Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 17.12.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Deutschland wurde passend zur Weltklimakonferenz in Katowice das Wort des Jahres von der Gesellschaft für deutsche Sprache in der vergangenen Woche gewählt: Heißzeit.

Dort hielt eine der beeindruckendsten Reden die 15-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg aus Schweden, welche seit diesem Sommer durch einen Schulstreik mit der Initiative „Climate Justice Now“ auf den Klimawandel aufmerksam macht. Sie sagt in klaren und verständlichen Worten, dass die Politiker aus Feigheit nicht die Notbremse ziehen und endlich ernsthaft etwas gegen den Klimawandel unternehmen. „Ihr seid nicht einmal erwachsen genug, uns die Wahrheit zu sagen. Sogar diese Bürde überlasst Ihr uns Kindern.“, führt das intelligente Mädchen aus und prangert die Folgen unserer westlich-dekadenten Konsumgesellschaft an. Sie forderte die anwesenden Politiker aus ca. 200 Staaten auf, die Klimakrise als existentielle Krise zu behandeln und die Nutzung fossiler Brennstoffe zu beenden. Weiterhin führt sie aus: „Wenn Lösungen in diesem System so schwer zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.“

Wie unbeliebt politische Schritte in Richtung Dekarbonisierung der Gesellschaft sind, zeigte sich zuletzt in Frankreich, als die Regierung fossile Brennstoffe höher besteuern wollte und damit Unruhen im ganzen Land durch die Bewegung der „gelben Westen“ hervorrief. Die Regierungen der westlichen Industriestaaten haben nun die schwierige Aufgabe, den Klimawandel zu bekämpfen und gleichzeitig soziale Konflikte zu vermeiden.

Im polnischen Katowice ging die 24. Conference of the Parties (COP24) nach einer Verlängerung zu ende. Im Nachgang des Pariser Klimaabkommens wurden Regelungen vereinbart, wie die Ziele des Abkommens von 2015 umgesetzt werden können. Weiterhin wurde der Bericht des Weltklimarates, von welchem wir vor wenigen Wochen berichtet haben, angenommen, auch wenn die dabei benutzte Wortwahl absurd erscheint.

Verbindliche Regelungen, welche die Staaten zu Treibhausgasreduktionen verpflichten, fehlen leider gänzlich und es gibt auch keine Sanktionen im Falle nicht eingehaltener, eigener Ziele der Teilnehmerstaaten.

Die Konferenz legte jedoch weitere Ziele hinsichtlich von Zahlungen fest, welche den vom Klimawandel betroffenen ärmeren Staaten ab 2025 zukommen sollen. Weiterhin soll ab 2024 eine transparente globale Datenerhebung über die Entwicklung des Treibhausgasausstoßes geben, da diese aktuell noch nicht existiert.

Im kommenden Jahr findet die Weltklimakonferenz COP25 in Chile statt. Dort ist einer der Schwerpunkte der CO2-Handel, bei welchem die Europäische Union eine Führungsrolle einnimmt. Insofern der europäische Emissionshandel durch die 2017 beschlossenen Erneuerungen seine Wirksamkeit als optimales marktpolitisches Instrument zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes in der EU beweist, werden weitere Regionen folgen und der Weg zu einem globalen Emissionshandel weiter geebnet.

Ob dies letztendlich zu mehr Gerechtigkeit auf der Welt und zu einem nachhaltigeren Konsumverhalten führt, oder ob das ein Freifahrtschein zum „weiter so“ wird, wie Greta Thunberg in ihrer bemerkenswerten Rede ausführt, wird sich zeigen.

Die Preise für europäische Emissionsrechte legten in der vergangenen Woche deutlich um 15% auf mehr als 23 Euro pro Tonne CO2 zu, was insbesondere der Tatsache geschuldet ist, dass heute die letzte Auktion für dieses Jahr an der EEX stattfindet und somit weniger Volumen im Handel verfügbar ist. Und hohe Preise für die Emission von Treibhausgasen ist ein triftiger Grund für die Verursacher, deren Ausstoß zu vermeiden.

 

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 07.12.18 14.12.18 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 20,30 EUR 23,36 EUR +3,06 EUR
EUA (Dezember-2018-Future) 20,30 EUR 23,37 EUR +3,07 EUR
CER (Spotmarkt) 0,25 EUR 0,25 EUR +0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 60,89 USD 60,11 USD -0,78 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1396 USD 1,1305 USD -0,0091 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

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Advantag Services GmbH

 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 10.12.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

während in Deutschland die Politik und vor allem die Autoindustrie um eine Lösung ringen, die Feinstaubbelastung in Städten einzudämmen, wird diese Problematik bei unseren Nachbarn in Polen weitgehend ignoriert. Laut einer Ende 2017 veröffentlichten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegen von den 50 EU-Städten mit der höchsten Luftverschmutzung 33 in Polen. Grund hierfür sind vor allem private Heizöfen und die Kohlekraftwerke des Landes. In vielen Städten heizt eine Mehrzahl der Bewohner immer noch mit teils minderwertiger Kohle. Auch Haushaltsabfälle landen oft in den Brennöfen, etwa Plastikflaschen und Elektrokabel. Die schlesische Großstadt Katowice setzt beim Kampf gegen den Smog mittlerweile auf Drohnen, welche über den Schornsteinen dank einer speziellen Vorrichtung „riechen“ können, was gerade verbrannt wird. So kann die örtliche Polizei diejenigen, die mit giftigen Stoffen heizen, sofort ertappen und bestrafen. Das Bußgeld in Höhe von 100 Euro schreckt jedoch kaum jemanden ab. Es bleibt immer noch viel billiger, die Geldstrafen zu zahlen, als hochwertige Kohle für den ganzen Winter zu kaufen.

Aktuell können sich die Teilnehmer der 24. Weltklimakonferenz unmittelbar selbst ein Bild von der Lage machen. Dort seien, laut Medienberichten, auf Expertenebene gute Fortschritte in Richtung auf einheitliche Standards gemacht worden, so dass sich in den kommenden Tagen die verantwortlichen Minister mit den weiterführenden Entscheidungen beschäftigen können. Wie bereits im vergangenen Jahr, trat auch in Katowice erneut der ehemalige kalifornische Gouverneur und jetzige Umweltaktivist Arnold Schwarzenegger auf und sorgte mit seiner Bemerkung, Amerikas Präsident sei „meschugge“, für Aufsehen.

Zu etwa derselben Zeit vor einem Jahr wurde die Reform des europäischen Emissionshandels mit wichtigen Eckdaten ab 2021 beschlossen. Damals stand der Kurs für die CO2-Emissionszertifikate bei rund 7 Euro. Die Marktwirksamkeit der Beschlüsse ist damit mehr als bewiesen worden. Doch ausgerechnet der Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz scheint alles daran setzen zu wollen, einen weiteren Anstieg des CO2-Preises über die 20-Euro-Marke zu behindern. So bemühte man sich im September auf politischer Ebene intensiv, gegen einen weiteren Preisanstieg vorzugehen. In der vergangenen Woche zündete Polen nun die nächste Stufe, indem bekanntgegeben wurde, dass man im kommenden Jahr mehr als 50 Millionen bislang zurückgehaltener Zertifikate zusätzlich auf den Markt werfen wolle. Die Reaktion darauf war schlicht panisch. Hatte sich der Kurs Anfang der Woche stabil bei knapp über 20 Euro eingependelt, stürzte er am Donnerstag innerhalb kürzester Zeit um mehr als 2 Euro ab und wurde erst an der 18-Euro-Marke gestoppt. Offenbar profitierten hiervon etliche Unternehmen, welche sich wie auf Knopfdruck reichlich mit Zertifikaten eindeckten. Dies hatte jedoch zur Folge, dass der Preis bereits am Freitag wieder seinen alten Stand zurück eroberte, fast so, als sei nichts geschehen.

 

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 30.11.18 07.12.18 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 20,50 EUR 20,30 EUR -0,20 EUR
EUA (Dezember-2018-Future) 20,50 EUR 20,30 EUR -0,20 EUR
CER (Spotmarkt) 0,27 EUR 0,25 EUR -0,02 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 59,17 USD 60,89 USD +1,19 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1316 USD 1,1396 USD +0,0236 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Advantag Services GmbH

HKN – Preisupdate KW 50

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

aktuell bieten wir folgende Herkunftsnachweise für Grünstrom indikativ an:

 

(Aktuelle Verkaufspreisindikationen / OTC)      
Herkunft Jahr Region Preis / MWh
Erneuerbare Energien 2018 Europa 1,62 EUR
Wasserkraft 2018 Europa 1,64 EUR
Wasserkraft 2019 Europa 1,92 EUR
Wasserkraft 2020 Europa 1,98 EUR
Biomasse 2018 Europa 1,64 EUR

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Advantag Services GmbH

 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 03.12.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern startete die 24. Weltklimakonferenz (COP24) mit Teilnehmern aus 196 Vertragsstaaten im polnischen Katowice, dem Herz des schlesischen Kohlebeckens. Bereits 2013 fand die Konferenz in der polnischen Hauptstadt statt, da Polens Energieversorgung zu 80% aus Kohle erfolgt.

Ab heute treffen sich die Staats- und Regierungschefs, um politische Erwartungen an die Konferenz zu formulieren und insbesondere ein Signal für „just transition“, den gerechten Übergang in eine klimaneutrale Welt zu setzen. In dieser Woche wird auf Beamtenebene verhandelt. Hierbei sollen Texte, die den Verhandlungen zugrunde liegen, einem größtmöglichen Konsens obliegen. Punkte, bei denen noch keine Einigung erreicht werden kann, werden in der zweiten Woche auf Ministerebene verhandelt. Am Freitag, dem 14. Dezember, sollen die finalen Dokumente vom Plenum der Vertragsstaatenkonferenz beschlossen werden.

Die Europäische Kommission hat im Vorfeld in der vergangenen Woche einen Fahrplan zum Übergang in eine CO2-arme Wirtschaft vorgestellt. Nach den Vorstellungen der europäischen Kommission sollen die Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 um 80% gegenüber 1990 gesenkt werden; bis 2030 sollen es 40% sein, bis 2040 dann 60%.

Hierbei sieht die Kommission in der Stromerzeugung und -verteilung das größte Einsparpotential, da diese bis 2050 nahezu emissionsfrei sein könne, indem fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werde. Der Verkehrsbereich soll ebenfalls 60% weniger Emissionen erzeugen und die Gebäudeemissionen 90%. Auch die Industrie soll mit einer Reduktion von 80% bis 2050 ihren Teil durch energieeffiziente Technologien dazu beitragen. In der Landwirtschaft hingegen wird jedoch ein Wachstum aufgrund steigender globaler Nachfrage von einem Drittel prognostiziert.

Das Umweltbundesamt hat zudem in der vergangenen Woche aktualisierte Kostensätze vorgelegt, wonach jede emittierte Tonne CO2 Schäden in Höhe von 180 Euro verursacht. Hierzu zählen zerstörte Ökosysteme, aussterbende Tier- und Pflanzenarten, Produktionsausfälle, Ernteverluste oder Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Allein der in Deutschland erzeugte Braunkohlestrom führte demnach 2016 zu Umweltschadenskosten von 31,2 Milliarden Euro oder umgerechnet knapp 21 Cent pro Kilowattstunde.

Als Resultat unseres gemeinschaftlichen Handelns und unserer konsumorientierten Lebensweise wurde 2018 zu einem der heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wie die Weltorganisation für Meteorologie WMO am vergangenen Donnerstag bekanntgab. Es ist das viertheißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die WMO mahnt hierbei dringlich an, dass die Zeit zum Handeln knapp werde und macht, wie alle anderen seriösen Organisationen und Wissenschaftler auch, den Menschen als Brandbeschleuniger verantwortlich.

Selbst im sonst regenverwöhnten Deutschland wurde 2018 die größte jemals seit Beginn der Aufzeichnung vor 140 Jahren gemessene Dürreperiode gemessen. Die extrem niedrigen Pegelstände der Flüsse sind noch immer spürbar, trotz leicht gestiegener Niederschlagsmengen. Man muss kein Kaffeesatzleser sein, um zu erkennen, was geschehen wird, wenn die Gletscher der Alpen kein Wasser mehr liefern und solche Dürreperioden mehrere Jahre andauern.

Es bleibt daher zu hoffen, dass die Verhandlungen in Katowice erfolgreich sein werden und die Verursacher der globalen Treibhausgasemissionen Wege zur Transition in eine treibhausgasarme Zukunft ebnen. Denn der Klimawandel ist da und wir erleben den Anfang der Auswirkungen bereits jetzt.

 

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 23.11.18 30.11.18 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 20,18 EUR 20,50 EUR +0,32 EUR
EUA (Dezember-2018-Future) 20,21 EUR 20,50 EUR +0,29 EUR
CER (Spotmarkt) 0,27 EUR 0,27 EUR +0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 59,00 USD 59,17 USD +0,17 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1337 USD 1,1316 USD -0,0021 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

 

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