum Beispiel Bulgarien, dessen Ziel 10% Minderung ist. Die Nichteinhaltung dieser Ziele wird finanziell sanktioniert.

Eine sogenannte Lastenverteilungsverordnung (Effort Sharing Regulation (ESR)) soll für die EU-Mitgliedsstaaten die Treibhausgasreduktion verpflichtend vorschreiben und legt einzelstaatliche Ziele für die Sektoren Landwirtschaft, Abfallwirtschaft, Straßenverkehr und Gebäude fest.

Deutschland stimmt derzeit die Maßnahmen, welche bis 2030 erfolgen sollen, im Klimaschutzsofortprogramm ab und hat die Ziele der EU-Klimaschutzverordnung im nationalen geänderten Klimaschutzgesetz umgesetzt, wobei die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben entsprechend verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 festgelegt hat. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden.

Die Preise für europäische CO2-Emissionsrechte haben sich im Benchmark-Terminkontrakt Dezember-2022 in der vergangenen Woche in einer Spanne zwischen EUR 70,50 und EUR 79,50 bewegt und endeten bei 75,84. Auf Wochenschlusskursbasis verloren sie somit EUR 0,52.  

In dieser Woche kommen am Mittwoch 602.000 Emissionsrechte für die Luftfahrtindustrie (EUAA) an der Leipziger EEX zur Versteigerung, an den restlichen Handelstagen insgesamt 9.393.000 EUA.

Die letzten beiden Auktionstermine für nationale Emissionszertifikate (nEZ 2022) finden am 06. und 08.12.2022 statt.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument04.11.2211.11.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)76,32 EUR75,81 EUR-0,51 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)76,36 EUR75,84 EUR-0,52 EUR
VER (Carbon Offsets)8,07 USD5,48 USD-2,59 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)3,21 USD3,33 USD+0,12 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)98,60 USD95,92 USD-2,68 USD
EURO (Currency, Forex)0,9960 USD1,0354 USD+0,0394 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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ADVANTAG Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 07.11.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit gestern treffen sich Vertreterinnen und Vertreter aus rund 200 Staaten zur diesjährigen Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el-Scheich. Die COP27 findet allerdings unter erschwerten Bedingungen statt: Nachdem die Corona-Pandemie nicht mehr im Vordergrund steht, drohen der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise den gemeinsamen Kampf der Weltgemeinschaft gegen die Erderwärmung zu schwächen und die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China sind ebenfalls kein unterstützender Faktor. 

Dabei haben die Staaten noch immer einen eklatanten Nachholbedarf, wenn es darum geht, ihre nationalen Klimaschutzziele zu benennen respektive nachzuschärfen. Ein ernstgemeintes Bekenntnis, trotz oder gerade wegen der Energiekrise an der Abkehr von fossilen Energieträgern, insbesondere Kohle, festzuhalten, die Reduzierung des Treibhausgases Methan voranzutreiben sowie endlich einen Mechanismus zur Finanzierung von klimabedingten Schäden und Verlusten einzuführen, stehen ebenfalls tiefrot markiert auf der Agenda.

Es bleibt auch eine spannende Frage, inwieweit Europa und die USA von Seiten der Hauptverursacher zu einem Motor des Wandels werden können und wollen. Das europäische Programm „Fit for 55“ scheint jedenfalls in die richtige Richtung zu weisen, falls es nicht am Ende der Trilogverhandlungen zu stark abgeschwächt verabschiedet wird. Und hierbei wiederum spielt das ETS, das Europäische Emissionshandelssystem, eine wichtige Rolle. Die Institutionen ringen in diesem Zusammenhang noch darum, die zu hohe Gesamtzahl an Emissionszertifikaten einmalig zu korrigieren, einen Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) zum Schutz vor Wettbewerbsverzerrung einzuführen, den Seeverkehr mit einzubeziehen und die Marktstabilitätsreserve nachzuschärfen. Möglicherweise können die Ergebnisse von Scharm el-Scheich hier Rückenwind geben. Äußerungen des Europaabgeordneten Peter Liese lassen bereits vermuten, dass Mittel aus den Auktionen des ETS für Klimaschutzmaßnahmen in ärmeren Ländern eingesetzt werden könnten.

Durch die Weltklimakonferenzen soll überdies auch regelmäßig das Bewusstsein der Politik und der Öffentlichkeit für die absolute Dringlichkeit der Klimaproblematik geschärft werden. Im Zentrum der Warnungen stehen immer wieder die sogenannten Kipppunkte, bei welchen Wechselbeziehungen eine tragische Dynamik aufbauen, die schließlich unumkehrbar werden könnte. So ist es allgemein bekannt, dass es in der Arktis deutlich schneller wärmer wird, als auf dem Rest des Planeten. Diese Erwärmung der Arktis droht einer Studie vom Forschungszentrum CREAF in Barcelona zufolge in einen Teufelskreis zu münden. Fachleute sprechen von der „arktischen Verstärkung“. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass der Erdboden durch den Rückgang der Schnee- und Eisdecke zu Wasser und zu Land mehr Wärme aufnimmt. Infolge dessen könnte in Sibirien künftig schon eine verhältnismäßig geringe Erwärmung die Ausdehnung von Flächenbränden deutlich zunehmen lassen. Das würde große Mengen Kohlenstoff freisetzen, die im dortigen Permafrostboden gespeichert sind. Und dies wiederum würde die Erderwärmung zusätzlich antreiben.

In der Studie wurden unter anderem Satellitenbildern von Flächenbränden in der sibirischen Arktis von 1982 bis 2020 analysiert. In diesen knapp vierzig Jahren entfielen 44 Prozent der gesamten Brandfläche auf die beiden letzten Jahre 2019 und 2020! In diesen zwei Jahren sind laut Studie fast 150 Millionen Tonnen Kohlenstoff durch Feuer in die Atmosphäre abgegeben wurden. Das entspreche einem CO2-Äquivalent von fast 413 Millionen Tonnen. Allein 2020 brannten demnach 423 Feuer auf einer Fläche von knapp 3 Millionen Hektar. Laut einer Mitteilung des an der Arbeit beteiligten Spanischen Nationalen Forschungsrates (CSIC) entspreche das freigesetzte CO2-Äquivalent von 256 Millionen Tonnen etwa den jährlichen CO2-Emissionen von Spanien. Bemerkenswert ist zudem, dass 2019 und 2020 gleichzeitig die beiden wärmsten Jahre des Untersuchungszeitraums waren.

Der CO2-Handel hat in der vergangenen Woche einen klassischen Chartverlauf hingelegt. Die Rally der Vorwoche endete dabei an der sogenannten 200-Tage-Linie bei rund 81 Euro. Danach fiel der Kurs in einem Retracement auf beinahe 75 Euro zurück und fand dort ausreichende Unterstützung. In einer breiten Handelsspanne von rund vier Euro suchte der Markt dann für den Rest der Handelswoche Orientierung. Hierbei macht die noch immer anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf mögliche Eingriffe ins ETS die Handelsentscheidungen sowohl für Käufer als auch für Verkäufer nicht einfacher.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument28.10.2204.11.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)81,16 EUR76,32 EUR-4,84 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)81,21 EUR76,36 EUR-4,85 EUR
VER (Carbon Offsets)6,75 USD8,07 USD+1,32 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)3,36 USD3,21 USD-0,15 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)96,17 USD98,60 USD+2,43 USD
EURO (Currency, Forex)0,9964 USD0,9960 USD-0,0004 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Mit freundlichen Grüßen

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ADVANTAG Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 31.10.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

da Deutschland seine Klimaziele in den Jahren 2013 bis 2020 in den noch nicht durch den EU-Emissionshandel einbezogenen Sektoren verfehlt hat, muss es nun insgesamt 11 Millionen Emissionszertifikate von den Staaten kaufen, welche ihre Treibhausgasreduktionsziele übererfüllt haben. Die Zielverfehlung zeigte sich insbesondere im Gebäude- und Verkehrsbereich, für welche seit vergangenem Jahr das nationale deutsche Emissionshandelssystem gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz eingeführt wurde.

Die Staaten, welche nun Erlöse durch den Verkauf ihrer Emissionsrechte erzielen, müssen dies nun in zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen investieren, wie Europa-Staatssekretär Sven Giegold (Grüne) erörterte. Hierunter zählen gemäß Giegold elektrisch betriebene Busse in Ungarn, energetische Sanierung von Eigenheimen in Tschechien sowie Schulen und öffentliche Gebäude in Bulgarien.

Am Sonntag beginnt im ägyptischen Scharm el-Scheich der UN-Klimagipfel COP-27 (Conference Of Parties) für Teilnehmer aus 197 Staaten und steht unter dem Motto „Gemeinsam für eine gerechte, ambitionierte Umsetzung JETZT“. Ziel in diesem Jahr ist die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015, die Realisierung der Klimafinanzierung von jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Entwicklungsländer und ehrgeizigere Treibhausgas-Minderungsziele der einzelnen Vertragsstaaten.

In der vergangenen Woche haben die EU-Emissionsrechte massiv zugelegt, da viele Marktteilnehmer ihre Short-Positionen durch Käufe eingedeckt haben (Short Covering). Zudem ist der Gaspreis (Natural Gas) an der Börse auf ein Niveau gefallen, welches aktuell unter dem des Oktobers vor einem Jahr liegt, da die EU-Gasspeicher zu 93% befüllt sind. Dadurch mussten Teilnehmer am Gasmarkt weniger Margin bereitstellen und nutzten die Liquidität für Käufe im EU ETS.

Auf Wochenschlusskursbasis stiegen die Emissionsrechte um 17,5% und schlossen bei 81,21 Euro, wobei sie den größten wöchentlichen Anstieg seit mehr als fünf Jahren aufzeigten.

In dieser Woche werden insgesamt 9.393.000 EUA an der Leipziger EEX zur Versteigerung in vier Auktionen offeriert.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument21.10.2228.10.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)69,03 EUR81,16 EUR+12,13 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)69,10 EUR81,21 EUR+12,11 EUR
VER (Carbon Offsets)6,38 USD6,75 USD+0,37 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)3,20 USD3,36 USD+0,16 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)93,52 USD96,17 USD+2,65 USD
EURO (Currency, Forex)0,9862 USD0,9964 USD+0,0102 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 24.10.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

trotz des Ukraine-Kriegs und der damit einhergehenden stärkeren Nutzung von Kohle in Asien und Europa zur Energieerzeugung steigt der globale Ausstoß von Kohlendioxid 2022 gemäß Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) lediglich um weniger als 1%.

Zu verdanken ist dies gemäß dem Leiter der IEA, Fatih Birol, dem verstärkten weltweiten Ausbau von erneuerbaren Energien, allen voran Photovoltaik und Windkraft, welche um 700 Terrawattstunden zunahm. Weiterhin habe die verstärkte Nutzung der Elektromobilität einen signifikanten Anteil zur Reduktion im Sektor Verkehr beigetragen.

Am vergangenen Mittwoch hat der zuständige Ausschuss für Energie und Klimaschutz des Bundestags beschlossen, dass die Müllverbrennung entgegen den ursprünglichen Plänen der Bundesregierung um ein Jahr verschoben wird und somit nicht 2023, sondern erst 2024 in den nationalen Emissionshandel gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) einbezogen werden soll.

Die Preise für CO2-Zertifikate im verpflichtenden EU-Emissionshandel (EU ETS) bewegten sich in der vergangenen Woche in einer Range zwischen 66,26 und 69,69 Euro eher seitwärts.

An der EEX werden in dieser Woche an allen fünf Handelstagen insgesamt 12.494.500 EUAs versteigert sowie am Dienstag und am Donnerstag jede gewünschte Menge an nationalen deutschen Emissionszertifikaten für das Jahr 2022.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument14.10.2221.10.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)67,95 EUR69,03 EUR+1,08 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)68,03 EUR69,10 EUR+1,07 EUR
VER (Carbon Offsets)7,89 USD6,38 USD-1,51 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)3,76 USD3,20 USD-0,56 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)91,80 USD93,52 USD+1,72 USD
EURO (Currency, Forex)0,9721 USD0,9862 USD+0,0141 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 17.10.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

Greta Thunberg, mit gerade einmal 19 Jahren bereits die Ikone der weltweiten Klimabewegung, hat in der vergangenen Woche dem deutschen Fernsehen ein bemerkenswertes Interview gegeben und für ihre differenzierten und überlegten Äußerungen breite Zustimmung erhalten. Im Wesentlichen mahnte die junge Aktivistin nicht weniger als einen Kulturwandel an: „Je länger wir uns vormachen, dass wir die Klimanotlage innerhalb des bestehenden Systems lösen können, ohne sie wie eine wirkliche Krise zu behandeln, desto mehr Zeit werden wir verlieren“. Zum Vergleich nannte sie die Corona-Maßnahmen. Diese hätten eindrucksvoll bewiesen, dass die Menschheit sehr wohl in der Lage sei, angemessen auf eine weltweite Notlage zu reagieren und diese zu bewältigen. Im Großen und Ganzen haben die Menschen dafür sogar erhebliche persönliche Einschränkungen in ihrem Leben akzeptiert und zwar auch deshalb, weil die Medien vierundzwanzig Stunden am Tag und sieben Tage die Woche über die Gefahren und die beschlossenen Gegenmaßnahmen berichtet haben. Dies hätte großen Einfluss sowohl auf die politischen Entscheidungen als auch auf die Akzeptanz der Bevölkerung gehabt. Doch dies sei beim Klimawandel bei weitem nicht so. Das Wichtigste sei daher, so Thunberg, zu „erkennen, dass wir uns in einer Notlage befinden, sonst bringt alles andere nichts!“ Natürlich würde sie ein Leben lang Klimaaktivistin bleiben, doch eigentlich bräuchten wir Milliarden von Klimaaktivisten, welche den Klimawandel als echte Notlage begreifen und einer Notlage entsprechend handeln. Sie zitierte in diesem Zusammenhang den UN Emissions-Report, wonach wir „2030 doppelt so viel fossile Energie verbrauchen werden, wie mit dem 1,5 Grad Ziel vereinbar wäre und wir sind heute bereits bei 1,2 Grad“.

John Ploegg, ein namhafter Analyst, wies kürzlich auf einen anderen, wichtigen Aspekt hin: Er mahnte, dass die Technologien zur Produktion sauberer Energie ebenfalls viele Rohstoffe erfordern, darunter seltene Erden. Die mit den erneuerbaren Energien verbundenen elektronischen Steuerelemente, Speichersysteme, Elektromotoren sowie Transformationstechnik sind auf Metalle wie Kupfer, Lithium, Nickel und Kobalt angewiesen und überdies auf die selten vorkommenden Elemente Gallium, Germanium, Indium, Tellur und zahlreiche Platingruppenelemente. Viele dieser Metalle jedoch findet man hauptsächlich in Ländern mit höheren geopolitischen und sozialen Risiken. Es sei also notwendig, sich hierauf frühzeitig einzustellen um nicht erneut in eine Abhängigkeitsfalle zu geraten.

Der CO2-Markt hat sich auch in der vergangenen Woche wieder seitwärts bewegt, wobei der Dezember-Future am Donnerstag zwar bis 69,50 Euro anzog, am Freitag jedoch in einer engen Spanne wieder Abschläge hinnehmen musste. Der Markt beklagt das Fehlen echter Signale von Politikern bezüglich eventuell geplanter Eingriffe in den ETS. Analysten haben derweil geschätzt, dass es vier Jahre dauern könnte, bis sich die EUA-Preise wieder auf das jüngste Niveau erholen würden, falls es zu den REPowerEU-Verkäufen kommen sollte.

Ähnlich orientierungslos zeigte sich auch der Ölpreis, da der Markt zwischen Ankündigungen über eine Angebotsdrosselung einerseits und einer Ölpreisbremse andererseits die Qual der Wahl hatte. Die erheblichen Gewinne aus der Vorwoche wurden dabei zur Hälfte wieder abgegeben.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument07.10.2214.10.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)68,55 EUR67,95 EUR-0,60 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)68,66 EUR68,03 EUR-0,63 EUR
VER (Carbon Offsets)8,61 USD7,89 USD-0,72 USD
VER (CORSIA eligible carbon credits)3,76 USD3,76 USD+0,00 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)97,92 USD91,80 USD-6,12 USD
EURO (Currency, Forex)0,9742 USD0,9721 USD-0,0021 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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