Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 04.09.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

es gibt Nachrichten im Zusammenhang mit der globalen Erderwärmung, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Hierzu gehört beispielsweise eine behördliche Ausgangssperre, weil es regnet. Im Sommer, in Spanien. Für rund 10.000 Menschen in der katalanischen Gemeinde Alcanar im Nordosten des Landes wurde gestern aufgrund der Gefahr von schweren Überschwemmungen ein unbefristetes Ausgehverbot verhängt. Der Bevölkerung wurde empfohlen, sich nach Möglichkeit in die oberen Stockwerke der Häuser zu begeben. Innerhalb von nur 24 Stunden war in Alcanar eine Regenmenge von 215 Litern pro Quadratmeter gefallen.

In Deutschland könnte sich die Lücke bei der Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen, welche das Umweltbundesamt (UBA) in seinem Projektionsbericht mit bis zu 331 Millionen Tonnen CO2 Äquivalenten bezifferte, im besten Fall auf „nur“ knapp 200 Millionen Tonnen belaufen, aber nur, wenn die Bundesregierung alle bis Oktober 2022 beschlossenen und geplanten Klimavorkehrungen auch konsequent umsetzt. Diese Prognosen beziehen sich auf die im Klimagesetz selbstgesteckten Ziele Deutschlands.

Allerdings gibt es daneben noch eine zweite Lücke, auf welche die Frankfurter Allgemeine vergangene Woche aufmerksam machte. Neben den nationalen Reduktionszielen haben bekanntlich die Staaten der Europäische Union beschlossen, als Gemeinschaft ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren. Hierzu einigten sich die EU-Staaten unter anderem auf die Lastenteilungsverordnung. Unter diese Verordnung fallen vor allem die Hauptverursacher der Emissionen, nämlich der Verkehr und der Gebäudesektor. Sie sieht vor, dass Großemittenten wie Deutschland ihre Emissionen von 2021 bis 2030 um die Hälfte zu senken haben. Gelingt dies einem EU-Staat nicht, so muss er Emissionsberechtigungen am Markt zukaufen. Falls diese nicht ausreichend verfügbar sein sollten, können Strafzahlungen verhängt werden. Bezogen auf Deutschland bedeutet dies – bei einer prognostizierten Lücke von mindestens 152 Millionen Tonnen CO2 – Ausgleichszahlungen im zweistelligen Milliardenbereich.

Um die Klimaziele noch einzuhalten, forderten das UBA und weitere Experten neben anderen Maßnahmen auch eine deutliche Preiserhöhung für die nationalen Emissionszertifikate für die in Verkehr und Gebäuden eingesetzten Kraft- und Brennstoffe (nEZ). In einem im Juli veröffentlichten Papier schlug das UBA vor, den Preis für nEZ schon im kommenden Jahr auf 90 Euro zu erhöhen. In neueren Berichten wird sogar ein Preis von 200 Euro pro Tonne ab 2025 angenommen, in einem anderen sind es 255 Euro ab 2027.

Aber welche Maßnahmen auch immer ergriffen werden, um die riesige Lücke bei der Reduktion von Emissionen zu verkleinern, sie müssen erkennbar sozial abgefedert werden. Und je früher und konsequenter damit begonnen wird, desto geringer wird die finanzielle Druckwelle, die auf uns zukommt – von den Auswirkungen auf unsere Umwelt ganz zu schweigen.

Mit Beginn des Monats September endete am vergangenen Freitag die Periode mit verringerten Auktionsmengen. Doch dieser Umstand löste am europäischen CO2-Markt keinerlei Reaktionen aus. In einer flachen Range von rund 3 Euro bewegte sich der Preis uninspiriert entlang der 86-Euro Marke. Da nun die Händler wieder mehrheitlich an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, wird es spannend sein zu beobachten, in welche Richtung der Kurs aus dem sich verjüngenden Preiskorridor ausbrechen wird.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument25.08.2301.09.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)84,55 EUR84,43 EUR-0,12 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)85,39 EUR85,27 EUR-0,12 EUR
VER (Natural Carbon Offsets)1,65 USD1,98 USD+0,33 USD
VER (CORSIA eligible Carbon Credits)0,85 USD0,87 USD+0,02 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)84,61 USD88,84 USD+4,23 USD
EURO (Currency, Forex)1,0798 USD1,0785 USD-0,0013 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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ADVANTAG Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 28.08.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Klimawandel mit seinen vielfältigen Ausprägungen hat in der vergangenen Woche bei Waldbränden zu traurigen Rekorden geführt. Der griechische Bürgerschutzminister Vassilis Kikilias klagte zum Beispiel auf einer Pressekonferenz, es sei „der schlimmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.“ Laut EU-Kommission handelt es sich bei den Bränden nahe der nordöstlich gelegenen Hafenstadt Alexandroupolis tatsächlich um die größten Brände in der Geschichte der Europäischen Union. Es seien bereits mehr als 73.000 Hektar verbrannt, teilte der Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic, mit.

Doch dieses Feuer ist quasi nichts im Vergleich mit den Bränden in Kanada. In diesem Jahr zerstörten Feuer in Kanada bereits eine Fläche, die größer ist als die Gesamtfläche Griechenlands.

Ein anderes Beispiel liefert aktuell der Panamakanal, da dort durch anhaltende Dürre ein zu niedriger Wasserstand den Verkehr auf der Wasserstraße erheblich einschränkt und auch noch in den nächsten Monaten einschränken wird. Zahlreiche Frachter müssen auf ihre Durchfahrt warten, vor der Handelspassage bildet sich schon jetzt ein imposanter Schiffsstau. Dadurch geraten weltweit Lieferketten ins Stocken. 

Da klingt es etwas verstörend, wenn zur gleichen Zeit der aktuelle Projektionsbericht des Umweltbundesamts zu dem Ergebnis kommt, dass bei den geplanten neuen Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung eine Lücke bei der Minderung von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2030 von bis zu 331 Millionen Tonnen verbleiben könnte. Das Ziel, Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu machen, würde unter den gegebenen Umständen nicht erreicht, schreibt das Umweltbundesamt. Nach scharfer Kritik auch aus der Wissenschaft an der Neufassung des Klimaschutzgesetzes, hat am Mittwoch ein breites Bündnis von 42 Verbänden die Regierung aufgefordert, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um doch noch „die deutschen Klimaziele bis 2030 zu erreichen“. Wichtig sei dabei auch „eine sozial gerechte Umsetzung der Transformation“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Donnerstag allerdings auch etwas Positives zu berichten. Demnach hat der Netzbetreiber Tennet eine Lücke in der Stromachse von Norddeutschland nach Süden geschlossen. Am Mittwoch wurde eine neue Hochspannungsleitung zwischen Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) und St. Hülfe (Diepholz) in Betrieb genommen, die eine wichtige Verbindung zwischen Nordsee und Nordrhein-Westfalen schließt, wie das Unternehmen anlässlich der Inbetriebnahme mitteilte. Dadurch könne nun mehr Windstrom eingespeist und nach Süden geleitet und so deutlich die Abschaltung von Windenergieanlagen verringert werden. Insgesamt könne die Leitung 3,3 Gigawatt Strom von der Küste Richtung Süden leiten. Das entspreche der Leistung von zwei Großkraftwerken.

Der Industriestandort NRW wird dadurch also mit mehr grünem Strom versorgt, welcher auch bei der Herstellung von grünem Wasserstoff zum Einsatz kommen könnte.

Der Markt für die Europäischen Emissionsrechte zeigte sich in der vergangenen Woche ausgesprochen volatil und umfasste eine Preisspanne von rund sechs Euro. Der Dezember-Kontrakt überstieg dabei im Hoch kurzzeitig die 90-Euro-Marke.

Nach Bekanntwerden der Einigung im Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen an drei Flüssiggasterminals in Australien sanken die Notierungen für Erdgas rapide und zogen die EUA anschließend ebenfalls in den Keller. Nachdem die europäischen Kohlenstoffpreise am Freitagmorgen einen zweiwöchigen Tiefstand erreicht hatten, kehrten sie ihre Richtung um, weil einerseits auch die Energiepreise wieder anstiegen, und andererseits eines der besten Auktionsergebnisse in diesem Jahr Händler mit Short-Positionen zu Gewinnmitnahmen ermutigte.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument18.08.2325.08.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)87,18 EUR84,55 EUR-2,63 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)88,01 EUR85,39 EUR-2,62 EUR
VER (Natural Carbon Offsets)1,58 USD1,65 USD+0,07 USD
VER (CORSIA eligible Carbon Credits)0,73 USD0,85 USD+0,12 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)84,75 USD84,61 USD-0,14 USD
EURO (Currency, Forex)1,0870 USD1,0798 USD-0,0072 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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ADVANTAG Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 21.08.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

die EU hat in der vergangenen Woche den Bericht über die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in der EU vorgelegt, welche durch Unternehmen und Haushalte ausgestoßen werden.

Demnach wurden im ersten Quartal 2023 insgesamt 941 Millionen Tonnen CO2 oder dessen Äquivalent in anderen Treibhausgasen (CO2e) ausgestoßen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2022 ist das ein Rückgang von gut drei Prozent. Im ersten Quartal 2010 waren es noch 1.172 Tonnen, seitdem geht der Gesamtausstoß in der EU kontinuierlich nach unten, wobei der EU-Emissionshandel einen herausragenden Beitrag leistet.

Die größten Emissionsverursacher waren mit 24% die Haushalte, gefolgt vom verarbeitenden Sektor mit 20%, der Energieversorgung mit 19% sowie der Landwirtschaft mit 13%. Im Transportbereich stiegen die Emissionen auf 10%, weswegen gerade hier weitere Maßnahmen erforderlich sind.

In der vergangenen Börsenwoche legten die EU-Emissionsberechtigungen abermals auf Wochenschlusskursbasis 1,5% zu und schloss zwischen der 38-Tageslinie (EUR 88,42) und der 200-Tageslinie (EUR 86,61) bei EUR 88,01 für den Dezember-Future. Am Donnerstag folgte ein Ausbruch in Richtung 90-Euro-Marke, jedoch war dieser nur von kurzer Dauer.

In dieser Woche gibt es noch einmal das halbierte Auktionsvolumen an der Leipziger EEX mit insgesamt 4.963.000 EUAs an vier Börsentagen. Ab Freitag kommender Woche beginnt wieder das reguläre Angebot mit Beginn des Septembers.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument11.08.2318.08.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)85,88 EUR87,18 EUR+1,30 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)86,73 EUR88,01 EUR+1,28 EUR
VER (Natural Carbon Offsets)1,80 USD1,58 USD-0,22 USD
VER (CORSIA eligible Carbon Credits)0,93 USD0,73 USD-0,20 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)86,57 USD84,75 USD-1,82 USD
EURO (Currency, Forex)1,0946 USD1,0870 USD-0,0076 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 14.08.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der vergangenen Woche hat die deutsche Bundesregierung den Entwurf des Wirtschaftsplans des „Klima- und Transformationsfonds“ für die Jahre 2024 bis 2027 beschlossen.


Der Fonds soll ein Volumen von insgesamt 57,6 Milliarden Euro haben und die Dekarbonisierung in Deutschland beschleunigen, indem die Sanierung von Gebäuden mit knapp 19 Milliarden, die Deutsche Bahn mit 12,5 Milliarden, die erneuerbaren Energien mit 12,6 Milliarden und die Elektromobilität nebst Ladeinfrastruktur mit gut 5 Milliarden Euro gefördert wird. Zudem soll der Aufbau der Wasserstoff-Industrie sowie die Halbleiterindustrie jeweils ca. 4 Milliarden Fördermittel erhalten. Bereits im kommenden Jahr sollen knapp 21,6 Milliarden für die Gesamtmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden.

Da die Bundesregierung jedoch auch Einnahmen dafür benötigt, soll der Preis für nationale Emissionszertifikate im nächsten Jahr um 10 Euro auf 40 Euro steigen und nicht, wie ursprünglich angedacht, auf 45 Euro je Tonne CO2. 2025 steigen die Preise für die nationalen Emissionszertifikate dann auf 55 Euro und 2026 auf 65 Euro nach aktuellem Fahrplan.

Aber nicht nur Deutschland hat besondere nationale Regeln für Emittenten, auch Ungarn hat nun einen nationalen Beschluss in Form eines Dekrets zum Thema CO2-Emissionshandel gefasst. Hier sollen nun die Teilnehmer am EU-Emissionshandel EU-ETS ab diesem Monat für alle kostenlos zugeteilten Emissionsrechte eine Abgabe in Höhe von 40 Euro je Tonne CO2e sowie eine Transaktionssteuer in Höhe von 10% zahlen, sollten sie die kostenlos zugeteilten Emissionsrechte vor der jeweils Ende April endenden Compliance-Periode verkaufen.

Die Preise im EU-ETS haben zum Ende der vergangenen Handelswoche zugelegt und auf Basis der Wochenschlusskurse einen Anstieg von gut 3,7% zu verzeichnen. Noch bis zum Ende des Monats gibt es die halbierten Auktionsvolumina und da die EUA wieder oberhalb der 200-Tage-Linie notieren, wird es interessant sein zu sehen, ob die Nachfrage nach EUAs bei den Auktionen weiter ansteigt.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument04.08.2311.08.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)82,74 EUR85,88 EUR+3,14 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)83,65 EUR86,73 EUR+3,08 EUR
VER (Natural Carbon Offsets)1,90 USD1,80 USD-0,10 USD
VER (CORSIA eligible Carbon Credits)0,97 USD0,93 USD-0,08 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)86,02 USD86,57 USD+0,55 USD
EURO (Currency, Forex)1,1010 USD1,0946 USD-0,0064 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 07.08.2023

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Forschungsteam der Schweizer Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat sich mit der Temperaturentwicklung in den letzten 1.200 Jahren beschäftigt und anhand von 50 Millionen Zellen aus den Jahresringen von 188 skandinavischen Waldkiefern den Beweis erbracht, dass die gegenwertige Erderwärmung beispiellos sei, wie sie jetzt im Fachjournal „Nature“ publizierten.

Skeptiker des durch den Menschen verursachten Klimawandels gehen immer wieder auf die mittelalterliche Wärmeperiode ein. Das Team um Studienleiter Georg von Arx widerlegte nun Behauptungen, dass die jetzige Klimaerwärmung aufgrund natürlicher Schwankungen hervorgerufen sein könnte. Die Forschungsergebnisse zeigen für die Jahre von 850 bis 1100 zwar höhere Temperaturen als in den nachfolgenden Jahrhunderten, jedoch seien diese deutlich unter den aktuellen Temperaturen gewesen.

Zukünftige Studien sollen nach diesem Verfahren nun auch die klimatische Entwicklung in anderen Teilen der Erde aufzeigen, insbesondere auf der Südhalbkugel.

Der Kampf gegen den Klimawandel wird in Europa und weiten Teilen der Welt mittlerweile durch marktwirtschaftliche Instrumente geführt. So hat allein Deutschland im ersten Halbjahr 2023 nahezu vier Milliarden Euro durch die Ausgabe von CO2-Emissionsberechtigungen im europäischen Emissionshandelssystem sowie dem nationalen Emissionshandel eingenommen. Mit diesem Geld werden insbesondere Klimaschutzmaßnahmen und grüne Technologien gefördert.

Im nationalen Emissionshandel wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres ca. 600 Millionen Euro eingenommen, im Vorjahreszeitraum waren es 650 Millionen Euro. Die Gesamteinnahmen des nationalen Emissionshandels waren im vergangenen Jahr 6,4 Milliarden Euro. 2023 rechnet die Deutsche Emissionshandelsstelle mit Gesamteinnahmen in Höhe von 6,8 Milliarden Euro, was zeigt, dass annähernd 90% der Käufe im zweiten Halbjahr durch die Inverkehrbringer fossiler Brennstoffe getätigt werden.

Und in diesem Jahr sollten die dem nationalen Emissionshandel verpflichteten Unternehmen besonders genau kalkulieren, da sich der Preis der Zertifikate nicht nur um 17% auf 35 Euro je nationalem Emissionszertifikat erhöhen könnte, sondern womöglich um 50% auf 45 Euro, wenn der Entwurf des Haushaltsfinanzierungsgesetzes dementsprechend beschlossen werden sollte. Lediglich 10% der per 31.12. des Jahres auf dem Registerkonto gehaltenen Zertifikate können im Folgejahr noch zum alten Preis an der EEX erworben werden. Auch auf dem Sekundärmarkt werden die Preise für 2023er nEZ im kommenden Jahr über dem aktuellen Ausgabepreis von 30 Euro liegen.

In der vergangenen Woche haben die Preise für Emissionsrechte des Europäischen Emissionshandels weiter nachgegeben und knapp 6% auf Wochenschlusskursbasis verloren.

Aufgrund der turnusmäßig am Mittwoch ausfallenden polnischen Auktion werden in dieser Woche lediglich 4.957.000 EUAs an der EEX versteigert, was neben voraussichtlich wieder steigenden Temperaturen in Teilen Europas derzeit zu den wenigen bullishen Indikatoren gehört.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument28.07.2304.08.23Veränderung
EUA (Spotmarkt)87,75 EUR82,74 EUR-5,01 EUR
EUA (Dezember-2023-Future)88,68 EUR83,65 EUR-5,03 EUR
VER (Natural Carbon Offsets)1,93 USD1,90 USD-0,03 USD
VER (CORSIA eligible Carbon Credits)1,05 USD0,97 USD-0,08 USD
nEZ (nationale Emissionszertifikate (D))30,00 EUR30,00 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)84,80 USD86,02 USD+1,22 USD
EURO (Currency, Forex)1,1015 USD1,1010 USD+0,0005 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse (carboncredits.com), welche im Rahmen von CORSIA und der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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