Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 08.11.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die erste Woche der Weltklimakonferenz in Glasgow (COP26) ist vorüber und wie üblich gehen die Meinungen über das bisher Erreichte weit auseinander. Ein Beschluss zur Begrenzung des Methan-Ausstoßes sowie eine Erklärung über den Stopp der Entwaldung gehören bislang zu den bemerkenswerten Höhepunkten der Verhandlungen. Klimaexperten rund um den Globus werden dabei nicht müde zu berechnen, wie sich die bisherigen Ankündigungen samt Anpassungen bei strikter Umsetzung auf das Erreichen der Pariser Klimaziele auswirken würden. Licht am Ende des Tunnels sehen in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Internationale Energieagentur (ETA) oder die Universität Melbourne, welche übereinstimmend eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad errechneten.

Dabei ist natürlich klar, dass es sich um Prognosen handelt, welche auf Absichtserklärungen beruhen. Es war ja wesentlicher Bestandteil des Pariser Abkommens, dass die Nationen selbstbestimmt festlegen dürfen, was sie wann beschließen und umsetzen, um ihren Anteil zu den Zielen beizutragen. Sie scheinen nun tatsächlich in Reichweite zu sein, entscheidend sind aber die tatsächlichen Anstrengungen, das Ende des Tunnels auch wirklich zu erreichen.

An kaum einem anderen Thema wird dies so deutlich wie beim Ausstieg aus der Kohleförderung. Dies scheint in der öffentlichen Wahrnehmung so eine Art Währung zu sein, an welcher man ablesen kann, welche Fortschritte gemacht werden. Das ist sicherlich weder richtig noch fair, es macht aber deutlich, dass bei einem auch historisch so unglaublich komplexen Thema Erklärungs- und Entscheidungshilfen dringend nötig sind.

Am CO2-Markt gab es zu Beginn der vergangenen Handelswoche, nach einer längeren, stabilen Seitwärtsbewegung, erneut eine deutlichere Korrektur. Hierbei wurden wichtige technische Signale durchbrochen, doch bei der 57-Euro-Marke wurde der Abwärtstrend gestoppt. Die zweite Wochenhälfte war dann von einem nervösen Kampf um die 60-Euro-Linie geprägt. Hieraus resultierte auf Wochenbasis ein leichtes Plus.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument29.10.2105.11.21Veränderung
EUA (Spotmarkt)58,69 EUR59,38 EUR+0,69 EUR
EUA (Dezember-2021-Future)58,71 EUR59,39 EUR+0,68 EUR
CER (Voluntary Spotmarkt ø)4,78 USD4,78 USD+0,00 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)13,69 USD13,69 USD+0,00 USD
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)83,69 USD82,26 USD-1,43 USD
EURO (Currency, Forex)1,1561 USD1,1569 USD+0,0008 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse des Vormonats (eco securities), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 01.11.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bundesrepublik Deutschland muss als einziges wirtschaftlich bedeutendes Land der Europäischen Union Ausgleichszahlungen für die Nichterreichung der Klimaziele im Jahr 2020 entrichten.

Deutschland ist verpflichtet. Insgesamt 22 Millionen Emissionseinheiten (AAU) von Staaten zu erwerben, welche ihre Treibhausgas-Reduktionsziele übererfüllt haben. Das deutsche Bundesumweltministerium ist nun mit verschiedenen Staaten in Verhandlung in Bezug auf den Erwerb der Emissionszertifikate.

Gestern einigten sich die G20-Staaten in Rom auf einen Kompromiss, welcher davon ausgeht, dass man das Ziel der Erderwärmung auf maximal 1,5°C zu begrenzen kann. Auf konkrete Maßnahmen konnte man sich nicht einigen.

Um das Ziel jedoch trotzdem zu erreichen, hat am Sonntag die 26. Conference Of Parties, COP26, in Glasgow begonnen. Die Erwartungshaltungen in Bezug auf die Verhandlungen hinsichtlich der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 sind nicht besonders groß. Umso überraschender sind die Aussagen des russischen Präsidenten Putin, der sein Land bis 2060 klimaneutral gestalten will.

In der vergangenen Handelswoche konnten die Preise für europäische Emissionsrechte auf Wochenschlusskursbasis trotz schwächelnder Öl-Kurse moderat zulegen und bewegten sich in einer Range zwischen 57,92 und 60,20 Euro für den Dezember-Future. Ob die Glasgower Verhandlungen Einfluss auf die Kurse haben werden, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Auch in dieser Woche werden wiederum 11,4 Millionen EUA an der Leipziger EEX versteigert.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument22.10.2129.10.21Veränderung
EUA (Spotmarkt)58,24 EUR58,69 EUR+0,45 EUR
EUA (Dezember-2021-Future)58,27 EUR58,71 EUR+0,44 EUR
CER (Voluntary Spotmarkt ø)4,78 USD4,78 USD+0,00 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)13,69 USD13,69 USD+0,00 USD
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)85,86 USD83,69 USD-2,17 USD
EURO (Currency, Forex)1,1645 USD1,1561 USD-0,0084 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse des Vormonats (eco securities), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 25.10.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, wurde nach dem zweiten Weltkrieg als Teil des Marshall-Plans zur Unterstützung des durch den Krieg zerstörten Deutschlands gegründet. Seitdem werden durch die KfW Investitionen gelenkt und die Umsetzung der Pläne der Regierung gefördert.

In Zukunft soll die KfW nach Vorstellungen von FDP-Chef Christian Lindner Investitionen in den Klimaschutz mit Programmen in Höhe von mindestens 50 Millionen Euro jährlich gefördert werden. Somit soll die Transformation in Richtung Dekarbonisierung und Erneuerung in verschiedenen Sektoren, unter anderem in der Immobilienwirtschaft, gefördert werden. Warum das Tempolimit von 130 nicht umgesetzt wird, obwohl es ohne bemerkenswerten Aufwand mehr als zwei Millionen Tonnen CO2 jährlich einspart, bleibt unverständlich.

Am EU-Markt für CO2-Emissionsrechte gab es am Monta der vergangenen Woche eine heftige Kurskorrektur, da die EUAs durch eine wichtige Unterstützungslinie in der Nähe von 57 Euro gebrochen sind. Der Dezember-Future notierte kurzzeitig nur knapp oberhalb der Marke von 54 Euro und schaffte es erst am Freitag, wieder Preise oberhalb der 60-Euro-Marke zu zeigen. Auf Wochenschlusskursbasis war immer noch ein Minus von 1,17 Euro zu verzeichnen.

In der kommenden Woche werden wiederum 11,4 Millionen EUA im Auftrag der EU, Polens und Deutschlands an der Leipziger EEX versteigert.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument15.10.2122.10.21Veränderung
EUA (Spotmarkt)59,41 EUR58,24 EUR-1,17 EUR
EUA (Dezember-2021-Future)59,44 EUR58,27 EUR-1,17 EUR
CER (Voluntary Spotmarkt ø)3,50 USD4,78 USD+1,28 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)14,49 USD13,69 USD-0,80 USD
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)84,82 USD85,86 USD+1,04 USD
EURO (Currency, Forex)1,1598 USD1,1645 USD+0,0047 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse des Vormonats (eco securities), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 18.10.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die hohen Energiepreise haben mittlerweile auch die Verantwortlichen der Europäischen Union erreicht. Die EU-Energiekommissarin Kadri Simson äußerte sich besorgt hinsichtlich der aktuellen Preisentwicklung und benannte diese als Ausnahmesituation. Kadri Simson benannte zudem den Wirtschaftsaufschwung und die damit verbundene Nachfrage nach Energie als Treiber.

Da sich die Einnahmen aus dem CO2-Emissionshandel EU-weit in den ersten neun Monaten des Jahres um knapp 11 Milliarden Euro erhöht haben, könnten Mittel hieraus Verwendung finden, um Maßnahmen zur Unterstützung von Haushalten ergriffen werden, welche aufgrund niedriger Einkommen besonders leiden. In Bezug auf kurzfristige Einzelmaßnahmen verwiess Brüssel jedoch auf die nationalen Zuständigkeiten der EU-Mitgliedsstaaten.

Die Preisentwicklung am europäischen Markt für CO2-Emissionsrechte gab es in der vergangenen Handelswoche eher eine Seitwärtsbewegung, welche jedoch mit einem Plus von knapp 2% gegenüber dem Vorwochenschlusskurs zeigte. Die marktpsychologisch wichtige Marke von 60 Euro konnte jedoch nicht gehalten werden, obwohl der Kurs mehrfach darüber anzutreffen war.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument08.10.2115.10.21Veränderung
EUA (Spotmarkt)58,29 EUR59,41 EUR+1,12 EUR
EUA (Dezember-2021-Future)58,33 EUR59,44 EUR+1,11 EUR
CER (Voluntary Spotmarkt ø)3,50 USD3,50 USD+0,00 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)14,49 USD14,49 USD+0,00 USD
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)82,50 USD84,82 USD+2,32 USD
EURO (Currency, Forex)1,1580 USD1,1598 USD+0,0018 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse des Vormonats (eco securities), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 11.10.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Diskussion um die hohen Preise im Energiesektor hielt auch in der vergangenen Handelswoche auf den unterschiedlichen Ebenen an. Die Suche nach den Ursachen stellt dabei eine nicht unerhebliche Herausforderung dar, denn in einem offenen, global vernetzten Markt sind die Verbindungen zwischen Ursachen und Wirkungen nur selten präzise darstellbar.

Während also einige den starken Anstieg beim CO2-Preis selbst als Ursache verorteten, sahen andere Marktbeobachter eher den Gaspreis als treibende Kraft. Und je nach dem folgen dann auch entsprechende politische Forderungen. Offenbar denkt die EU-Kommission sowohl über kurzfristige regulative Eingriffe am Gasmarkt, als auch über nachhaltigere Strategien zur Eindämmung der Energiepreise nach. Das wiederum könnte den russischen Präsidenten Putin dazu motiviert haben, laut über die Erhöhung von Liefermengen zu sprechen. Polen, das aktuell politisch am Rande eines Polexit wandelt, wünscht sich Mantra-artig eine Preisbegrenzung für CO2 und es werden zudem hier und da Stimmen lauter, welche Zugangsbeschränkungen für Spekulanten fordern.

Was diese betrifft, ist allerdings der Einfluss unverkennbar. Natürlich gilt das in allen Sektoren, die Spekulanten als Spielwiese für sich entdecken – und zwar teilweise sogar mit dramatischen Auswirkungen auf ganze Volkswirtschaften und/oder auf das Schicksal von Einzelnen. Ohne Zweifel haben die spekulativen Teilnehmer zuletzt mit dazu beigetragen, den CO2-Preis auf ein Niveau zu heben, welches Einfluss auf umweltrelevante Unternehmensentscheidungen hat – ein vom Pariser Abkommen ausdrücklich angestrebtes Ziel.

Am vergangenen Mittwoch fiel der Kurs für die Europäischen Verschmutzungsrechte allerdings bei gewaltigen Handelsvolumen um rund 9 Prozent und trieb den Preis dabei von über 65 Euro kurzfristig bis unter die Marke von 58 Euro. Das war natürlich ein Kaufsignal besonders für abgabepflichtige Unternehmen und so zog der Preis zunächst wieder ein wenig an. Bis zum Handelsschluss konnte sich der Markt allerdings nicht wirklich von dieser Korrektur erholen und so bleibt abzuwarten, wann und in welchem Tempo es wieder bergauf gehen wird.

  (Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument01.10.2108.10.21Veränderung
EUA (Spotmarkt)61,99 EUR58,29 EUR-3,70 EUR
EUA (Dezember-2021-Future)62,04 EUR58,33 EUR-3,71 EUR
CER (Voluntary Spotmarkt ø)3,50 USD3,50 USD+0,00 USD
VER (Gold Standard Spotmarkt ø)14,49 USD14,49 USD+0,00 USD
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)79,14 USD82,50 USD+3,36 USD
EURO (Currency, Forex)1,1592 USD1,1580 USD-0,0012 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER- und VER-Kursen handelt es sich um Durchschnittskurse des Vormonats (eco securities), welche im Rahmen der freiwilligen Kompensation Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)