Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 21.09.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Ölriese BP hat die Annahme geäußert, dass die globale Nachfrage nach Erdöl ihren Höhepunkt bereits überschritten habe. Zudem wurden drei unterschiedliche Szenarien hinsichtlich der weltweiten Energiewende bis zum Jahr 2050 ermittelt.

Im ersten Szenario gehen die Analysten davon aus, dass die CO2-Emissionen aus dem Energieverbrauch bis 2050 um 70% sinken, was die Erderwärmung deutlich unter 2°C senken würde. Das zweite Szenario geht von einem Absenken um 95% bis 2050 aus, welches insbesondere durch politische Maßnahmen begleitet wird; dies würde die Erderwärmung auf unter 1,5°C reduzieren. Szenario drei geht von einem Business-as-usual aus, bei welchem die CO2-Emissionen jedoch Mitte der 2020er ihren Höhepunkt erreichen werden und im Jahr 2050 10% unter denen von 2018 liegen würden.

Insbesondere die Preise für CO2-Emissionen werden den Analysten zufolge auf 250 US-Dollar je Tonne im Jahr 2050 steigen. Infolge politischer Eingriffe und der Verschiebung der gesellschaftlichen Präferenzen ist in allen drei Szenarien ein Rückgang des Anteils von Kohlenwasserstoffen (Kohle, Öl und Erdgas) am globalen Energiesystem zu verzeichnen. Dem steht eine entsprechende Zunahme der erneuerbaren Energien gegenüber, wodurch die Welt zunehmend elektrisiert wird. Wasserstoff und Akkus werden als Energieträger deutlich an Bedeutung gewinnen und die Bedeutung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdgas und Öl wird bereits in diesem Jahrzehnt sichtbar abnehmen.

Auch andere Analysten sehen den Anstieg der Preise für CO2-Emissionsrechte, bereits in naher Zukunft auch im europäischen Emissionshandel, dessen Preise sich bis 2024 demnach verdoppeln könnten.

In der vergangenen Woche gaben die Preise erst einmal leicht nach, nachdem sie am Dienstag mit 30,78 Euro nur knapp unter dem Allzeit-Hoch von 30,80 notierten. Auch die neue Handelswoche beginnt schwächer und es bleibt abzuwarten, wann sich die bullishe Tendenz wieder durchsetzen wird, zumal in dieser Woche knapp 21 Millionen EUA in Leipzig versteigert werden sollen.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument11.09.2018.09.20Veränderung
EUA (Spotmarkt)28,24 EUR27,98 EUR-0,26 EUR
EUA (Dezember-2020-Future)28,26 EUR27,99 EUR-0,27 EUR
CER (Spotmarkt)0,31 EUR0,31 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)39,72 USD42,98 USD+3,91 USD
EURO (Currency, Forex)1,1836 USD1,1837 USD+0,0001 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

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Advantag Services GmbH 

Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 14.09.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) war von Mai 2012 bis Dezember 2013 Bundesumweltminister und ist seit März 2018 Bundesminister für Wirtschaft und Energie, wie das Ministerium seit Dezember 2013 heißt.

Wirtschaftsminister Altmaier hat nun hinsichtlich des Themas Klimaschutz bekannt gegeben, dass dieser Vorrang vor allen anderen Themen habe und bei allen politischen Entscheidungen eine höhere Priorität bekommen solle. Das ist insofern überraschend, da Altmaier bisher strengeren Klima- und Umweltschutzauflagen in seiner Position als Wirtschaftsminister eher negativ gegenüberstand.

Trotzdem will er die „Charta für Klimaneutralität und Wirtschaftskraft“ noch vor den Bundestagswahlen im kommenden Jahr auch mit Hilfe der Opposition beschließen lassen. Hierin ist das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 verankert, welches unter anderem durch jährliche CO2-Budgets ab 2022 erreicht werden soll. Hierbei sollen zuerst öffentliche Einrichtungen bereits 2035 klimaneutral werden. Klimaneutrale Unternehmen sollen mit staatlichen Zuschüssen gefördert werden. Zudem sollen die CO2-Emissionen bis 2030 um 55% gegenüber 1990 sinken, zuvor lag das Ziel weniger ambitioniert bei 40%. Als weitere Maßnahme soll der Preis für CO2-Emissionen im nationalen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr ebenfalls angehoben werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Wirtschaftsverbände auf diesen Vorstoß reagieren.

Der Preis für europäische CO2-Emissionsrechte hat in der vergangenen Woche nach den Verlusten der Vorwoche wieder sichtbar zugelegt, da auch die Europäische Kommission das Treibhausgas-Reduktionsziel von 55% bis 2030 gegenüber 1990 vorgeschlagen hat und nun in den kommenden Tagen einen Entwurf präsentieren will. Das Umwelt-Komitee ENVI hatte sich zuvor sogar auf 60% geeinigt.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument04.09.2011.09.20Veränderung
EUA (Spotmarkt)27,41 EUR28,24 EUR+0,83 EUR
EUA (Dezember-2020-Future)27,36 EUR28,26 EUR+0,90 EUR
CER (Spotmarkt)0,29 EUR0,31 EUR+0,02 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)42,31 USD39,72 USD-2,59 USD
EURO (Currency, Forex)1,1839 USD1,1836 USD-0,0003 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 07.09.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Baumsterben in Deutschland, was aufgrund der seit 2018 anhaltenden Trockenheit in vielen Teilen des Landes insbesondere Fichten betrifft, ist eine direkte Folge des Klimawandels. Auch wenn es in diesem Jahr etwas mehr Niederschlag gegeben hat, war dieser allerdings ungleichmäßig verteilt.

Ein großes Problem ist in den Landesteilen auszumachen, in denen unterdurchschnittlicher Niederschlag auf überdurchschnittliche Temperaturen treffen. Deutschlandweit war der August 2020 durchschnittlich 3,4°C wärmer als im langjährigen Mittel und ebenso warm wie 2015 oder im Dürresommer 2018.

Speziell die Situation in tieferen Schichten um die 1,80 Meter ist gemäß Angaben des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig besonders kritisch mit Ausnahme des bayrischen Südens. Besonders am Niederrhein und in Ostdeutschland ist hier die Trockenheit am meisten zu spüren. Aber auch in den oberen Schichten, welche für die Landwirtschaft von besonderer Bedeutung sind, hat unter Anderem Nordrhein-Westfalen großes Probleme, wie der Dürremonitor  des Helmholtz-Zentrums unter https://www.ufz.de/index.php?de=37937 aufzeigt.

In der aktuellen Handelswoche werden 21,7 Millionen Zertifikate zur Versteigerung angeboten, darunter 810.500 EUAA für die Luftfahrtindustrie, was den Preis für die Emissionsrechte in der vergangenen Woche ebenso unter Druck gesetzt hat, wie sinkende Energiepreise.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument28.08.2004.09.20Veränderung
EUA (Spotmarkt)29,48 EUR27,41 EUR-2,07 EUR
EUA (Dezember-2020-Future)29,47 EUR27,36 EUR-2,11 EUR
CER (Spotmarkt)0,29 EUR0,29 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)45,85 USD42,31 USD-3,54 USD
EURO (Currency, Forex)1,1901 USD1,1839 USD-0,0062 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 31.08.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Journalisten – Netzwerk Investigate hat sich die europäischen Subventionen für fossile Brennstoffe vorgenommen und diese für die einzelnen Staaten kalkuliert. In Europa werden demnach jährlich 137 Milliarden Euro für die Subvention fossiler Energieträger aufgewandt.

Deutschland ist hierin mit großem Abstand der absolute Spitzenreiter mit jährlich 37,5 Milliarden Euro gefolgt von Großbritannien (19 Mrd. Euro) und Italien (18,3 Mrd. Euro).

Insbesondere werden in Deutschland 3,5 Mrd. Euro durch das Carbon Leakage subventioniert (Europaweit 18 Mrd. Euro), indem Unternehmen hochenergieintensiver Branchen, wie der Stahl-, Chemie- oder Zementbranche weniger Emissionsrechte erwerben müssen, da diese sonst Wettbewerbsnachteile gegenüber Produktionsländern ohne Emissionshandel haben.

Durch die Subvention von Diesel und Kerosin gegenüber Benzin verzichtet Deutschland sogar auf mehr als 11 Milliarden Euro jährlich.

Um dennoch die notwendigen Treibhausgaseinsparungen zu erzielen, hat Deutschland den nationalen Emissionshandel für den Verkehrs- und Gebäudesektor beschlossen und die EU diskutiert über deutlich höhere Ambitionen bei ihren Reduktionszielen für 2030.

In dieser Woche finden aufgrund des heutigen britischen Summer Bank Holiday und einer Sitzung des Arbeitskomitees der Leipziger EEX am Donnerstag nur am Dienstag und am Freitag Auktionen mit einem Gesamtvolumen von 6.545.000 EUA statt. In der nächsten Woche ist die Sommerpause vorbei und es kommen 21,7 Millionen Zertifikate zur Versteigerung, darunter 810.500 EUAA für die Luftfahrtindustrie.

Die neue Handelswoche startet wiederum bullish mit einem deutlichen Plus und hat zu Beginn die Marke von 30 Euro pro EUA kurzzeitig überschritten.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument14.08.2028.08.20Veränderung
EUA (Spotmarkt)25,45 EUR29,48 EUR+4,03 EUR
EUA (Dezember-2020-Future)25,48 EUR29,47 EUR+3,99 EUR
CER (Spotmarkt)0,29 EUR0,29 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)44,95 USD45,85 USD+0,90 USD
EURO (Currency, Forex)1,1840 USD1,1901 USD+0,0064 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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Emissionshandel / CO2 – Marktbericht vom 24.08.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bundesregierung hat am vergangenen Mittwoch den Klimaschutzbericht 2019 beschlossen. Die Gesamtemissionen sanken demnach 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 um fast 54 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auf rund 805 Millionen Tonnen, was eine Reduzierung um 6,3 Prozent entspricht. Vor dem Hintergrund der deutschen Treibhausgasminderungsziele hat Deutschland 2019 rund 35,7 % weniger Treibhausgase ausgestoßen, als im Referenzjahr 1990. Im Klimaschutzgesetz festgeschrieben ist eine Minderung von mindestens 35 % bis zum Jahr 2020 und mindestens 55 % bis zum Jahr 2030 % (jeweils gegenüber dem Jahr 1990). Im Energiekonzept aus dem Jahr 2010 finden sich entsprechend der Koalitionsvereinbarung unverbindliche Treibhausgasminderungsziele von 40 % für das Jahr 2020. Diese Marke schien zwischenzeitlich kaum erreichbar. Wie der aktuelle Klimaschutzbericht jetzt aber verdeutlicht, hat neben den Maßnahmen des „Aktionsprogramms Klimaschutz 2020“, insbesondere der EU-Emissionshandel mit deutlich höheren Zertifikatspreisen einen stärkeren Minderungsbeitrag geleistet, als noch vor einem halben Jahr erwartet. Da sich der Bericht zudem auf das Jahr 2019 beschränkt, konnten die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie noch nicht berücksichtigt werden. Wenn die tatsächlichen Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2020 deutlich niedriger ausfallen, könnte das 40 Prozent-Ziel noch erreicht werden.

Zu Beginn der vergangenen Handelswoche erhielt der Preis für EUAs Rückenwind vom bullischen Energiekomplex sowie von starken Auktionsergebnissen und stieg in Richtung 27-Euro-Marke. Dann allerdings kam es am Mittwoch zu einem unerwarteten Server-Problem, welches das komplette Emissionsregister für den Rest der Woche lahmlegte. Die Europäische Kommission erklärte in einem Kommentar am Donnerstag, dass dieses technische Problem zum Ende der Woche behoben werden könne, was auch erfolgreich umgesetzt wurde. Die anfängliche Unsicherheit bezüglich möglicher Hintergründe und der Umstand, dass tagelang kein physischer Handel stattfinden konnte, drückten den Kurs allerdings auf ein stabiles Niveau unterhalb der Marke von 26 Euro.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)   
Instrument14.08.2021.08.20Veränderung
EUA (Spotmarkt)25,45 EUR25,60 EUR+0,15 EUR
EUA (Dezember-2020-Future)25,48 EUR25,65 EUR+0,17 EUR
CER (Spotmarkt)0,29 EUR0,29 EUR+0,00 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future)44,95 USD44,28 USD-0,67 USD
EURO (Currency, Forex)1,1840 USD1,1799 USD-0,0041 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information. Sollten Sie den Newsletter nicht mehr beziehen wollen, bitten wir um eine kurze Nachricht an den Absender.)

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