Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 23.09.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute Nachmittag spricht die deutsche Bundeskanzlerin vor der UN-Weltklimakonferenz in New York, bei der neben ihr weitere Staatschefs teilnehmen werden. Der US-Präsident Trump, der nicht dafür bekannt ist, dem Wissen den Vorrang zu geben, ist lieber auf einer religiösen Veranstaltung, in der es um Glauben geht.

Mit im Gepäck hat die Bundeskanzlerin den deutschen „Klimaschutzplan 2030“, welcher den Bereich und Verkehr mit einbeziehen soll. Hierfür soll ein nationaler CO2-Zertifikathandel das Steuerungsinstrument sein. Die Preise sollen 2021 mit 10 Euro je Tonne starten und bis 2025 auf 35 Euro steigen. Ab 2026 soll zunächst ein Höchstpreis von 60 Euro je Tonne gelten.

Auf den Verbraucher heruntergerechnet wird dies den Autofahrer um drei Cent in 2021 belasten. Bei einem Verbrauch von sechs Liter sind das 18 Cent je 100 Kilometer. Diese Differenz hat man an vielen Tankstellen bereits an einem Tag durch natürliche Schwankungen. Wo da eine Lenkungswirkung sein soll, bleibt das Geheimnis der großen Koalition. Ebenso, warum man die Pendlerpauschale um 5 Cent pro Kilometer ab dem 20. Kilometer auf 35 Cent erhöhen will, denn hier hat der Vielfahrer dadurch bei 100 Kilometern Arbeitsweg einen Vorteil von vier Euro, die er mehr von seiner Steuerlast abziehen kann. Bei einem Steuersatz von 30% beträgt die Entlastung also 1,20 Euro und eine Belastung durch den Emissionshandel von 0,18 Euro. Derjenige, der also viel CO2 emittiert, bekommt als Lohn dafür mehr als einen Euro von der großen Koalition für 100 Kilometer geschenkt. Auch wenn die Bahnfahrt nun ca. 10% günstiger werden wird, überzeugt das die meisten Pendler wohl kaum. Und die Städte und Zubringerstraßen werden weiterhin mit steigender Tendenz verstopft sein.

Aus diesem Grund sind nicht nur die Parteien der Opposition enttäuscht, sondern auch alle, die sich hier einen beherzten Schritt in Richtung Klimaneutralität gewünscht haben. Robert Habeck von den Grünen will jedoch im Bundesrat die Initiative ergreifen und Korrekturen herbeiführen.

Auch wenn der Schreck der Anschläge im Nahen Osten auf die Ölraffinerien noch nicht verdaut ist, hat sich der Preis für Rohöl wieder normalisiert und ist nach einem Anstieg von teilweise einem Fünftel wieder zum Ende der Woche gesunken. Übrig blieb ein Plus von etwas mehr als vier US-Dollar oder etwas mehr als 7%. Im Sog dessen legten die Emissionsrechte auch zu Wochenbeginn der vergangenen Woche auf über 27 Euro zu, schlossen zum Ende der Handelswoche jedoch nur noch mit einem moderaten Zuwachs von einem reichlichen halben Prozentpunkt. In dieser Woche suchen 15.782.500 EUA aus der EU, Deutschland und Polen ihre Abnehmer an der Leipziger EEX.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 13.09.19 20.09.19 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 26,33 EUR 26,52 EUR +0,19 EUR
EUA (Dezember-2019-Future) 26,38 EUR 26,53 EUR +0,15 EUR
CER (Spotmarkt) 0,21 EUR 0,21 EUR +0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 60,26 USD 64,66 USD +4,40 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1073 USD 1,1017 USD -0,0056 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Services GmbH 

Fridays For Future

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der stetig steigenden CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat sich das Klima in den vergangenen Jahresn stark verändert, was zu Extremwetterereignissen, wie Stürmen, Dürrekatastrophen und sogar Bränden in der Antarktis geführt hat.

In Deutschland ist die Durchschnittstemperatur bereits um 1,5°C gegenüber der vorindustriellen Zeit gestiegen, global um 1,0°C.

Ein aktiver Kampf gegen die Klimaerwärmung und somit gegen von Menschen verursachter Treibhausgasemissionen ist daher die größte Herausforderung in der Geschichte der Menschheit.

Die Geschäftsleitung der Advantag hat daher beschlossen, alle Mitarbeiter, welche sich am weltweiten Klimastreik beteiligen, heute freizustellen.

Wir bitten daher um Verständnis, wenn wir heute nur eingeschränkt erreichbar sind.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 16.09.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

am kommenden Freitag will die große Koalition aus CDU und SPD ihr Konzept für weniger CO2-Emissionen vorstellen. An diesem Tag finden auch in vielen Städten in Deutschland und weltweit Demonstrationen von „Fridays for Future“ sowie anderer Klimaschutzbündnisse statt.

Zur Diskussion stehen hierbei speziell die Steuerungsinstrumente, wobei entweder eine starre CO2-Steuer oder der flexiblere nationale Emissionszertifikatehandel für den insbesondere für den Verkehrssektor sowie den Immobilienbereich im Raum stehen. Unter anderem wird in dieser Woche weiter über klimafreundliches Heizen, attraktivere öffentliche Verkehrsmittel sowie Elektromobilität verhandelt.

Dass insbesondere die Elektromobilität einen großen Beitrag leisten kann, zeigt eine Kalkulation vom Kraftfahrzeug-Fachmagazin „Krafthand“, welches ermittelt hat, wieviel Strom genau für die Bereitstellung von sechs Litern Diesel benötigt wird – einem Wert, welchen ein normaler Diesel-PKW durchschnittlich für 100 Kilometer benötigt. Wenn man also die Erdölförderung, den Transport zu den Raffinerien, die dortige Verarbeitung und den Transport zur Tankstelle mit einbezieht, kommt man bei sechs Litern Diesel auf 42 KWh Strom, ohne nur einen Kilomater gefahren zu sein. Mit 42 KWh Strom kommt man zum Beispiel mit dem Elektroauto BMW i3 mehr als 300 Kilometer weit. Und das bei Grünstrom gänzlich ohne CO2-Emissionen.

Nach den Angriffen auf zwei Erdölanlagen in Saudi-Arabien am vergangenen Wochenende ist am heutigen Morgen der Preis für Rohöl deutlich gestiegen und hat teilweise mehr als 10% gegenüber den Schlusskursen von Freitag zugelegt. Auch die EUA-Futures haben davon profitiert, die zu Beginn des Handels die 27-Euro-Marke überstiegen haben. Die Entwicklung des Öl-Kurses könnte in dieser Woche weiterhin für Bewegung an den Energiemärkten und auch bei den CO2-Preisen sorgen.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 06.09.19 13.09.19 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 25,06 EUR 26,33 EUR +1,27 EUR
EUA (Dezember-2019-Future) 25,08 EUR 26,38 EUR +1,30 EUR
CER (Spotmarkt) 0,21 EUR 0,21 EUR +0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 61,63 USD 60,26 USD -1,37 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1026 USD 1,1073 USD +0,0047 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

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Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 09.09.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor dem Hintergrund der zunehmend katastrophalen und kostenintensiven Auswirkungen des Klimawandels bereiten sich die Regierungsparteien in Deutschland auf den 20. September vor. An diesem Tag soll ein gemeinsames Klimapaket auf den Weg gebracht werden, doch von Einigkeit der Koalitionsparteien kann kurz vor diesem Datum noch keine Rede sein. Der größte Konsens dürfte noch in der Entscheidung für eine grundsätzliche CO2-Bepreisung liegen. Allerdings ist die Frage nach dem „Wie“, zwischen einer CO2-Steuer einerseits und einem nationalen Emissionshandel andererseits, noch höchst umstritten. Eine Herkulesaufgabe wird es sein, die Lasten des dringendst notwendigen Klimaschutzes sozial gerecht zu verteilen aber auch die Wirtschaft des Landes nicht abzuwürgen. Gleichzeitig dürfen natürlich auch die Klimaziele für 2030 nicht aus den Augen gelassen werden.

Am CO2-Markt war in der vergangenen Handelswoche eine einheitliche Tendenz nicht erkennbar.  

Das Brexit-Chaos, wirtschaftliche Eckdaten und das erhöhte Angebot an frischen Zertifikaten haben zu sehr unterschiedlichem Händlerverhalten geführt. So sorgten in der ersten Wochenhälfte sowie am vergangenen Freitag massive Verkäufe für deutliche Preisabstriche bis unter die 25-Euro-Marke. Dazwischen war aber durchaus starkes Kaufinteresse im Markt, sodass man sich auch einen Durchbruch nach oben vorstellen konnte. Im heutigen frühen Handel überwogen ebenfalls wieder die Kaufsignale und schoben den Preis auf über EUR 25,30.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 30.08.19 06.09.19 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 26,31 EUR 25,06 EUR -1,25 EUR
EUA (Dezember-2019-Future) 26,32 EUR 25,08 EUR -1,24 EUR
CER (Spotmarkt) 0,21 EUR 0,21 EUR +0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 58,95 USD 61,63 USD +2,68 USD
EURO (Currency, Forex) 1,0989 USD 1,1026 USD +0,0037 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 02.09.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Elektromobilität ist ein Thema, welches im Autoland Deutschland deutlich schlechter aufgestellt ist, als in anderen Ländern mit deutlich größeren Binnenmärkten. Dieser in Deutschland besonders wichtige Faktor wird disruptiv sein, das steht völlig außer Frage. In den kommenden Jahren entscheidet sich, ob Autos weiter „Made in Germany“ sind, oder, wie seinerzeit Mobiltelefone, in Zukunft aus Fernost kommen werden. Das Elektroauto ist vergleichbar mit dem Smartphone von Apple, welches komplett vom ehemaligen Branchenprimus Nokia verschlafen wurde.

In Deutschlands Großstädten wächst die Zahl der Ladestationen zusehends, ebenso die Anzahl der rein elektrisch betriebenen Kraftfahrzeuge. So steht München am 01.01.2019 mit 3.122 E-Autos an der Spitze, gefolgt von Berlin mit 2.713 und Hamburg mit 2.233 Stück. Düsseldorf liegt weit hinten mit 567 Elektroautos zum Jahresbeginn.

Den Verkehr sowie die Landwirtschaft schnellstmöglich in den CO2-Emissionshandel einzubeziehen, könnte hier weiter unterstützend wirken.

Die Preise für CO2-Emissionsrechte haben sich in der vergangenen Woche wieder stabilisiert und haben trotz Boris Johnsons versuch, die Demokratie in Großbritannien auszuhöhlen, leicht zugelegt. Seit heute ist die Sommerpause bei den Auktionen an der Leipziger EEX wieder vorbei und es gilt wieder der normale Auktionskalender. In dieser Woche werden an drei Handelstagen insgesamt 8.323.500 EUA zur Versteigerung angeboten, Mittwoch und Donnerstag finden keine Auktionen statt. In der kommenden Woche sind es dann 15.782.500 EUA sowie am Dienstag zusätzliche 892.000 Erlaubnisrechte für den Flugverkehr (EUAA).

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 23.08.19 30.08.19 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 25,15 EUR 26,31 EUR +1,16 EUR
EUA (Dezember-2019-Future) 25,10 EUR 26,32 EUR +1,22 EUR
CER (Spotmarkt) 0,20 EUR 0,21 EUR +0,01 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 58,20 USD 58,95 USD +0,75 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1153 USD 1,0989 USD -0,0164 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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