Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 14.03.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Krieg in der Ukraine war auch in der vergangenen Woche das beherrschende Thema an den internationalen Finanz- und Rohstoffmärkten.

Aufgrund des hohen Ölpreises in Zusammenhang mit dem schwächelnden Euro hat dies auch direkte Auswirkungen auf die Verbraucher weltweit. Hierbei haben die Märkte jedoch anscheinend den ersten Schock verdaut und haben sich von den Höchstständen der vergangenen Tage wieder deutlich entfernt.

Auch bei den CO2-Zertifikaten konnte man eine typische Gegenbewegung erkennen, welche sich von den Tiefstständen bei 55 Euro in der Vorwoche wieder sichtbar erholt haben.

In der vergangenen Woche stiegen die Preise, wieder in Richtung 80-Euro-Marke und konnten diese bereits kurz nach dem heutigen Handelsbeginn überschreiten.

Auch in der neuen Handelswoche wird der Krieg in der Ukraine die Marktbewegung an den Finanz-, Energie- und Rohstoffmärkten bleiben.

Sollte sich die Lage in der Ukraine entspannen, wird zudem wieder das nahende Ende der Abgabefrist für die Emissionsrechte am 30.04.2022 in den Fokus der Marktteilnehmer geraten und könnte die Preise in den Bereich vor dem russischen Überfall der Ukraine steigen lassen.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument04.03.2211.03.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)65,48 EUR76,38 EUR+10,30 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)65,10 EUR76,39 EUR+11,29 EUR
VCU (Voluntary Carbon Units ø)5,45 USD7,32 USD+1,87 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)9,84 USD9,32 USD-0,52 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)118,03 USD112,40 USD-5,63 USD
EURO (Currency, Forex)1,0931 USD1,0912 USD-0,0019 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VCU- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (CBL markets), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 07.03.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dem Krieg in der Ukraine führt Putin dem Westen die eigene Machtlosigkeit vor Augen, da ein Eingreifen der NATO in das Kriegsgeschehen zweifelsohne zu einer weiteren Eskalation führen würde, bei welcher der Einsatz von Atomwaffen keinesfalls auszuschließen ist.

Besonders absurd jedoch ist die Tatsache, dass sich Europa, allen voran Deutschland, mit seiner bisherigen Energiepolitik abhängig von russischem Erdgas und Erdöl gemacht hat. Mit jedem dritten Liter Benzin, Diesel oder Heizöl und mit jedem zweiten Kubikmeter Erdgas finanzieren wir die Kriegstreiber mit.

Daher ist ein radikaler Wechsel in der Energiepolitik erforderlich, um derart toxische Abhängigkeiten zu verhindern. Und dies kann nur durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien erfolgen, womit man gleichzeitig die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft erreicht.

Aber der Krieg in der Ukraine hat nicht nur die Preise für Energie in der vergangenen Woche verteuert, sondern auch von allen anderen Rohstoffen, nicht zuletzt von Lebensmitteln und Metallen, was die Inflation entsprechend in die Höhe treibt.

Genau der entgegengesetzte Effekt war in der vergangenen Woche bei den Emissionsrechten zu sehen, welche den größten jemals zu verzeichnenden Einbruch gezeigt haben. Zeigte der Dezember-Kontrakt bei Kriegsbeginn am 24.02.2022 noch einen Eröffnungskurs von EUR 95,00 je EUA, rutschte der Kurs am vergangenen Mittwoch auf ein Tief von EUR 55,00, was einem Verlust von 42% entspricht. Bis zum Ende der Woche stabilisierten sich die Preise oberhalb der 60-Euro-Marke und schlossen bei über 65 Euro am vergangenen Freitag.

Hauptgründe für den starken Rückgang waren institutionelle Anleger und Energieunternehmen, welche sich durch die Verkäufe Liquidität beschaffen mussten, zudem wurden durch den Crash technische Verkäufe ausgelöst.

Da derzeit niemand sicher voraussagen kann, wie sich die Situation in der Ukraine in dieser Woche entwickeln wird, ist auch in den kommenden Tagen von einer hohen Volatilität an den Rohstoff- und Energiemärkten sowie bei den Emissionszertifikaten auszugehen. Zum Wochenstart jedenfalls ist der EUA-Kurs weiter unter Druck und befindet sich aktuell knapp oberhalb der 60-Euro-Marke.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument25.02.2204.03.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)87,74 EUR65,48 EUR-22,26 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)88,14 EUR65,10 EUR-23,04 EUR
VCU (Voluntary Carbon Units ø)9,44 USD5,45 USD-3,99 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)10,27 USD9,84 USD-0,44 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)94,40 USD118,03 USD+23,63 USD
EURO (Currency, Forex)1,1272 USD1,0931 USD-0,0341 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VCU- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (CBL markets), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 28.02.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

der von Putin von langer Hand vorbereitete Überfall auf die Ukraine hat eine Anzahl von nationalen und internationalen Fehlern und Defiziten aufgedeckt, welche nicht von heute auf morgen abgestellt oder ausgeglichen werden können. Dieser widerwärtige Akt wurde von Bundeskanzler Scholz als „Zeitenwende“ beschrieben, was zweifellos richtig ist. Fraglich ist, wohin diese Zeitenwende führt. Die bisherige internationale Sicherheitspolitik ist mindestens zum Teil eingestürzt wie ein Kartenhaus.

Mit den bislang beschlossenen Sanktionen versucht eine Allianz von Staaten den Aggressor und seine Unterstützer politisch und wirtschaftlich zu isolieren und damit finanziell zu ruinieren. Ob dies gelingt, muss sich erst noch zeigen, derweil Tag für Tag hunderte Millionen an Devisen in die russische Kriegskasse gepumpt werden, weil Staaten rund um den Globus weiterhin russisches Öl, Gas und Kohle importieren. Eine Tatsache, die in einer globalisierten Welt absolut natürlich, in dieser Situation aber nur schwer zu ertragen ist. Alle müssen sich die Frage stellen, wie weit Solidarität geht, wie viele Mühsale, Entbehrungen und Einschnitte in den eigenen Wohlstand man bereit ist zu opfern. Ein Kommentator sagte treffend: „Freiheit zum Nulltarif gibt es nicht.“

Die internationalen Finanzmärkte haben logischerweise empfindlich reagiert. Auch der Markt für europäische Verschmutzungsrechte ist als unmittelbare Reaktion zurückgefallen, obwohl der Verlust im Wochenverlauf dies nicht so deutlich zeigt. Allerdings waren die EUA kurz vor dem Einmarsch der russischen Truppen bereits wieder kurz vor der 96-Euro-Marke und büßten dann rund 10 Euro ein. Danach schienen die Marktteilnehmer aber wieder steigende Preise zu erwarten. Falls vermehrt Energie aus Kohle gewonnen werden müsste, dann würden leider auch die Emissionen ansteigen und damit auch der Bedarf an Zertifikaten. Im heutigen frühen Handel startete der Kurs allerdings noch einmal niedriger und zeichnet nun im Bereich der 84-Euro-Marke.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument18.02.2225.02.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)89,05 EUR87,74 EUR-1,31 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)89,47 EUR88,14 EUR-1,33 EUR
VCU (Voluntary Carbon Units ø)10,77 USD9,44 USD-1,33 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)9,00 USD10,27 USD+1,27 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)91,17 USD94,40 USD+3,23 USD
EURO (Currency, Forex)1,1319 USD1,1272 USD-0,0047 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VCU- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (CBL markets), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 21.02.2022

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sturmtiefs Ylenia, Zeynep und Antonia haben in Europa zu vielen Opfern und materiellen Verlusten geführt. Nach einer ersten Schätzung wurden durch Zeynep in Deutschland versicherte Schäden in Höhe von 900 Millionen Euro verursacht und auch die durch Ylenia versicherten Schäden belaufen sich auf mindestens 500 Millionen Euro. Gemeinsam mit Antonia, welche uns in der vergangenen Nacht überquert hat, liegen die finanziellen Auswirkungen deutlich im Milliardenbereich.

Auch die neue Woche wird wohl besonders in Norddeutschland viel Wind mit sich bringen. Gestern Mittag wurde entsprechend mehr als 60% der Energieerzeugung Deutschlands durch Windenergie sichergestellt. Insgesamt wurden 79% durch regenerative Quellen erzeugt, wodurch die CO2-Emissionen je KWh auf 141 Gramm gesunken sind. Kohle war lediglich mit 10% am Energiemix beteiligt und Erdgas mit weniger als 5%.

Die Preise für CO2-Emissionsrechte in Europa gaben aber nicht nur wegen der geringeren Nachfrage im Energiesektor und der andauernden Ukraine-Krise nach, sondern auch, weil Peter Liese, der für die CDU und Mitglied der Europäischen Volkspartei im EU-Parlament sitzt und dort im Umweltausschuss sitzt, Bedenken hinsichtlich des starken Preisanstiegs für europäische Emissionsrechte (EUA) geäußert hat. Er schlug demnach vor, dass im Sinne der vor wenigen Jahren eingeführten Marktstabilitätsreserve Erleichterungen für die Versteigerung zusätzlicher Emissionsrechte geschaffen werden sollen, jedoch wolle er eine höhere Volatilität der Preise verhindern, entsprechend auch einen Kurseinbruch.

Aktuell ermöglichen die Regelungen des EU ETS, unter bestimmten Umständen weitere EUA zu versteigern, unter Anderem, wenn der CO2-Preis für mindestens 6 Monate das Dreifache des Durchschnittspreises der letzten beiden Vorjahre beträgt. Einige EU-Parlamentarier hatten nun Vorstellungen geäußert, weitere 100 Millionen CO2-Zertifikate aus ihrer „Marktstabilitätsreserve“ freizugeben, wenn der CO2-Preis mindestens 6 Monate lang doppelt so hoch ist wie der Durchschnittspreis in den beiden Vorjahren.

Da aber bei dem Bürokratiemonster EU alles etwas dauert, sollen die konkreten Vorschläge im Juni erörtert werden und es ist nicht davon auszugehen, dass vor der Sommerpause irgendwelche konkreten Maßnahmen als Beschlussvorlage erarbeitet werden.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument11.02.2218.02.22Veränderung
EUA (Spotmarkt)92,45 EUR89,05 EUR-3,40 EUR
EUA (Dezember-2022-Future)92,87 EUR89,47 EUR-3,40 EUR
VCU (Voluntary Carbon Units ø)10,02 USD10,77 USD+0,75 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)9,00 USD9,00 USD+0,00 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)94,86 USD91,17 USD-3,69 USD
EURO (Currency, Forex)1,1352 USD1,1319 USD-0,0033 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VCU- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (CBL markets), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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